Die geheime Südrampe


Publiziert von ABoehlen Pro , 9. Oktober 2010 um 20:48.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 4 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 250 m
Abstieg: 400 m
Strecke:Eggerberg - Lalden - Mundbachschlucht - Brig, ca. 10 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit RE Lötschberger nach cff logo Eggerberg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Brig
Unterkunftmöglichkeiten:diverse Möglichkeiten in Brig
Kartennummer:LK1288 Raron / 1289 Brig

"Die geheime Südrampe" nannte die Gratis-Zeitschrift via in ihrer Ausgabe 5/2007 die unbekannte Fortsetzung der BLS-Südrampe über Lalden hinaus bis nach Brig. Ein treffender Name, der auch drei Jahre später noch seine Gültigkeit hat.

Während besagter Tourenvorschlag aber in Lalden startet, fahren wir noch eine Station weiter bis Eggerberg und folgen daher erstmal dem offiziellen Höhenweg. Dieser Abschnitt ist relativ kurz und folgt über weite Teile direkt der Bahnlinie. Zwar gibt es hier längst nicht mehr so viele Züge zu bestaunen, wie noch vor der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels, aber nebst den obligaten "Lötschberger"-Pendelzügen sorgen wenigstens einige Güterzüge für Abwechslung auf den Gleisen.

Auch nach der Station Lalden, ca. 150 m über dem Dorf gelegen, verläuft der Höhenweg noch für einen Moment direkt neben der Bahnstrecke, ehe er vor einem Tunnel sehr steil nach rechts den Abhang hinunter nach Brigerbad abtaucht. An dieser Stelle beginnt die inoffizielle Fortsetzung der Lötschberg-Südrampe , die bis zum wirklichen Ende in Brig führt. Auch wenn die Landeskarte keine durchgehende Fusswegverbindung zeigt, so existiert eine solche dennoch, allerdings ist die Orientierung nicht immer ganz einfach. Aber nun der Reihe nach:

Ein Eisentor passierend, gelangen wir nach kurzer Zeit zu einem unbewohnten Haus, am anderen Ende des kurzen Tunnels. Ohne aber das Gelände dieses Anwesens zu betreten, folgen wir einem sehr steilen Zickzackweg bergan (auf der LK nicht eingezeichnet). Nach ca. 60 - 70 Höhenmetern münden wir so in einen horizontal verlaufenden Pfad, der einem Bewässerungsrohr folgt. An der Einmündung ist dieses unterbrochen und die Enden sind gelb-rot markiert. Derartige Markierungen tauchen in der Folge immer wieder mal auf, während wir der Leitung entlang den Hang traversieren. Allerdings verzweigt sich der Weg hie und da, und manchmal tauchen im Steilhang weitere Rohrleitungen auf, die ihrerseits von Wegen begleitet sind, kurz; es ist nicht immer auf Anhieb erkennbar, welches die optimale Variante ist. Hat man dann aber den richtigen Weg erwischt, so erweist sich die Strecke mehrheitlich als gut begehbar.

Nach Pt. 810 ist die Orientierung wiederum etwas schwierig, aber schlussendlich erwischen wir einen Pfad, der sehr steil in den Wald hinauf ins Gebiet Driesta ansteigt. Erneut stossen wir dort auf Rohrleitungen und auf eine kleine Blockhütte, bei der wir die Mittagspause einlegen.

Mehrheitlich durch Wald erreichen wir anschliessend bald die Mundbachschlucht, wo sich eine neue, stabile Metallbrücke über den felsigen Abgrund spannt. Direkt dahinter folgen wir erneut Rohrleitungen, diesmal bergan (auf der LK nicht eingezeichnet), bis wir auf ca. 900 m die auch in der Karte eingezeichnete Suone erreichen. Laut via-Bericht heisst sie Driestneri.

Damit ist der Weiterweg gegeben: Immer dem klaren Wasser entlang, teils auf schmalem Pfad, teils auf Holzplanken, teils auf Gitterrosten (auch hier zeigt die LK keinen Weg). Der via-Bericht bezeichnet diesen Abschnitt als "einfach traumhaft schön und spannend". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Je mehr wir uns Brig nähern, desto steiler wird die Suone, was auch aus der LK hervorgeht (nach Pt. 877). Und nun wird die Sache etwas problematischer, denn auch der begleitende Weg wird natürlich immer steiler, und da ständig Wasser aus dem Kanal spritzt, ist alles klatschnass und entsprechend glitschig. Da sind die Eisenbügel, über die es schlussendlich noch eine Felsstufe hinunter geht, vergleichsweise bequem zu begehen.

Auf ca. 700 m münden wir in einen breiten Weg ein, der der Bahnstrecke folgt. Von hier ist es nur noch einen Kilometer bis zur grossen BLS-Rhonebrücke bei der Örtlichkeit Z'Brigg, wo die Lötschberg-Südrampe definitiv zu Ende ist. Sie ist auf diesem letzten Telstück wirklich ein Geheimtipp, denn ausser einem Jogger sind wir niemandem begegnet.

Tourengänger: ABoehlen, Stini


Galerie


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Kommentare (2)


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eugen hat gesagt: Projekt
Gesendet am 10. Oktober 2010 um 08:05
Salü zämu
Kürzlich war ein Bericht im "Walliser Bote" mit einem Bild bekannter Lokalpolitiker, wonach dieser Weg in den nächsten Jahren (bis wann weiss ich nicht mehr) ausgebaut werden soll. Es gibt also ein festes Projekt. Sicher wird das eine gute Sache geben, und man kann sich darauf freuen.
Gruss aus Naters
eugen

ABoehlen Pro hat gesagt: RE:Projekt
Gesendet am 10. Oktober 2010 um 11:00
Ciao eugen

Merci für diese Info. Das ganze hat in meinen Augen, wie so oft, zwei Seiten. Für normale Wanderer, die völlig gefahrlos die Südrampe bis zu ihrem Ende begehen möchten, ist dies sicher eine gute Nachricht. Auf der anderen Seite ist es dann mit der Ruhe und Einsamkeit, die wir jetzt auf dieser Strecke noch antreffen konnten, wohl vorbei. Die Südrampe ist ja vor allem an schönen Tagen oft eine ziemliche Radiowanderung...

Gruess
Adrian


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