Wildhuser Schafberg - Jöchli - Säntis - Silberplatten


Publiziert von MouRa , 10. Oktober 2010 um 20:18.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 9 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG   CH-AR 
Zeitbedarf: 11:15
Strecke:Wildhaus - Flürentobel - Wildhuser Schafboden - Wildhuser Schafberg - Jöchlisattel - Jöchli - Jöchlisattel - Nädligergrat - Altmannsattel - Rotsteinspass - Lisengrat - Säntis - Tierwies - Silberplatten - Stoossattel - Lauchwies - Ob. Hohfeld - Bumoos - Lutertannen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wildhaus: mit Postauto
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Lutertannen / Bernhalden: mit Postauto

Für die heutige Tour habe ich mich auf www.hikr.org genaustens informiert. Herzlichen Dank an dieser Stelle den diversen Autoren für die ausführlichen und informativen Berichte.

Aufgrund der doch relativ langen alpinen Teilstücke (blau-weiss markiert) gehe ich die Tour mit grossem Respekt an, bin mir aber aufgrund der Erfahrungsberichte doch sicher, dass ich es schaffen werde.

Start ist um 07:15 Uhr in Wildhaus. Zügig geht es zur Gamplüt Talstation und von dort durch das wildromatische Flürentobel bis zur Abzweigung Mutschen / Zwinglipass. Hier geht geradeaus weiter, zunächst unter stetigem Höhengewinn dem Hang entlang hoch, danach durch einige Serpentinen ergänzt, in Richtung Wildhuser Schafboden.

Vor der Wegkreuzug Wildhuser Schafberg / Jöchlisattel erreiche ich das "Schlüsselstück" dieses Wegs. Es ist eine einigermassen steile Felswand, die aber mit genügend Tritten versehen ist. Da es sich um ein einfaches Kletterstück handelt, benötige ich zwar die Hände, habe aber sonst keinerlei Mühe. Der Fels ist sehr griffig und das Teilstück nicht ausgesetzt.

Bei der nachfolgenden Kreuzung biege ich links ab und erreiche schon bald den Sattel, an welchem meine Route mit dem anderen Weg Richtung Wildhuser Schafberg zusammenkommt. Der Aufstieg zum Südgipfel ist leicht und der Weg serpentinenartig in der Wiese angelegt.

Der Südgipfel mit der Blechfahne bietet eine grandiose Aussicht auf die Churfirsten und Richtung Speer und Unterland. Dieses liegt zwar heute unter einer dichten Nebelschicht verborgen; aber auch das hat seinen Reiz!

Der Hautgipfel des Wildhuser Schafberg ist nur ein paar wenige Meter entfernt und die Mühe auf jeden Fall Wert. Der kurze Abstieg hinunter in eine Senke ist zwar nicht ganz ohne, aber durch ein Stahlseil bestens gesichert. Dafür entschädigt der Ausblick in Richtung Säntis und Altmann für diese kurze Kletterpartie.

Um zum Jöchlisattel zu gelangen gehe ich den letzten Teil des vorherigen Aufstiegs wieder zurück. Danach folgt ein äusserst steiles Teilstück (und dies ist nicht übertrieben) über grössere und kleinere Felsbrocken. Teilweise ist auch der Einsatz der Hände erforderlich. Als ich von unten hoch schaue, kann ich mir nicht vorstellen, wo der Weg hier durchführen soll. Und dies ändert sich auch während dem Aufstieg nicht. Die blau-weissen Markierungen sind zwar stets gut zur erkennen, wo der Weg aber tatsächlich durchführt jedoch nicht. Mit einem gewissen konditionellen Grundniveau ist der Anstieg aber dennoch gut zu absolvieren.

Schon kurz vor dem Jöchlisattel sieht man den Spitz des Antennenmasts des Säntis und auf dem Sattel selber habe ich eine wunderbare Aussicht auf den weiteren Verlauf der Tour über Nädligergrat und Säntis. Ich mache einen kurzen Abstecher auf das Jöchli. Es ist leicht zu erreichen und bietet einen noch besseren Ausblick. Ich bin begeistert! Da es mittlerweile bereits 11:00 Uhr ist und ich schon einige Höhenmeter hinter mich gebracht habe, entscheide ich mich, meine Mittagspause hier zu geniessen.

Der Nädligergrat ist zu Beginn problemlos zu überqueren. Mit Markierungen in allen Farben (blau, rot, grün etc.) ist der Weg nicht zu verfehlen.  Das letzte Teilstück vor der Abzweigung in Richtung Rotsteinpass ist allerdings ist sehr ausgesetzt, da sich der Weg fast exakt auf dem Grat selber befindet. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind hier absolut erforderlich! Der Tief- und Weitblick auf beide Seiten ist aber überwältigend!

Vor mir, in Richtung Altmann geschaut, ruhen sich ein paar Steinböcke in der Sonne aus. Sie lassen sich von den vielen Wanderern, die ich aber hier treffe, nicht stören (im Gegensatz zum Teilstück bis hierhin, auf welchem ich nur wenige Leute gesehen habe). Der Altmann selber steht imposant vor mir. Gerne möchte ich diesen besteigen, der Respekt davor ist aber noch zu gross. Der Aufstieg steht heute so oder so nicht auf dem Tourenplan und wird um mindestens ein Jahr  verschoben.

Der Abstieg zum Rotsteinpass ist äusserst steil, jedoch gut mit Stahlseilen und Stahltritten gesichert. Für den durchschnittlich geübten Bergwanderer also kein Problem!

Weiter geht es über den Lisengrat. Wer eine Gratwanderung mit "flach" verbindet, der wird hier eine grosse Überraschung erleben. Es erwartet mich ein ziemlich happig steiles Teilstück, welches ich aber durch eine frühere Tour schon kenne. Ansonsten ist der Lisengrat zwar teilweise ausgesetzt, aber durch unzählig viele Stahlseile wesentlich entschärft. Seit meiner letzten Tour sind diese Hilfen erneuert und deutlich ausgebaut worden. Da auf der Nordostseite des Grats noch ziemlilch viel Schnee liegt, der äusserst rutschig ist, bin ab und zu froh, mich an den Seilen festhalten zu können.

Wie zu erwarten bei diesem Wetter (oben blau, unten Nebel) ist der Säntis voll mit Bähnlitouristen. So geniesse ich die grandiose Aussicht nur kurz und mache mich anschliessend gleich wieder auf. Der Abstieg über die "Himmelsleiter" ist heute ein reines Kunststück. Es sind so viele Wanderer unterwegs, dass ein Lichtsignalsystem nicht schlecht gewesen wäre. Eine mögliche Kreuzungsstelle zu finden, ist nicht immer ganz einfach. Dank der guten Sicherung mit Stahlseilen ist die "Himmelsleiter" übrigens für geübte Bergwanderer gut zu meistern.

Ich erreiche die Abzweigung in Richtung "Blauschnee" (Ziel einer meiner nächsten Touren), gehe aber weiter in Richtung Tierwies. Der vielbegangene Weg macht sich in speckig-rutschigen Steinen bemerkbar. Vor allem beim Abstieg ist eine gewisse Vorsicht angebracht.

Bei Tierwies mache ich meine nächste kurze Pause. Da die Zeit aber schon forgeschritten ist (ca. 15:15 Uhr), mache ich mich schon bald wieder auf den Weg.

Die Tour an den Silberplatten vorbei steht auch schon lange auf meiner Wunschliste. Die Aussicht auf diesem Teilstück sollte allerdings doch recht eintönig und nicht sehr imposant sein, wodurch sich bei mir schon bald eine gewisse Enttäuschung breitmacht.

Nach einem Flachstück geht es kurz etwas hinauf. Nach einem längeren Abstieg folgt eine Kraxelei über riesige Felsbrocken (zu dieser Zeit leider im Schatten), bevor es schliesslich wieder hinauf auf den Stoossattel geht. Ich habe heute schon einige Lauf- und Höhenmeter absolviert und so ist dieser Anstieg doch ziemlich anstrengend.

Weiter geht es über ein kurzes, ziemlich augesetztes Stück und danach steil und serpentinenförmig hinunter in einer Wiese nach Lauchwies. Die Aussicht hier ist wieder deutlich schöner; auch die Churfirsten erblicke ich für heute noch ein letztes Mal.

Der weitere Weg bis nach Ob. Hohfeld führt dem Hang entlang (auch ziemlich ausgesetzt) und ist bestückt durch einige Abstiege. Das Teilstück zieht sich enorm in die Länge und ich denke mir schon, dass ich mein Schlussziel nie erreiche. Zumal mir langsam die Zeit davonläuft! Mein Ziel Lutertannen ist mittlerweile nicht mehr zu erkennen, da die Nebelobergrenze laufend steigt. Und so tauche ich vor Ob. Hohfeld ebenfalls in die Suppe ein.

Bis nach Bumoos geht es wieder einigermassen steil auf einem in der Wiese angelegten Weg hinunter. Danach ist der Abstieg nur noch moderat und ich kann Tempo machen. Dies ist auch zwingend notwendig, denn als ich endlich die Panzerpiste bei Lutertannen erreiche, ist es 18:26 Uhr. Um 18:38 Uhr fährt das letzte Postauto, welches ich damit gerade noch so erreiche. Es bleibt mir daher nur festzustellen, dass ich die Länge und den zeitlichen Bedarf der Tour vollkommen unterschätzt habe!

Alles in allem eine sehr lohnenswerte Tour mit grandiosen Ausblicken! Nur das letzte Teilstück ab der Tierwies kann ich nur bedingt empfehlen und würde ich bei einer Wiederholung sicher durch einen anderen Weg ersetzen.

Tourengänger: MouRa


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