Oberbauenstock - Risetenstock


Published by Sibille , 13 October 2010, 22h39.

Region: World » Switzerland » Nidwalden
Date of the hike: 7 October 2010
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: Bauen - Brisen - Bürgenstock   CH-NW   CH-UR   CH-SZ 
Maps:1171 (Beckenried 1:25000)

Es ist wunderbares Wanderwetter, es sind Ferien und die Trekkingausrüstung von der Kanada-Reise im Sommer ist noch griffbereit. So entstand die Idee, mit Sack und Pack eine Wanderung zu machen.
 
Wir fahren am Nachmittag nach Emmetten und von dort mit der Luftseilbahn zur Station Niederbauen. Gemütlich wandern wir ab da auf dem breiten Wanderweg nach Merlieggen, wo der Weg zum Fulberg abzweigt. Steiler, über diverse Treppenstufen steigen wir hoch zum Fulberg. Der etwas höher gelegene Aussichtspunkt bietet sich als hervorragende Zeltmöglichkeit an. Nach dem Aufstellen des Zeltes und einem Nachmittagsnickerchen gibt es Chili con Carne, welches wir bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang essen. Bald wird es frisch, sodass wir uns ins Zelt zurückziehen und schnell einschlafen.
Am nächsten Morgen gelingt uns der geplante „frühe“ Start nicht ganz, da wir erst kurz vor 9 Uhr unsere Matten, Schlafsäcke etc. wieder eingepackt haben. Hinzu kommt die ebenfalls sehr schöne Morgenstimmung, welche eine aufkommende Hektik bereits im Keim erstickt.
Am Vorabend haben wir uns darauf geeinigt, dass sich unsere Wege hier trennen würden. Ich nehme mir den Oberbauenstock vor und Thomas wird via Klewenalp zum Brisenhaus und weiter zum Risetenstock wandern, wo wir uns wieder treffen werden.
Ich begebe mich also auf den weiss-blau-weiss markierten Weg, der sehr matschig ist und mich das Tempo anpassen lässt, da ich mich nicht unbedingt bereits hier bäuchlings hinlegen möchte. Die einzige andere Person, die ebenfalls unterwegs ist, ist eine Art „Alpöhi“, der wie ein Wiesel auf einer Abkürzung (?) direkt den Gipfel ansteuert. Ich folge in dem mir unbekannten Terrain lieber dem Weg, gewinne so langsam an Höhe und wandere weiter bis die eigentliche Kraxelei beginnt. Höchste Zeit die Wanderstöcke zu versorgen, um die Hände frei zu haben. Eigentlich wäre dieser letzte Schlussanstieg bis zum Grat keine grosse Sache, da ich aber mit dem schweren Trekkingrucksack unterwegs bin, der Untergrund nach wie vor matschig/rutschig ist und mir die schlammigen Wanderschuhe wenig Halt bieten, bin ich froh, dass zum Teil Fixseile vorhanden sind. Etwas ausser Atem erreiche ich bei Schwiren den Grat und wandere weiter bis zum Gipfel des Oberbauenstocks, oder vielmehr zum doch eher enttäuschenden Steinhäufchen, der diesen markieren soll. Immerhin kann ich den Gipfel alleine geniessen, da der „Alpöhi“ bereits wieder im Abstieg ist. Ansonsten hat es weit und breit keine Wanderer.
 
Anschliessend begebe ich mich auf die Gratwanderung entlang der Kantonsgrenze, mit einem Bein also in Nidwalden, mit dem anderen in Uri. Gerade auf dem ersten Teil des Grates geht’s nur langsam voran: ich habe die Wahl zwischen dem matschigen/rutschigen Weg oder den trockenen aber wenig Gelenk schonenden Grasbüscheln am Wegrand. Innerlich verfluche ich heute zum ersten und nicht zum letzten Mal das Trekkinggepäck auf meinem Rücken, da es diese Wanderung teilweise zu einem Balanceakt werden lässt. Irgendwann erreiche ich dann doch Zingel, was allerdings erst Halbzeit bedeutet, und wandere deshalb gleich weiter zum Gandispitz, wo ich eine längere Pause einlege. Wieder gestärkt mache ich mich auf das meiner Meinung nach schönste Gratstück zum Jochlistock, stets mit wunderbarer Sicht auf die umliegende Bergwelt. Ab dem Vorder Jochli führt ein einfacher Wanderweg hoch zum Hinter Jochli, wo ich zum Risetenstock abzweige. Für das Erreichen meines heute letzten Gipfels gilt es nur noch etwas weniger als 200 Höhenmeter zu überwinden. Kurz nach 14 Uhr stehe ich etwas müde aber zufrieden beim Gipfelkreuz, wo Thomas mich bereits erwartet. Nach einer weiteren Pause brechen wir nun wieder gemeinsam auf und steigen zur Klewenalp hinunter. Spätestens jetzt beim Hinunterlaufen spüre ich, dass meine Knie heute einiges einstecken mussten und bin froh, als wir den leicht ansteigenden Weg zur Klewenalp erreichen.
Kurz vor 16 Uhr erreichen wir das Restaurant Tannibüel, wo wir unseren Durst löschen und auf die erlebnisreichen zwei Tage anstossen, bevor wir uns durch die Nebeldecke wieder ins Tal begeben.
 

Es war eine sehr schöne Tour, insbesondere die Passagen auf dem Grat haben mir gut gefallen. Leider lag der Schwalmis konditionell nicht mehr drin und wird somit auf ein anderes Mal verschoben.
Vom Aufbruch am Morgen beim Fulberg bis zur Klewenalp war ich insgesamt 7 Stunden unterwegs, wobei diese Zeit Trink-, Ess-, Foto-, Auszieh- und sonstige Pausen ;-) mit einschliesst. Beim Fotoapparat war leider noch die kanadische Zeit eingestellt, sodass für die tatsächliche Aufnahmezeit 9 Stunden addiert werden müssten.
Das Zelten unterhalb des Oberbauenstocks bescherte uns einen wunderschönen Sonnenuntergang, führte dann aber dazu, dass wir die ganze Ausrüstung am kommenden Tag mittragen mussten; so war ich mit  ca. 10-12 kg unterwegs.

Hike partners: Sibille

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Comments (2)


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Fjaellfe says: wow!
Sent 14 October 2010, 13h35
wunderschöne bilder!! macht grad Lust, die Tour auch zu machen :o) wird aber angesichts des Wetterberichts für dieses Wochenende wohl eher nicht mehr dieses Jahr sein ;o)...

Sibille says: RE:wow!
Sent 14 October 2010, 16h20
Vielen Dank! Die Wanderung kann ich wirklich nur empfehlen v.a. wenn das Mittelland unter einer Nebeldecke steckt! Leider sieht's nun bald nicht mehr nach "goldenem Herbst" mit perfektem Wanderwetter aus...
Wünsche dir trotzdem bald wieder schöne Bergerlebnisse!

LG, Sibille


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