K III und K IV


Publiziert von dani_ , 14. Oktober 2010 um 19:03.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 Oktober 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Alpstein 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:Sax (Brand) - Unteralp - K III - K IV - Unteralp - Sax (Brand)
Kartennummer:2598 Werdenberg - Alvier

Traumhaftes Wetter. Aufbruch gegen halb zwei von Sax (Brand) zu einer Nachmittagstour. Ziel war der Kreuzberg III. Auf dieser Tour hatte ich bereits die Kreuzberge K VII und K VIII probiert, war aber bei der ausgesetzten Traverse am Ende von Route 157 Var zur Route 157/159 schon vor dem Sattel K VII / K VIII umgedreht. Diesmal wollte ich den leichtesten Kreuzberg probieren. Ich war auch bereits in den Wochen vorher zweimal bei der Roslenalp gewesen, da war es aber bereits zu spät für einen Weiterstieg zu einem Kreuzberg gewesen.

Nun war also der Tag der Tage gekommen, an dem von der Zeit her mehr drin war. Da ich bereits gekundschaftet hatte, konnte ich den Zustieg ohne Orientierungshalt beginnen. Von Sax zur Unteralp, weiter Richtung Roslenalp. Etwa auf 1740m steigt der Wanderweg aus der Mitte der breiten Rinne nach rechts weg zur Roslenalp. Ich blieb in der Mitte der Rinne und ging geradeaus auf undeutlichen Pfadspuren weiter. Irgendwann zweigt eine sehr deutliche Pfadspur nach links zum Sattel K III / K IV ab. So einen deutlichen Pfad hatte ich nicht erwartet. Er schlängelt sich hinauf, irgendwann geht es in leichter Kraxelei im Fels hoch zum Sattel (siehe). Die Route ist recht leicht zu finden und wird scheinbar oft begangen.

Kreuzberg III (T5, I-II)

Vom Sattel steigt man wie im Führer und bei hikr (siehe) beschrieben ein paar Meter Richtung Rheintal ab. Ein deutlicher Kamin geht links weg hoch zum Gipfel K III. Er verläuft sozusagen seitlich im K III und ist weder von der Roslen- noch von der Rheintalseite einsehbar. Die festen Felswände rechts und links vermitteln ein schönes Gefühl der Sicherheit. Er ist mässig steil, zwei Steine müssen überklettert werden. Das Überklettern der Steine fand ich wie Ivo66 schwieriger als das im Führer angegebene L, I (siehe).

Beim Ausstieg aus dem Kamin höre ich Jubelrufe. Zwei Kletterer kommen gerade auf dem Gipfel an, vermutlich über die Nordwand. Sie steigen recht zügig wieder ab. Ich verweile noch ein wenig auf meinem ersten Kreuzberg, geniesse die Aussicht und trage mich ins Gipfelbuch ein. Ist voll von kürzlichen Einträgen, K III scheint stark frequentiert. In einem Eintrag ist von einer Übernachtung auf dem K III inklusive Gewitter und Regen die Rede. Der Eintrag ist positiv geschrieben, ich stelle mir eine Übernachtung da oben bei Gewitter aber nicht so angenehm vor, auch wenns nur ein kurzes ist.

Schliesslich reisse ich mich doch los und steige ab. Der Abstieg fällt mir erstaunlich leicht, hatte ich deutlich schwieriger erwartet.

Am Sattel zu K IV überlege ich, soll ich den K IV auch noch versuchen? Es ist schon spät, allerdings ist das Wetter mit warmem Föhn und der guten Aussicht so schön, dass mich nichts zum Abstieg zieht. Ich ziehe meine Sonnenbrille ab, und siehe da, ist ja auch noch schön hell :-) Also auf zum K IV.

Kreuzberg IV (T5-T6, I-II)

Vom Sattel führen gut ausgetretene Pfadspuren parallel zum Grat. Zuerst will ich den Vorgipfel überklettern, entschliesse mich aber dann zu der Traverse auf der Rheintalerseite zur Scharte Vorgipfel / Hauptgipfel (siehe Führer und hikr Berichte 1, 2). Sie ist sehr ausgesetzt, so dass ich fast umgekehrt wäre. Einmal in der Scharte fand ich den Weiterstieg zum Gipfelsteinhaufen weniger schwierig. Die Rinne gibt ein Gefühl der Sicherheit. Im Steinhaufen steckt eine Büchse, aber leider fehlt ein Gipfelbuch (wohl schon länger, siehe). Die Aussicht vom K IV in die untergehende Sonne und die Abendstimmung über dem Rheintal ist klasse. Nach Liechtenstein, Österreich und Südbünden kann man toll weit schauen. Die Abendsonne taucht die Berge in warme, gelbliche Farben, ein eindrückliches Erlebnis.

Beim Abstieg vom K IV geht es mir wie am K III, geht deutlich einfacher als gedacht. Die ausgesetzte Stelle bleibt ausgesetzt, allerdings im Abstieg weniger schwierig als vermutet.

Auch die Bewertung von K IV im Führer mit L, I halte ich für untertrieben. Bei T5, I Touren kommt es mir normalerweise nicht in den Sinn, umzukehren. Die Traverse des Vorgipfels ist sicherlich T6, und den weiteren Anstieg zum Gipfel würde ich mit einem leichten IIer bewerten.

Vom Sattel K III / K IV im Fels hinab, dann auf besagtem ausgetretenen Pfad und in der breiten Rinne zwischen Roslenfirst und den Kreuzbergen Abstieg. In der Rinne nehme ich Fahrt auf, es dämmert auch bereits. Es geht ja dann am K II vorbei und steiler hinab Richtung Unteralp. Auf einmal sehe ich vor mir einen zügig hinab steigenden Wanderer. Da denke ich, nanu, um die Zeit noch jemand hier oben? Das ist doch zu der Zeit mein Revier :-) Ich hole ihn ein und es stellt sich heraus, dass es ein weiterer hikr ist. Schöne Grüsse an dieser Stelle an 3614adrian.

Wir steigen zusammen ab, was für mich auf dieser bekannten Pflichtübung zum Schluss sehr angenehm war.

13:35 Sax (Brand)
15:30 Unteralp
17:00 K III
18:30 K IV
20:20 Sax (Brand)

Tourengänger: dani_


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