Halserspitz (1.862 m) über den Blaubergkamm.


Publiziert von Gemse , 21. September 2010 um 16:04. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Bayrische Voralpen
Tour Datum:25 August 1977
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 1 Tage 7:30
Aufstieg: 1760 m
Abstieg: 1760 m
Strecke:Wildbad Kreuth - Wolfsschlucht - Blaubergkamm - Wildbad Kreuth (17,5 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Tegernsee auf der B307 bis Wildbad Kreuth
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Bei einem Notabstieg die Gufferthütte
Kartennummer:AV-Karte Bayerische Alpen BY 13

Da ich das Schweizer Bewertungssystem der Klettersteige nicht verstehe, bewerte ich nach dem Deutsch/Österreichischen System: 2 - A/B
 

Ich schreibe diesen Alt-Bericht, da bisher offensichtlich noch kein Bericht vorliegt.

 Den Abschluss des lieblichen Tegernseer Tales bildet die langgezogene, von Osten nach Westen sich erstreckende, mehrgipfelige Kette der Blauberge, nordseitig mit steilen Felsabbrüchen bewehrt, während auf der Südseite die Almwiesen oberhalb des Waldgürtels bis an den Grat heranreichen.
 
Die Blauberge markieren die deutsch-österreichische Grenze; höchster Gipfel ist mit 1861 Meter die Halserspitz als östlicher Eckpfeiler. Diese Berge sind schon von Tegernsee aus zu sehen, wenn man am Schiffsanleger beim Kloster steht und zwischen Hirschberg und Wallberg hindurch nach Süden blickt. Bei Gegenlicht wird der Kamm von blauem Dunst überspült; davon dürfte auch der Name Blauberge herrühren. Allerweltsberge sind es beiliebe nicht! Obwohl es kaum eine Publikation für die Tegernseer Berge gibt, in der nicht nachdrücklich auf den einsamen Kamm hoch über dem Wildbad Kreuth hingewiesen wird, kann man sicher sein, dort dem Massentourismus nicht zu begegnen. Denn: Wer steigt heute noch 4 1/2 Stunden – denn so lange dauert der Weg von Wildbad Kreuth zur Halserspitz – zu Fuß auf? In den Bayerischen Voralpen ist eben die Versuchung sehr groß, sich von einer Seilbahn zur Höhe gondeln zu lassen. Vielleicht aber regt die nachstehende Beschreibung zu dieser Kammpromenade über die Blauberge an - allerdings sollte die Tour nicht an einem Hochsommertag unternommen werden, da es unterwegs keine Wasserstelle gibt und der Weg an heißen Tagen sehr ermüdet. Am besten eignet sich bedecktes Wetter oder der Spätherbst.
 
Geparkt wird zwei Kilometer südlich von Kreuth auf der Ostseite der Bundesstraße 307, ein Stück vor der eisernen Weißachbrücke, wo auch die Busse halten. Auf einer Privatstraße erreiche ich in 1/4 Stunde das sehenswerte Wildbad Kreuth.
Der Weiterweg ist voller Abwechslungen. Den Tafeln nach hinunter zu den Siebenhütten, ursprünglich ein mal sieben einsam gelegene Almhütten, die sieben Bauern gehörten, heute eine bewirtschaftete Ausflugsalm mit oft regem Betrieb. Auf einem Steg über den ungestüm dahinfließenden Hofbauernweißach, worauf ein Wegweiser links in Richtung Wolfsschlucht - Schildenstein zeigt. Im Wald mäßig ansteigend erreiche ich bald die Königshütte. Nun geht es dem ersten Höhepunkt entgegen: an der Felsweißach entlang und durch die Klause zur wildromantischen Wolfsschlucht. Bei Regentagen ist es dort düster, um nicht zu sagen unheimlich. Wasserfälle ergießen sich den Wildbach, bis weit in den Sommer hinein liegen noch Altschneereste.
Die Tafel „Gefährliche Wegstrecke" ist als Mahnung für so genannte Halbschuhtouristen angebracht. Für sie gilt: >Bis hierher und nicht weiter!< Der Weg entwickelt sich nämlich zum ausgesetzten Steig, ist aber an allen erforderlichen Stellen drahtseilgesichert. Weiter oben kann es vorkommen, dass der Pfad, vor allem nach starken Regengüssen, stellenweise abgerutscht ist. Dann besondere Vorsicht!
Die roten Farbkleckse der Wegmarkierung leiten schließlich über Almwiesen hinauf in einen Sattel südöstlich des Schildensteins. An dieser Stelle, ungefähr 2 1/2 Stunden von Wildbad Kreuth, habe ich die Höhe erreicht und die größten Steigungen geschafft. Zum Schildenstein, der allerdings nicht mehr zu den Blaubergen gehört, sind es vom Sattel 40 Minuten. Mein Hauptinteresse gilt jedoch dem Blaubergkamm, der mich für längere Abstecher gar keine Zeit lässt.
Vom Sattel  in östlicher Richtung über Wiesen ansteigen, die im Sommer ein tiefblaues Meer stengelloser Enziane sind - rechts unten die Blaubergalmen -, zum ersten Gipfelpunkt, der 1766 Meter hohen Wichtelplatte, einer der drei, aus dem Kamm nur unbedeutend herausragenden Erhebungen. Großartig sind die Tiefblicke über die Nordabstürze und hinaus ins Tegernseer Tal, im Süden steht im Vordergrund die Gipfelwelt des Rofan.
In gut 1/2 Stunde wandern wir auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol, streckenweise etwas unterhalb des Kamms, über die Blaubergschneid (1786 m) zum gleichhohen BIaubergkopf, beide nur durch einen sanft ausgeprägten Wiesensattel voneinander getrennt. Später, auf der Karspitze, zweigt rechts ein Weg ab zur Gufferthütte, den wir unbeachtet lassen. Das große Kreuz auf der Halserspitz ist richtungsbestimmend. Zum Schluss über Schrofen empor zur Spitze und damit zum höchsten Punkt (1861 m) der Wanderung.
Im Abstieg halte ich mich (vom Sattel vor dem Gipfel) an den schrofig-felsigen Nordgrat beziehungsweise an seine linke, westliche Seite. Der Steig windet sich durch Latschen, ist anfangs noch ziemlich steil und auch ausgesetzt. Drahtseile wären an solchen Passagen wirklich kein Luxus!
Über den Rücken zwischen dem Tal >In der langen Au< (rechts) und der Hofbauernweißach zum Platz, auf dem einst das Stangenhäusl stand. Die Steilheit nimmt ab. Durch Wald zur Weinbergjagthütte und über den Weißenbachkopf (1353 m). Danach wieder steil in Kehren hinunter durch Hochwald zur Hohlensteinalm und von dort weiter talauswärts, bei der zweiten Brücke rechts des Bachs weiter – also nicht direkt nach Siebenhütten! - und über Wildbad Kreuth zum Parkplatz.

Bergsteiger: Karl u. Brandy
 
Wichtige Angaben:
 
Tageswanderung für Trittsichere und Schwindelfreie. Effektive Gehzeit: 7 bis 7 1/2 Stunden. Insgesamt zu bewältigende Steigung: etwa 1200 Meter. Günstigste Jahreszeit: Anfang Juni bis Ende September. Weniger Geübte (Kinder) sollten in der Wolfsschlucht besser an die Reepschnur genommen werden. Proviant und viel zum Trinken mitnehmen!

Ich habe festgestellt, dass die Bilder auch auf einer anderen Internetseite veröffentlicht sind.
Ich kann einen Nachweis der Bilder nicht mehr führen, da meine Dias durch einen Umzug verschwunden sind.  Ich habe deshalb meine Bilder gelöscht (Datenschutz).


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Tourengänger: Gemse


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Geodaten
 4900.gpx Halserspitz übern Blaubergkamm

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Kommentare (2)


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Felix Pro hat gesagt: Auch diesen Steig würd ich mir gern anschauen ...
Gesendet am 16. Dezember 2010 um 06:42
mit oder ohne exaktes Datum: Danke für den interessanten Tourentipp, Karl!
Mir steht dasselbe Unterfangen bevor - gegen 5'000 Dias sollen digitalisiert|gescannt werden ...
Ich merke mir auf jeden Fall diesen langen, doch abwechslungsreichen Bergweg.

lg Felix

Gemse hat gesagt: RE:Löschung der Bilder
Gesendet am 13. Juli 2011 um 21:55
Ich habe festgestellt, dass die Bilder auch auf einer anderen Internetseite veröffentlicht sind.
Da ich einen Nachweis der Bilder nicht führen kann, da meine Dias weg sind, habe ich meine Bilder gelöscht aus Datenschutzgründen

LG Karl


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