Qashqai klingt wie uff Baseldytsch chasch hai!


Publiziert von Baldy und Conny Pro , 27. September 2010 um 19:55. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Jura
Tour Datum:26 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-JU 
Aufstieg: 65 m
Abstieg: 230 m
Strecke:Bémont-Pre Petit Jean-La Combe-Bollement
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW bis Glovelier. cff logo Glovelier Mit Bahn bis Le Bemont.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Bollement mit Bahn bis Glovelier. Achtung: Sonntags eingeschränkter Fahrplan
Kartennummer:Swiss Map

 
 ... im engeren Sinne stimmt das ja auch, denn im Jura ist der Basler  zuhause!
 
 ... bereits die Anreise mit Henrik im Nissan Qashqai war ein Highlight in Sachen Geschichte/Kultur und Kantonsgrenzen. Was wir da in kurzweiliger Erzählung zu hören bekamen, war äusserst amüsant (wie das ja auch in all seinen Berichten zu lesen ist). So verging die Zeit wie im Fluge und wir waren eigentlich viel zu früh in Glovelier. Also machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Grotte de Ste.-Colombe bei Undervelier; von hier liesse sich u. a. die Schlucht der Sorne besuchen, z. B. die Gorge-du-Pichoux (ein Bijou!).  Nach dem ersten Kaffee statteten wir noch der Chocolatière, der direkt an das Hotel/Buffet de la Gare angeschlossen ist, einen Besuch ab. Was da an Schoggi-Truffes angeboten wird, erfreut die Schleckmäuler: Pralinen mit Damassine (siehe unten), grüne Fees etc. Nachdem die Kalorien eingekauft waren, bezogen wir den nächsten Fensterplatz in der Chemin de Fer du Jura (CJ) – die Eigenwerbung spricht vom „Train rouge qui bouge“ - nach Le Bémont
 

 .... noch war es trocken, je höher die Bahn uns hinauf trug (bahntechnisch immer wieder eine Notiz wert die Spitzkehre bei Combe-Tabeillon), desto wolkenverhangener. Schliesslich  begann es leise zu tröpfeln: die bunten Jacken hervorgezupft und den Knirps aufgespannt, wanderten wir gemütlich tratschend vom Bahnhof aus  über die ebenen grünen Flächen  und durch die Forêt du Péché. Gleich nach dem Wald liegt wohl der ruhigst angelegte Fussballplatz, den ich kenne. Immer wieder fängt es an zu tröpfeln, mal ein bisschen mehr mal ein bisschen weniger. Bis kurz vor Pré Petitjean. Da fängt es richtig an aus Kübeln zu giessen. In weiser Voraussicht, dass wir da unbedingt Schutz brauchen, hat natürlich Henrik einen Tisch in der Auberge de la Gare reservieren lassen. Da haben ja schon ganz andere Hikr-Grössen mit Henrik diniert  (wir fühlen uns geehrt). Exzellente Küche. Bis wir fertig gegessen haben, lacht doch auch schon ab und zu die Sonne wieder und so marschierten wir auf dem Weg Richtung La Combe.  Dieser führt uns an der Bahnlinie entlang, was weiter jedoch nicht stört, im Gegenteil. Idyllisch gelegen der kleine See von Plain de Saigne (mit massivem Rastplatz-Mobiliar). Bald erreichen wir La Combe und da ja schon einige Zeit verstrichen ist seit der letzten Mahlzeit (eine Stunde Spazierzeit), kommt uns ein kurzer Zwischenhalt mit Kaffee und Apfelkuchen sehr gelegen.
 
 .... "Härzig" sind die Wirtsleute, welche den Ruhestand schon lange verdient hätten, aber das Buffet de la Gare noch mit viel Liebe und Herzblut in Schuss halten. Henrik hat jedoch sehr grosse Bedenken für den Fortbestand der Wirtschaft, wenn die Leute mal nicht mehr mögen. Wo kriegt er dann seinen geliebten heissen Schinken her? Hoffen wir, dass das noch lange nicht der Fall sein wird. Frisch gestärkt geht es durch den Wald von Côte d’Oye bis zur Haltestelle Bollement. Wir sind früh da und müssen eine knappe halbe Stunde warten. Aber die Zeit vergeht schnell, Henrik hat viel zu erzählen.


 .... da kommt ein Zug in Richtung Saignelégier, also in die entgegengesetzte Richtung.  Der Zug hält an, der Zugführer streckt den Kopf aus dem Fenster und meint, dass der Zug um 17.55 am Sonntag nicht fährt und wir  doch bis nach Saignelégier mitkommen sollten (schwarzgefahren).  Das war eine super Dienstleistung des Zugführers, er hätte ja auch einfach „vorbeidonnern“ können (Dienstleistung war auch ein grosses Thema, welches während unserer Wanderung zu angeregten Diskussionen führte)!


 .... zwischenzeitlich wurde es recht frisch und statt in der Kälte warten zu müssen, sind wir also wieder nach Saignelégier gefahren und haben dann dort doch noch ¾-Stunden gewartet ... Irgend etwas schien da nicht zu funktionieren, führte doch der Stationsleiter aufgeregte Telefonate. Wir hörten Wortfetzen wie Zug ausgefallen? Kein Bus vorhanden? Einige Biker standen auch etwas ratlos herum. Egal, pünktlich zur angegeben Zeit tauchte der Zug auf und wir konnten die gesamte Strecke im warmen Abteil nochmals abfahren bis zurück nach Glovelier.

 .... die Strecke ist offensichtlich auch ein Trottinet-Paradies. Die Strecke hat meistens etwas Gefälle und so rollen die Trottis ohne viel Aufwand von selbst. Sollte es allerdings dann mal ein bisschen ansteigen, bei 65 hm Aufstieg ja wohl eher weniger der Fall, gibt es allgemein lauthals ein Gefluche und Geschimpfe, von Kindern wie Erwachsenen.

 .... war für uns ein angenehmer, entspannter Tag, an dem wir viel lachen, diskutieren und zuhören konnten wie auch die Kulinarik inkl. Rahmtäfeli nicht zu kurz kamen!

Damassine: Die Jurakette scheint ein besonderes Entstehungsgebiet von Zwetschgen- und Pflaumensorten zu sein. Ein Produkt welches ursprünglich nur in der Region Ajoie kultiviert wurde.Die Pflaume ist sehr klein, kugelig bis länglich und rund zwei Zentimeter gross. Ihre Abstammung ist unsicher, aber es wird vermutet, dass es sich um eine lokale Selektion der Damas-Pflaume handelt, deren Wurzeln in Syrien liegen. Den Weg nach Europa fand sie durch den Grafen von Anjou, der sie während dem V. Kreuzzug um 1220 in Jerusalem entdeckt haben soll. 


  




 


Tourengänger: Henrik , Baldy und Conny


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Kommentare (2)


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Felix Pro hat gesagt: hübsche Alternative ...
Gesendet am 29. September 2010 um 06:49
zum Wintereinbruch

Informativ und originell hast du da, Angelo, euer Unternehmen im Jura dokumentiert. Gut speisend zu wandern ist ja schon eine gute Sache ...

lg Felix

Baldy und Conny Pro hat gesagt: RE:hübsche Alternative ...
Gesendet am 29. September 2010 um 17:11
hervorgezaubert durch Henriks Fundus an Jurawanderungen und der Bericht unter Henriks gütiger Beihilfe.
Wünsche Dir noch schnelle Genesung,
Gruss Angelo und Conny


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