Rautispitz - fast eine Schneeschuhtour (anfang Oktober)


Published by Renaiolo Pro , 4 October 2010, 19h20.

Region: World » Switzerland » Glarus
Date of the hike: 3 October 2010
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   Oberseegruppe 
Time: 7:30
Height gain: 1352 m 4435 ft.
Height loss: 1313 m 4307 ft.
Route:Obersee-Grapplialp-Geisskappel-Rautispitz-Rautifurggen-Rautialp-Rautihütten-Grapplistafel-Grapplialp-Obersee (14.1 km)
Access to start point:PW aus dem Zürichoberland-A53 (Reichenburg)-A3 bis Ausfahrt Niederurnen-A44 bis Näfels, im Zentrum rechts Richtung Obersee (enge Strasse!) bis zum Parkplatz unmittelbar beim Berghotel Obersee

Zum erstenmal auf den Näfelser Hausberg - und dann gleich sowas: ab ca. 1900 Hm Schnee! Gamaschen oder sogar Schneeschuhe wären hilfreich gewesen. Aber der Reihe nach: Um 9 Uhr Start beim Parkplatz Obersee (direkt neben dem gleichnamigen und idyllisch gelegenen Berghotel, 992 m). Gemütlicher Weg direkt unterhalb des beeindruckenden Felssturzes (hier soll 1999 der Hochwasserstand 7 m über dem Normalpegel gestanden haben...). Nach wenigen Minuten steigt der Fahrweg in mehreren Serpentinen; wir nehmen die Abkürzungen zwischen den Kurven. Die Grapplialp (1359 m) erreichend, verlassen wir den Fahrweg und steigen steil aber bequem hoch über die abgeweidete Alp; der Weg ist gut markiert auf Steinen, die im Hochsommer bei höherem Gras wohl kaum zu sehen sind(?). Unterhalb der von weitem sichtbaren skurrilen Geisskappel (1803 m) die etwas gfürchige Felswand, die es irgendwo zu überwinden gilt. Die Markierungen weisen uns gut den teilweise etwas ausgesetzten Weg zur ersten Schlüsselstelle (Trittsicherheit, Schwindelfreiheit!); eine kurze Kletterstelle, welche mit einem sehr dünnen Stahlseil gesichert ist (Handschuhe empfehlenswert!). Oben erreichen wir eine aussichtsreiche kleine Terrasse, direkt unterhalb der Geisskappel - sehr beeindruckend! Hier begrüssen uns erste intensive Sonnenstrahlen - herrlich! Die Geisskappel umgehen wir links, dann regelmässig und leicht steigend schöne Karstfelder durchquerend. Unvermindert steigt es ziemlich stark an, hier sind auch einige schöne fast senkrechte Karstfelsen zu überwinden (fester und griffiger Fels, darf als zweite Schlüsselstelle bezeichnet werden); Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind auch hier Voraussetzung. Kurz nach dem steilen felsigen Teil dann wieder einigermassen gut begehbare Alpen, und - erster Schnee; ziemlich matschige Angelegenheit. Zwischen Gumen (rechts) und dem Anstieg zum Rautispitz (links) überraschender Einblick ins Tälchen, welches von der Rautifurggele hinunter führt zur Rautialp. Im oberen Teil geschlossene Schneedecke, deutlich sind talwärts gehende  Bergwanderer  zu erkennen, sieht fast wie auf einer winterlichen Hochtour aus. So ungemütlich wird es hoffentlich nicht werden, denken wir. Vor uns aber zuerst noch der schneebedeckte Steilhang bis zum Gipfel (total ca. 200 Hm); ziemlich mühsam und kräfteraubend, weil man in den von Kühen(!) stammenden und mit Schnee aufgefüllten Löchern oft bis zu den Oberschenkeln einsinkt. Wie schon zu Beginn erklärt, wären hier Gamaschen sehr dienlich - haben wir natürlich nicht mit dabei - schliesslich planten wir ja an diesem wunderschönen Föhn-Sonntag keine Hochtour... Auf dem Gipfelgrat angekommen, geht es links so richtig runter - nichts für schwindelanfällige Gemüter. Kurz vor dem Gipfel die letzten Höhenmeter noch etwas steiler, dann das Kreuz, endlich oben (nach ca. 3.5 Stunden). Auch hier und bis zum Gipfel viele Löcher, die wohl nur von sömmernden Kühen stammen; die sind ja richtig klettertauglich. Wir freuen uns auf die verdiente Gipfelrast - allerdings stürmt der Föhn hier oben derart heftigt, dass wir damit rechnen müssen, dass er uns die Salamirädli von unseren Brötli fegt. Nach kurzer Gipfelrast (mangels Sitzgelegenheit im Stehen, da schneebedeckt, 20 bis 30 cm) geht es runter zur Rautifurggele, immer den wunderschönen Ausblick zum Wiggis und dahinter das bereits winterlich-verschneite Glärnischmassiv. Sofort rechts Richtung Rautialp abzweigend, ein ziemlich steiles Schneefeld. Eigentlich dachten wir, dass hier eine Art lustige Abfahrt möglich sei. Aber wegen der vielen Steine und der aufgefüllten Löcher dazwischen keine gescheite Idee, da Unfallgefahr. Erst ab ca. 1800 Hm erreichen wir den "natürlichen" Bergwanderweg, ab und zu über Karst verlaufend. Bis zur Rautialp und zu den Rautihütten werden wir links von der wirklich massiven Felswand "bedroht". Die Sicht ist derart gut, dass auf den Felsspitzen sogar einzelne Steinböcke von blossem Auge zu sehen sind; wahrscheinlich geniessen die den einmaligen (und warmen) Föhntag auch. Oberhalb Rautihütten führt der Weg über eine gutausgebaute, aber steile Fahrstrasse hinunter. Ab Rautihütten (1647 m) rechts haltend dann wieder steiler hinunter Richtung Grapplistafel-Grapplialp. Wunderbarer Nadelholzwald, schönste Herbstfarben! Ab Grapplialp nehmen wir wieder den uns bereits bekannten Weg vor Vormittag, ziemlich rutschig, und an einigen Stellen sogar glitschig und deshalb nicht ungefährlich (was wir beim Aufstieg gar nicht so richtig bemerkten) - jedenfalls hat es mich einmal auf den Allerwertesten gehauen (nichts weiter passiert). Nach ca. 7 Stunden und 30 Minuten (netto Wanderzeit 6:20) erreichen wir den Parkplatz Obersee - Schuhe ausziehen, Kleiderwechsel, dann ab auf die noch voll besonnte Terrasse des Berghotels, wo wir den ersten Durst löschen und die Sonne geniessen. Zufrieden, müde und mit dem Hochgefühl "etwas geleistet zu haben" und damit Körper und Geist etwas alternative Nahrung zugeführt zu haben, kehren wir ins Züri-Oberland zurück. Zuhause angekommen, wird der sich nun bemerkbare Appetit gestillt mit einer Pizza, der besten in unserer Umgebung (http://www.pizzafee.ch/pizzafee/), welche zum Abschluss eines solchen Tages doppelt gut schmeckt!

Noch ein Tipp betreffend Einsatz Wanderstöcke: diese konnte wir wirklich sehr gut einsetzen, vor allem auf dem Schnee. Allerdings haben wir gemerkt, dass es besser ist, diese nicht eingeschlauft zu halten, weil im Falle eines Sturzes zusätzliche "Einfädelungsgefahr" besteht.

Rautispitz: wir kommen wieder - aber dann im Sommer!

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Geodata
 3713.kml TRACK Rautispitz

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Comments (4)


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alpstein Pro says: Wanderstöcke
Sent 4 October 2010, 19h34
Unterhaltsamer Bericht von der Rautispitz, die ich krautig und sumpfig nicht in bester Erinnerung habe.

>Noch ein Tipp betreffend Einsatz Wanderstöcke: diese konnte wir wirklich sehr gut einsetzen, vor allem auf dem Schnee. Allerdings haben wir gemerkt, dass es besser ist, diese nicht eingeschlauft zu halten, weil im Falle eines Sturzes zusätzliche "Einfädelungsgefahr" besteht.

Das habe ich Anfang Juni auch erfahren müssen und sitze deshalb gerade wegen ziemlich lästiger Schulterbeschwerden mit einem Quarkwickel vor dem PC ;-)

Auf die Stöcke verzichten möchte ich nicht, aber in die Schlaufe gehe ich nicht mehr.

Grüße
Hp


Renaiolo Pro says: RE:Wanderstöcke
Sent 4 October 2010, 19h45
Danke für das Feedback - und Dir gute Besserung!

alpstein Pro says: RE:Wanderstöcke
Sent 4 October 2010, 19h50
Danke und noch weiterhin schöne Wanderungen.

Hp

maschel says:
Sent 16 January 2011, 11h37
grandiose tour ich liebe diesen berg :D


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