Südelhöhe - Hohganthütte - Furggengütsch (Vorgipfel?)


Publiziert von Olaf , 27. September 2010 um 20:48.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Emmental
Tour Datum: 9 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-LU 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Postauto von Flühli
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Mit dem Postauto von Südelhöhe nach Flühli
Unterkunftmöglichkeiten:Hohganthütte - sehr zu empfehlen!

Eine wunderschöne Tour, begangen mit zehn Kindern zwischen zwölf und vierzehn und vier erwachsenen Begleitern, inklusive Übernachtung auf der gemütlichen Hohganthütte. Da man den Hüttenaufenthalt vorher buchen muss, waren wir auf den Termin festgelegt und hatten Glück, dass wir die beiden schönsten Tage unserer insgesamt 2-wöchigen Ferienfreizeit erwischt hatten. Es war nämlich ziemlich verregnet in den ersten beiden Augustwochen 2010!  Naja - wie sagt man so schön - ein schönes Entlebuch kann nichts entstellen...
Gestartet sind wir in oder auf der Südelhöhe, an der Straße zwischen Flühli und Sörenberg. Von dort zunächst bergauf durch den Wald und dann über moorige Matten bis rauf nach Salwidili, von dort, immer entlang der Schrattenflue, runter nach Hint. Schönisei, und über die Emme. Hinter derselben geht es noch ein paar Kilometer in südwestlicher Richtung über Asphalt, bis man an einem Hof rechts abbiegt und über eine steile Wiese in den zunächst felsigen, später relativ morastigen Wald (voller Blaubeeren!) kommt. Durch diesen geht es dann nach Schluecht und von dort zur Hohganthütte. Nach und nach gibt der sich lichtende Wald unterwegs den Blick aufs Berner Oberland frei - sehr schön das! Die Tour hat mit vielen Pausen (Kinder!) ungefähr sieben Stunden gedauert und war mit unseren jungen Hüpfern gut zu schaffen. Ok, gelegentliches Maulen mussten wir in Kauf nehmen, dafür war die Ausgelassenheit riesengroß, als wir in der Hütte Quartier bezogen hatten. Holzofen anfeuern, Spaghetti kochen und anschließend in der letzten Sonne vor der Hütte verspeisen (unglaublich was für Mengen davon in so kleine Menschen reingehen :) ) hat dem städtischen Nachwuchs großes Vergnügen bereitet. Ebenso das gemütliche Bettenlager, der kalte Brunnen zum Waschen vor, und das Plumpsklo 50 Schritte unterhalb der Hütte im Wald - letzteres besonders bei Nacht mit Taschenlampe!
Aus meinem Plan am anderen Morgen den Sonnenaufgang von einem der Hohgantgipfel aus zu genießen ist dann angesichts des weitverbreiteten Schlafmützentums nichts geworden - wir sind erst um 9 nach einem ausgiebigen Frühstück los gekommen. Unterhalb des Sattels zwischen Hohgant und Furggengütsch kehrte dann der größere Teil der Gruppe um zur Hütte und wir sind zu zweit mit vier von den Kindern durch den Sattel vorbei am kalten Brünnli auf einen der Gipfel rechts des Sattels gestiegen. Ich vermute, dass es nicht der höchste Punkt war, aber was soll`s, die Aussicht war in alle Richtungen grandios! Wir sind dann nach kurzer Rast bei aufziehenden Wolken wieder hinunter zur Hütte gestiegen, wobei wir die leicht euphorisierten Kinder ans auf die Füße achten erinnern mussten - das war vielleicht der gefährlichste Abschnitt - zumindest hab ich mir da leicht Sorgen gemacht. Allerdings war diese Vierergruppe recht "geländegängig" und ich würde sagen, wenn man den Weg zur Hütte bewältigen kann, dann schafft man von dort auch den Aufstieg auf einen der Hohgantgipfel. Oberhalb der Hütte hatte es eine recht große Herde Steinböcke, denen wir sowas von egal waren, dass wir sie ziemlich aus der Nähe betrachten konnten. Das habe ich so auch noch nicht erlebt. 
Es gibt für den Weg von der Hütte ins Tal  wohl eine Alternative, über die Alp, die westlich unterhalb der Hütte liegt. Aber da ich es auf dem Hinweg geschafft hatte meine geliebte, 25 Jahre alte graue Regenjacke (1.Generation Gore-Tex) im Wald zu verlieren, blieb zumindest mir nichts anderes übrig als den Weg vom Vortag zu wiederholen und meine Begleiter waren so nett mit zu kommen. Danke an dieser Stelle auch an den anonymen Finder der mir das gute Stück ordentlich und gut sichtbar an einen Ast am Wegesrand gehängt hat! Jetzt kann ich versuchen ob es nochmal ein Vierteljahrhundert durchhält :)
Der Weg vom Fuß des Hohgant zurück nach Südelhöhe, von wo aus uns das Postauto zurück nach Flühli fuhr, zog sich dann etwas, vor allem die asphaltierten Passagen. Wenn ich die Tour nochmal mache, versuche ich glaube ich, ob man nicht direkt von Flühli, auf der Nordseite der Schrattenflue über den Hilferenpass  nach Kemmeriboden laufen kann, das könnte mit so einer Gruppe allerdings zu weit sein, zumindest hatte ich das vor der Tour so eingeschätzt. Im Nachhinein glaube ich fast, dass die Kinder auch das geschafft hätten. Egal - wir waren alle ziemlich glücklich am Ende!

Tourengänger: Olaf


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