Ledena Pećina (2170m), Bobotov Kuk (2523m), Benzimeni Vrh (2487m)


Publiziert von Tef Pro , 14. September 2010 um 21:29.

Region: Welt » Montenegro (Crna Gora) » Durmitor
Tour Datum:27 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: MNE 
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:vom Ortszentrum Zabljak Richtung Crno Jezero bis zum Pakplatz
Kartennummer:Geokarta Durmitor and Tara Canyon, 1:25000; zu bestellen bei www.mapsofbalkan.com

Der mit Abstand am meisten bestiegene Gipfel Montenegros ist mit Sicherheit der Bobotov Kuk, vierthöchster Gipfel des Landes.
Grund für den Ansturm ist wohl, weil er fälschlicherweise als höchster Gipfel des Landes „vermarktet“ wird und recht leicht (T3) und von Süden auch mit relativ wenig Höhenmeter zu ersteigen ist. Wir hatten Glück und waren am Gipfel alleine, etwas später konnten wir vom Nachbargipfel so 20-30 Menschen beobachten.

Er ist auf alle Fälle der höchste des Durmitor und eine imposante Erscheinung, besonders wenn man ihn von Norden angeht. Verknüpft man das Ganze noch mit dem Besuch der unglaublich beeindruckenden Eishöhle Ledena Pecina und dem landschafltich wunderschönen und alpinen Übergang vom Bobotov Kuk zum Benzimeni Vrh wird daraus eine wahre 5-Sterne Tour (wenn auch eine recht lange).

Los geht es von Zabljak, oder man fährt noch etwas Richtung Crno Jezero. Spätestens beim Fahrverbotschilds geht es nur noch per pedes weiter. Hier sitzt seit Kurzem jemand und kassiert 2 € pro Person Eintrittsgebühr für den Nationalpark. Wer das Ganze nicht zahlen will, biegt vorher rechts ab und kommt so von der Seite zum See.
Wer löhnt, darf auf der Teerstraße in wenigen Minuten durch dichten Nadelwald bis zum See vorgehen. Sehr schön spiegeln sich die Berge im Wasser. Wir gehen am See rechts und wenden uns vor einem Bachbett wieder rechts in den Wald und folgen der Markierung, die uns zu einer Lichtung bringt. Über die geht es hinweg und dahinter einen Hang hoch zu einem Forstweg (hierher wäre man gekommen, wenn man die Eintrittsgebühr nicht zahlen will). Nun geht es nach links zunächst wieder in eine Senke hinab, danach eine gute Weile im dichten Wald stetig empor.
Recht unvermittelt tritt man aus dem Wald und sieht die schöne Karstlandschaft des Durmitor vor sich. Gleich hier kommen wir zu einer Verzweigung: geradeaus geht es auf direktem Weg zum Bobotov Kuk, wir wählen den rechten Pfad Richtung Ledena Pećina. Es geht nun durch eine von Latschen bewachsene Dolinenlandschaft, die Ausblicke werden dabei immer schöner, in Richtung eines markanten Felsspornes. Zuletzt geht es links davon eine steilere Felsrinne hoch, ab und zu muß man auch mit den Händen zufassen, und oben am Sattel nach rechts zum Fuß der Felswand, wo sich eine beeindruckende Höhle auftut.
Und es ist vor allem wegen der Hitze unglaublich, daß man nun über ein steiles Firnfeld absteigen muß (T4). Dies kann durchaus zu Problemen führen, falls es zu vereist ist. Wir haben Glück und können vorsichtig absteigen. Unten stehen wir in einer bezaubernden Landschaft zwischen Stalagmiten aus Eis. Doch um uns nicht zu erkälten, müssen wir bald wieder rausklettern in die Sommerhitze.
Nun geht es rechts weiter und hinab in einen tiefen Dolinenkessel, wo wir wieder auf den „Normalweg“ treffen. Hier geht es in südlicher Richtung in den fantastischen Kessel Valoviti Do, umgeben von einer beeindruckenden Felswelt. Zwischen Felsbrocken und über Schneefelder geht es auf eine Einsattelung, dem Velika Privija Pass (2351m), die zuletzt steil über eine Rinne erreicht wird.
Von hier blicken wir das erste Mal nach Süden, von wo auch der kürzeste Zustieg hinzukommt. Der Pfad führt nun nach rechts in die Südflanke des Berges und auf eine kleine Rippe, von der wir in das wunderschöne Skrka Tal mit gleichnamigen See schauen. Zum Gipfel geht es nun in die felsige Südwestflanke des Berges, oben muß man ab und zu die Hände benutzen, doch schwerer als T3 wird es nirgends.
Schließlich stehen wir am höchsten Punkt des Durmitor mit fantastischem Rundumblick.
Nach der Pause steigen wir die Flanke wieder etwas ab, bis nach Westen eine schwache Pfadspur wegführt (durchgestrichene und übermalte Markierungen), der Übergang vom Bobotov Kuk zum Benzimeni Vrh.
Er hat durchaus eine alpine Note, neben ein, zwei ausgesetzten Stellen geht es durch viel z.T. mühsame Schuttfelder (T4+,I).
Doch die Mühe lohnt sich, denn landschaftlich ist der Übergang grandios! Wir folgen also den Spuren auf der Südseite und erreichen bald einen Vorgipfel des Bobtov Kuk (mit Gipfelstange). Nun wird es anspruchsvoller: man folgt dem Grat, klettert eine kurze Felsstufe ab, dann kommt eine schräge Platte mit einigem losen Geröll drauf. Die muß man vorsichtig absteigen, denn an dessen Ende geht es in die Tiefe. Danach wechselt man auf die Nordseite und klettert im Ier Gelände eine Felsstufe ab und erreicht so das weite Schuttfeld zwischen Bobotov und Benzimeni.
In westlicher Richtung geht es leicht bergab, einige Markierungspunkte helfen bei der Orientierung., die jedoch nicht allzu schwer ist: der Weg führt unter den imposanten Felsen des zweithöchsten Durmitorgipfels vorbei zu einer deutlichen, etwas rötlich wirkenden Rinne auf der Nordwestseite des Gipfels. Zu Füßen dieser Rinne kommt auch der Pfad vom Sattel Struga hinzu. Nun geht es etwas mühsam hoch zum Grat und dann östlich zurück zum Gipfel.
Sehr schön ist (neben den Rundumblick) der Blick auf den Bobotov Kuk.
Der Abstieg zum Sattel Struga erweist sich danach als sehr bröselig und mühsam, ein Schneefeld hilft, einige Meter abzufahren.
Vom Sattel öffnet sich nun nach Westen ein Blick auf eine ganz andere Landschaft: eine flache Gras- und Latschenebene liegt vor uns. Um dorthin zu gelangen, müssen wir aber zuerst weglos über Karst und Steine absteigen, wir halten uns etwas links. Unten schlagen wir dann eine nordwestliche Richtung ein und folgen auch Tierpfaden, bis wir auf den Wanderweg treffen, der vom Planinica kommt.
Wir folgen ihm nach rechts, gehen jedoch bald eine Doline mit schwarzer Lacke links auf einem unbezeichnetem Pfad aus, um uns einen größeren Gegenanstieg zu ersparen. Bei einem Sattel kommen die Pfade wieder zusammen. Hier könnte man nun links abzweigen und den Crvena Greda noch mitnehmen, doch uns reicht es auch so. In Serpentinen geht es nun hinab zur schön gelegenen Katun Crepulj Poljana und danach verschwinden wir im weitläufigen Wald.
Nach einer Steilstufe wird es flacher und bald treffen wir auf einen Forstweg. Gleich zu Beginn geht es rechts weg zum kleinen, im Wald gelegenen Jezero Zminje, der sich gut als Erfrischung und Rastplatz anbietet.
Danach folgen wir dem Forstweg und ignorieren eine Abzweigung nach rechts. So kommen wir zu einer Teerstraße, die wir nach wenigen Metern nach rechts wieder verlassen. Durch Wald geht es bergab zu unserem Ausgangspunkt.

Tourengänger: Tef


Galerie


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