La Grande Ciamarella (3676), markanter Berg mit zwei Seiten


Publiziert von windi , 20. September 2010 um 20:41.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum:10 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 1840 m
Abstieg: 1840 m
Strecke:14 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Turin nach Lanzo und bis ans Ende des Val di Ala. Pian della Mussa, 1840
Kartennummer:massif & parc national de la Vanoise, IGN France, 1:50000

Im Vanoise-Nationalpark und östlich davon gibt es richtige Klötze von Bergen. Hier ist es nicht so wie im Zillertal, wo kleine Zacken an den Graten aufgereiht sind; hier sind die Berge wirklich Berge. Und sie haben wohlklingende Namen: Ciamarella, Bessanese, Rochemelone, Tsanteleina usw.
Bevor es zur Sache geht, vorm Einstieg in die Gletscherschlifffelsen, bei HM 2800 oder 2900 führen Wegspuren aussichtsreich über weiches schiefriges Gestein an der Geländekante entlang, steil über der Pian della Mussa. Hier, im Anblick des imposanten, zerklüfteten Gipfelaufbaus möchte man lange rasten und schauen. Eigentlich ist es hier spektakulärer als am Gipfel.
Der kleine Gletscher wird im aperen, relativ flachen Bereich gequert und man erreicht ohne Probleme die große, öde, schottrige Westflanke der Ciamarella, in der mehrere Trassen vorhanden sind. Die Steilstufe bei ca. 3550 wird links umgangen und der Rest zum Gipfel in leichtem Gelände von NW aus bewältigt.
Weil ich die Grödel dabei hatte und den langweiligen Westhang im Aufstieg vermeiden wollte, betrat ich den hartgefrorenen, spaltenarmen Gletscher weiter links im steileren Bereich und querte ihn Richtung Col de la Ciamarella, welcher unschwierig zu erreichen ist. Um freie Sicht auf den Glacier des Evettes zu bekommen, stieg ich auf Schuttbändern und in gut gestuftem Fels, auf der Südseite an einem Gratturm vorbei noch ein Stück Richtung Petite Ciamarella. Der stark ausgedünnte Gletscher war aber dann eine Enttäuschung.
Der NW-Grat der Grande Ciamarella enthält keine Kletterei. Nur eine Stelle ist etwas unangenehm, weil man bei der südseitigen Umgehung des Gratturms auf einem schottrigen Band in steilem Gelände queren muß (am 10.9.10 lag dort auch stellenweise Schnee). Die Gipfelzone ist zum Teil verfirnt. Ich hab knapp unterm Gipfel für ein kleines Eisfeld noch einmal die Grödel angezogen. Diese Schwierigkeit wäre aber sicher auch zu umgehen gewesen.
Beim Abstieg bietet sich ein Abstecher zur schön gelegenen Gastaldi-Hütte an. Er kostet ca. 100 HM  Wiederanstieg. Ich habe es genossen, auf dem von der Hütte nach SO ziehenden kleinen Höhenrücken länger zu rasten. Der Blick auf die Dreitausender und die darunter liegende Urlandschaft mit ihren Moränen, Bächen und Seen ist dort wunderbar.
An der Hütte standen ein paar Rucksäcke. Auf der ganzen Tour an jenem Freitag habe ich ansonsten keinen einzigen Menschen gesehen!

Tourengänger: windi


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