Wildkarspitze 3174m - Hochstubaihütte


Publiziert von Kris , 27. September 2010 um 02:23.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum: 2 August 2007
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1250 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Wohnhaus Fiegel - Seekarsee - Oberes Seekar - Wildkarspitze - Hochstubaihütte - Laubkartscharte - Laubkarsee - Kleblealm - Sölden (ca. 13km)

Kostenlos geführte Bergtour auf die Wildkarspitze, mit der darauf stehenden Hochstubaihütte - die zweithöchste Hütte der Umgebung (nach dem Brandenburger Haus auf 3277m Höhe in der Nähe der Weißkugel).

Die Tour startet eigentlich in Sölden, da das Windachtal nicht befahren werden darf - die Tourleitung hat uns aber netterweise einen Busshuttle zum Wohnhaus Fiegel (1903m), welches noch hinter der Lochlealm liegt, organisiert. Ziemlich holprige Angelegenheit - aber so erspart man sich die langwierige Talhatsch.

Die Gruppe bestand aus etwa 15 Personen - von denen allerdings noch mehere aussteigen (Herzprobleme, trotz recht geringer Höhe zu diesem Zeitpunkt. Vom Schwierigkeitsgrad keine Tour für die man einen Führer benötigt, aber dem geschenkten Gaul schaut man eben nicht ins Maul.

in steilen Serpentinen geht es erst durch grasiges Gelände - der Weg war nicht immer deutlich zu erkennen. Dann bestimmen Geröll, Schutt und große Blöcke die Tour. Schnell erreicht man den Seekarsee (2655m). Von dort aus geht es zunehmend über Geröll und in Serpentinen zum wuchtig wirkenden Felsaufschwung zwischen Hohem Nebelkogel (3211m) und Warenkarseitenspitze (3345m) - genannt Himmelsleiter. Vorher stößt man noch auf ein Notbiwak (2874m) und einen etwas tiefer gelegenen See (Oberes Seekar 2826m), bevor der eigentliche Felsaufschwung beginnt, der allerdings mit Drahtseilen abgesichert ist. Da das Gelände insgesamt relativ brüchig ist, sollte man die Absicherung beherzigen. Meistens handelt es sich tatsächlich um Gehgelände (von unten kaum vorstellbar) - wenige Kraxelstellen, bei denen auch mal die Hände außerhalb des Drahtseiles zum Einsatz kommen erreichen nicht einmal den ersten Grad. (T4)

Hat man die Himmelsleiter (gegen Ende sehr steil!) bezwungen, baut sich vor einem ein erstaunlich flaches Gelände auf, aus dem die Wildkarspitze mit der darauf gebauten Hochstubaihütte nur leicht heraussticht. Nun hätte man die Möglichkeit auf den links liegenden Hohen Nebelkogel (3211m) zu steigen - oder weglos auf die Warenkarseitenspitze (3345m) auf der rechten Seite. Beide bewegen sich im moderaten Schwierigkeitsgrad (max t4+, I). Innerhalb weniger Minuten waren wir mit unserer Großgruppe an der Hochstubaihütte (3174m) bzw. Wildkarspitze (3174m) und genehmigten uns eine intensive Pause.

Das Essen hat mir leider nicht geschmeckt, lag aber wahrscheinlich an meiner Auswahl, den anderen erging es da besser. Da noch ein weiter Abstieg wartete, machten wir uns bald daran gen Sölden zu schreiten. Gipfelsammler haben nun noch die Möglichkeit das 3112m hohe Östliche Dürrnkögele bzw. das 3133m hohe Westliche Dürrnkögele zu besteigen, scheinen allerdings ziemliche Schutthaufen zu sein, allerdings braucht es auch nur etwa 40-50 Meter Gegenanstieg. Leider nahmen wir keinen meiner aufgezählten Gipfel mit, das is das Schlechte an solch einer Großgruppe. In Schutt und Blockkletterei geht es steil bergab - Konzentration ist gefragt. (I)

Leider verschlechterte sich das Wetter - es fing an in Strömen zu regnen und nun passierte im Blockwerk und Geröllgelände das, was eigentlich nicht passieren dürfte. Ich rutschte aus (zum Glück im Absturzsicheren Gelände!) und fiel etwa einen halben Meter auf Fels und auf meinen Miniskus. Der weitere Abstieg war nun geprägt von Schmerzen. Da immerhin noch über 1000 Meter Abstieg folgten, war es eine regelrechte Qual. Allerdings ging es mir noch so gut, das die Bergwacht nicht notwendig war. Das hätte auch noch gefehlt. Nun waren die übergangenen Gipfelziele nicht mehr wichtig, die Natur wurde weniger enthusiastisch betrachtet, der Schmerz überwog.

Zumindest gab es nach der Laubkarscharte (2760m) am schönen Laubkarsee (2680m) die nächste Pause und Entspannung für mein Bein. Zusätzlich gab es noch die Erleichterung, dass das Gelände leichter wurde - von Geröll zu normalem Pfad an steilen Almwiesen und durch Wald.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir dann an der Kleblealm (1970m) an und gönnten uns eine weitere Jause. Ein Glück wurden wir von dort ins Tal gefahren - unüblich, denn eigentlich warten noch weitere 600 Höhenmeter Abstieg - 600 Höhenmeter die an diesem Tag defintiv zu viel gewesen wären. Ich war heilfroh endlich im Tal angekommen zu sein und nun mein Bein schonen zu können - schließlich wartete ein paar Tage später die Traumtour mit der Besteigung auf die Wildspitze - was allerdings ebenfalls eine schmerzvolle Angelegenheit werden sollte - trotz Fußschiene.

Eine schöne, relativ einfache Tour auf eine der höchsten Hütten der Umgebung, bei deren Besteigung viele 3000er quasi im "Vorbeigehen" je nach Belieben und Können mitgenommen werden können.
Das der Unfall das Ganze für mich weniger positiv da stehen ließ, ändert nichts an der eigentlichen Schönheit der Tour.


  • KONDITION 3/5
  • ORIENTIERUNG 2/5
  • TECHNIK 1,5/5
  • EXPONIERTHEIT 2/5

[Tour mit Vater, Paula und Großgruppe (inkl. Bergführer, kostenlos)]

Tourengänger: Kris


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