Den Hochgang hochgegangen (und eine Orgel georgelt)


Publiziert von Polder , 24. September 2010 um 10:01.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:23 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 2050 m
Abstieg: 2050 m
Strecke:Vättis - Panära - Hus - Orgle 4 (2691) - Hochgang - Simel - Ramoza - Vättis

Wahrscheinlich last chance für den Hochgang dieses Jahr: Entgegen meinen Erwartungen konnte ich den Anmarsch von Vättis nach Panära nicht per Autostopp verkürzen. Seit die (prächtig gelegene) Alp wieder mit GVE bestossen wird, ist der Weg mit einigem Aufwand für die modernen Monster(euter)kühe zT neu angelegt und ausgebaut worden.  Das Dacherl von Panära (ein prächtiger Grasfirst vor düsteren Wänden) erreicht man dann in einem weiten Bogen in den Schatten der Panärawand ausholend. Für den weiteren Verlauf wähle ich die untere Variante: der Anfang der oberen Querung sieht nicht besonders einladend und auch etwas steinschlägig aus, während dem sich der NW-Rücken der Orgle 5 über das einsame Kar des Hustäli grossteils recht bequem über schöne Grasböden sowie einige Rinnen und Schrofen erreichen lässt (T4) - die 150 zusätzlichen Höhenmeter sind m.E. bestens investiert. Obschon sie etwa so einladend wirkt wie das obere Tatelishorn, gönne ich der Orgle 4 (Pt. 2691) einen Abstecher - wie auch könnte man den prestigiösen "Hauptgipfel der mittleren Orglen" (Zitat Führer) rechts liegen lassen! Die Orgelmusik dazu: Im Aufstieg ein Scharren und Klirren in moll, im Abstieg dann ein  noch lauteres, aber freudiges Allegro in den gleichen gerölligen Klangfarben! Zuoberst verlangte die Überwindung einer finalen, unten kurz überhängenden Felstufe sogar bauliche Anstrengungen in Form eines ca. 50cm hohen Steinpodestchens (T5-/B2 - ein Schulterstand ist ja solo etwas schwierig...)! Der Gipfelklotz der unbedeutenden Orgle 5 erschien mir - wiederum entgegen den Angaben im Führer! - auf den ersten Blick nicht einfach zu überwinden, es sei denn, man ziehe die Konstruktion eines meterhohen Kunstbaus in Erwägung (B6+).... In der Pause der Orgelmusik (auf dem Gipfel) boten sich in aller Ruhe ein erbauliches Panorama gen O und S mit der gesamten Bündner Prominenz und packende Nahblicke gen W. Zurück auf ca. 2400 wandte ich mich dem eigentlichen Hochgang zu: Besonders am Anfang ist er durchaus exponiert, allerdings erleichert ein recht gutes Pfädlein das Vorankommen. Wegen der Exponiertheit, einiger zu querender Runsen und des rutschigen Schieferschutts gebe ich ihm aber doch ein gutmütiges T5. Ungemütlich würde es mE weniger bei Nässe (feucht ist's eh schon), dafür aber dann, wenn der Schieferschutt gefroren und/oder mit Wassereis versehen ist (wegen der Schattenlage dürfte dies ab ca. Anfang Oktober wohl fast die Regel sein...). Vom Hochgang lohnt es sich der schwindelerregenden Tiefblicke wegen, dem prächtigen Graspodest ca. 30 Hm tiefer nordöstlich einen Besuch abzustatten! Von dort kann man dann auch grad nach S queren, um dann absteigend den W-Fuss des Ofens zu gewinnen (T4); diesen südlich umgehend gelange ich schliesslich auf den Simel mit seinem schönen Riesensteinmann. Danach ein selten effizienter und bequemer Abstieg: Oben seidenweiche Grasflanke, unten dann steile, meist stufenlose Weglein, die einen fast mühelos in die Tiefe tragen. Am Schluss wähle ich das ebenfalls bequeme Weglein über's Föhrenbödeli, das - entgegen den Angaben des Führers - ohne Autostopp sicher schneller ist. So reicht's mir gerade noch auf's 17.44-Poschi - wie immer auf dieser Strecke ein Schneckenposchi sondergleichen!

Tourengänger: Polder



Kommentare (1)


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GingerAle hat gesagt: B6
Gesendet am 25. September 2010 um 06:15
den mit den baulichen Massnahmen werde ich mir merken :-)


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