The dirty dozen oder: Spezialroute zur Grande Dent de Morcles


Publiziert von Zaza , 23. September 2010 um 12:11.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:22 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-VD 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 2600 m
Abstieg: 2350 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Seilbahn von Dorénaz nach Champex d'Allesse, etwas mühselige Anschlüsse
Unterkunftmöglichkeiten:Cabanes Demècre, Sorniot, Fenestral, Tourche, Chalet Neuf...grosse Auswahl!
Kartennummer:1305

Die Grande Dent de Morcles ist als einer der allerbesten Aussichtspunkte der Romandie bekannt. Um den legendären Tiefblick ins Rhonetal, zum Genfersee und zum Gebiet des Mont Blanc geniessen zu können, stehen zwei relativ einfache Normalrouten zur Wahl, von der Cabane du Fenestral (blau-weiss markiert) oder von der Cabane La Tourche (inoffiziell markiert mit gelben Zeichen und Steinmännern). Heute wollte ich jedoch eine spezielle Route begehen und stellte dabei nach und nach fest, wieviele Gipfel da unterwegs überkraxelt werden können oder müssen. Und dann gab es noch die Nummer 13, doch dieser Schuft wollte mich auch heute wieder nicht haben...aber dazu später.

Gestartet bin ich in Champex d'Allesse, einer hübschen Siedlung auf dem Hang oberhalb Dorénaz. Die öV-Anreise erwies sich als recht mühsam: Von Bern bis Martigny dauert die Reise etwa 1 h 40, von Martigny bis Champex d'Allesse (ca. 5 km Luftlinie) nochmals 1 h 35. Naja, was soll's - wem es nichts ausmacht, noch ein paar zusätzliche Höhenmeter zu machen, der kann auch in Branson starten (bessere Fahrpläne). Auf markierten Pfaden ging es nun zum Einlaufen zur Cabane de Demècre, dabei konnten schon mal die ersten drei Gipfel besucht werden (mit etwas Abweichen vom Pfad). Nach dem Lui Crève geht es über den Grat nicht mehr weiter, es sei denn, man wäre willens und fähig, eine Erstbegehung der Südwand des Six Tremble zu machen. Das trifft für mich nicht zu, also folgte ich dem Pfad, der auf der Westseite in den Hang Les Lettes führt (orange Zeichen) und danach in den Pass P. 2584 auf der Nordseite des Six Tremble.

Ein Band führt nun etwas ausgesetzt in die NE-Flanke des Gipfels. Einige verblasste rote Punkte gaben hier die Bestätigung, dass ich auf der richtigen Route war. In der Flanke stieg ich ziemlich direkt gegen den Gipfel, dieser Abschnitt verlangt Vorsicht, weil das Gestein ziemlich brüchig ist und ein Ausrutscher fatale Folgen hätte.

Danach folgte ich möglichst dem Grat, einzig unmittelbar nach P. 2584 schien es ratsam, etwas in die Flanke des Grand Cor auszuweichen. Im Aufstieg zur Pointe de la Grand Vire war auf dem Grat eine etwas knifflige Kletterstelle zu bewältigen (II), danach immer plattiger bis unter den Gipfelaufbau der Grande Dent de Morcles. Anstatt der Markierung zu folgen, querte ich über das Band (Vire du Grand Cor), weil ich noch einmal einen Versuch bei der Petite Dent de Morcles machen wollte. Das Band ist gut begehbar und man kommt an zwei alten Kavernen der Armee aus der Zeit des 2. Weltkriegs vorbei. Nach der Kreuzung des Couloir du Nant Rouge (Normalroute von La Tourche) querte ich weiter, den roten Zeichen folgend, Richtung Petite Dent. Am Ende der Querung stand ich zum zweiten Mal vor dem "Petit Mur dallée" (eine plattige Wand von etwa 15 Metern), die man abklettern müsste, um zum einfachen Schlussaufstieg anzusetzen. Auch der zweite Augenschein zeigte, dass dies ungesichert für mich nicht machbar ist. Das ist wohl die schwierigste markierte Route, die ich kenne...

Also unverrichteter Dinge retour und durch den Nant Rouge auf die Grande Dent. Danach ging ich über den Ostgrat weiter zur Tête Noire (unschwierig) und Richtung Tita Sèri. Dieser Gipfel kann in der SW-Flanke erklommen werden. Ich wählte nach Rucksackdepot eine Route durch zwei kurze Kamine, die oben auf ein Geröllfeld führen. Es gäbe wohl auch andere Möglichkeiten.

Der Abstieg erfolgte via Col du Fenestral und Petit Pré nach Ovronnaz. Man könnte aber auch in der Hütte übernachten und die Gratwanderung am nächsten Tag fortsetzen - entweder Richtung Cabane Rambert oder über den Grand Chavalard hinweg.

PS:
Mit kleinen Abweichungen vom Grat könnte man noch einige weitere unbedeutende Gipfel abklappern, wie etwa Mont Bron oder Pointe de Beséry.

Tourengänger: Zaza


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Kommentare (13)


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akka hat gesagt: Wunderbar
Gesendet am 23. September 2010 um 12:25
Da kann man nur gratulieren zur Kreativität bei der erfolgreichen Lösung von 12 Aufgaben innerhalb 8 Stunden, den verbrannten Kalorien, den wunderbaren Panoramen und dem herzzerreissenden Wetter.
Es gibt an einem septemberlichen Mittwoch tatsächlich noch schöneres, als 13 Stunden in der Bude zu schuften...

Gruss
Jörg

Zaza hat gesagt: RE:Wunderbar
Gesendet am 23. September 2010 um 13:40
Ciao Jörg,

merci! Ursprünglich war ja nur ein Besuch beim Six Tremble geplant gewesen. Aber einerseits bot die lange Zugsreise viel Gelegenheit, um die Tour genauer zu planen. Und ansonsten kommt ja mit dem Essen der Appetit...

Gruess, Manuel

Henrik hat gesagt: ...auf Einkaufstour...
Gesendet am 23. September 2010 um 13:32
wie andere Food in den Korb legen, bist du am Cret(eln). Schampar guet!

Gruess

Henrik

mde hat gesagt: Petit Mur
Gesendet am 23. September 2010 um 16:07
In den Kletterführern wird die Stelle mit 2c angegeben, und das ist sie mit Sicherheit auch mindestens. Es ist ziemlich plattig und man braucht schon etwas zutrauen in seine Fähigkeiten. Vor allem, wenn man sie zuerst im Abstieg machen muss...

Sichern kann man übrigens auch nicht gut (oder stecken jetzt Haken obendran?). Wir sind mal über die "Forteresse du Vide" in der SW-Wand hoch, im Abstieg (Aufstieg über die Petit Mur) habe ich meine Frau per Schultersicherung gesichert, da sie sich (nach einer 6b-Route!) in diesem ausgesetzten Gelände seilfrei nicht wohl fühlte, und ich keinen wirklich zuverlässigen Fixpunkt ausmachen konnte.

Zaza hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 23. September 2010 um 16:34
nun, von Seilkunde habe ich keine Ahnung, aber vielleicht liesse sich eine Schlinge um einen Felskopf legen an der oberen Kante. Haken hat's jedenfalls keine. Von oben betrachtet war ich mir auch nicht so sicher, ob ich das im Aufstieg machen möchte, auf den obersten Metern sind die Griffe eher spärlich. Sonst wäre R. 721 (Nant Vert) immerhin noch eine Möglichkeit, um die Petite Dent ohne Kletterkünste zu erreichen.

Naja, jedenfalls trifft die Schwierigkeitsbewertung "L" des SAC-Führers hier sicherlich nicht zu.

Bertrand Pro hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 24. September 2010 um 14:15
Je suis passé plusieurs fois là (toujours à la montée, c'est vrai), la 1ère avec Agnès après l'Arête du Roc Campion, la dernière fois en chaussures de trail après la Forteresse du Vide...c'est à mon avis plus impressionnant que difficile, une fois que tu es engagé il a toujours de bons appuis et de bonnes prises sans aucun endroit traitre. Pour un pro comme toi, il n'y aurait aucun souci. C'est sans doute le seul passage que j'ai trouvé simple et ou tu as fait 1/2 tour - alors qu'il y a surement des dizaines de T6 ou tu passes en courant et où moi j'appelle les secours...

Zaza hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 24. September 2010 um 14:58
j'ai pensé que c'était peut-être un "jour sans" lors du premier demi-tour en 2007 - et c'était la raison pour laquelle je l'ai essayé encore une fois: Décidément impossible pour moi à la descente et sans au moins une main courante. Win some, lose some...

A+

zaza

Hurluberlu hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 9. Mai 2011 um 18:33
Je reviens dépoussiérer ce fil laissé en suspens depuis des lustres pour apporter ma pierre à l'édifice. En fait, le guide du CAS classe le couloir du Nant rouge F et le pas que tu mentionnes II. D'après les photos, cela a l'air impressionnant sans plus, mais les photos le sont toujours. D'où ma question: est-ce le rocher qui est très friable? Par ailleurs, le couloir du Nant Vert n'a pas l'air d'être un cadeau non plus d'après le même guide( qui parle tout de même d'une "escalade plutôt désagréable"). Je suis à la fois tenté et effrayé par l'impression de Manu.

Bertrand Pro hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 10. Mai 2011 um 08:39
Le petit mur est en rocher bien purgé par les passages, pas de souci à ce niveau là. Quant à savoir si c'est du II, du II+ ou du III-, ça dépend des pays et des sensibilités...je pense simplement qu'il faut essayer de le faire à la montée (comme ça on regarde en haut et on ne se pose pas de questions !)

Hurluberlu hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 10. Mai 2011 um 22:48
Bertrand, en effet, ce serait plus simple mais encore faut-il arriver au sommet par le couloir du Nant Vert, et apparemment, c'est pas simple non plus.

Bertrand Pro hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 11. Mai 2011 um 08:14
Exact, j'avais oublié ce détail...je suis à chaque fois arrivé en haut par une voie d'escalade (en second !), donc la question de la montée ne se posait plus...Le + simple est peut-être de faire un AR avec rappel à la descente du mur et escalade facile au retour !

Zaza hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 11. Mai 2011 um 08:51
ah, le rappel avec la corde gonflable ;-)

En effet, l'ancrage pour le rappel pourrait poser des difficultés...on pourrait mettre un spit, horreur pour les puristes!

Bertrand Pro hat gesagt: RE:Petit Mur
Gesendet am 11. Mai 2011 um 09:05
Certes, mais bon on est en Suisse, pas à Chamonix ou dans les Pyrénées...et puis comme le disait l'inoubliable Georges Livanos dans "Au delà de la verticale" : "Mieux vaut un piton de plus qu'un grimpeur de moins, surtout si ce grimpeur c'est moi !"


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