Tschenglser Hochwand (3375 m)


Publiziert von gero Pro , 13. September 2010 um 17:31.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:15 Juli 2007
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettersteig Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 9:45
Aufstieg: 1470 m
Abstieg: 1470 m
Strecke:Sulden - Düsseldorfer Hütte - Otto-Erich-Steig - Tschenglser Hochwand - Abstieg Normalweg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Sulden auf etwa 1860 m Höhe, kurz bevor von Nordosten das Zaytal herunterkommt, kleiner Parkplatz etwas oberhalb der Häuser mit steiler Zufahrt direkt ab Ortsstraße. Hier beginnt Weg Nr.5 zur Düsseldorfer Hütte.
Kartennummer:Tabacco Blatt 08 (Ortlergebiet 1:25.000)

Und noch ein weißer Fleck auf der hikr-Landkarte: ich will ihn mit einem ausführlichen Bericht über die Tschenglser Hochwand beseitigen.

Mein treuer Begleiter war - wie so häufig - auch hier der Walter; der Wetterbericht hatte ein Wochenende unter dem Einfluß tropischer Warmluft prognostiziert, und so wurde es ein hochsommerlicher Tag. Von Sulden ausgehend, wanderten wir schon um 5 Uhr in die Dämmerung des neuen Tages hinein und das Zaytal auf Weg Nr. 5 aufwärts - den Sessellift zur Kanzel sparten wir uns (er spart zwar 500 Hm, führt aber relativ weit vom Zaytal weg - und die erste Fahrt findet erst um 8:30 Uhr statt). Kurz vor 6 Uhr erstrahlten gegenüber der Ortler, der Monte Zebru und die Königspitze bereits im Morgenrot, um 6:30 Uhr hatten wir mit Kote 2391 m bei Windeggen den Punkt erreicht, wo von Süden der Höhenweg Nr. 12a einmündet, der von der Bergstation des Kanzelliftes herüberführt. Das Zaytal ist an dieser Stelle nicht ganz so steil wie zuvor, sondern bildet eine Art kleine Hochebene; oberhalb der nachfolgenden Geländestufe hebt sich von hier aus die Düsseldorfer Hütte gegen den Himmel ab.

Es ging nun weiterhin steil aufwärts, um 7:15 Uhr kamen wir an der Düsseldorfer Hütte (2721 m) vorbei, hier herrschte erstaunlicherweise noch völlige Stille. Hinter der Hütte ist kurzzeitig das Gelände wiederum relativ flach - dort spiegeln sich in den kleinen Zayseen Ortler, Zebru und Königspitze. Ein großer Wegweiser leitet zur Vertainspitze, zum Hohen Angelus - und zu unserer Tschenglser Hochwand. Nach Ersteigung einer weiteren Geländestufe (nach wie vor auf Weg Nr. 5) erreichten wir bei der Lacke des Seelin (2888 m) den Fuß der Südflanke der Tschenglser Hochwand. Hier ist nun zu entscheiden, welchen der 3 möglichen Anstiegswege man nehmen möchte: den Normalweg oder einen der beiden Klettersteige. Wir entschieden uns für den Otto-Erich-Steig, der Normalweg würde uns später wieder hinunterbringen.

Eine gelbe Plakette markiert den Einstieg; in moderater Schwierigkeit folgten wir dem Steig aufwärts,  der - immer bestens mit Fixseilen versehen - auf geschickter Routenführung die schuttig-blockigen Bereiche der Flanke vermeidet und vorwiegend in festem Gestein aufwärts führt. Eine Freude, dieses unbekümmerte Aufwärtsturnen, vielfach auf Reibung über Platten in erstaunlich zuverlässigem Fels! Inzwischen kamen denn doch auch andere Bergsteiger über den Normalweg herauf, so daß wir nicht die Einzigen waren, als wir um 10 Uhr den Gipfel der Tschenglser Hochwand (3375 m) erreichten.

Welch ein Tag, welch ein Aussichtpunkt ! Zwar versperren einige der umliegenden höheren Berge hier und da die Sicht, aber speziell der Blick auf die benachbarten Trabanten wie Ortler, Monte Zebru, Königspitze, Cevedale, Vertainspitze und Hoher Angelus ist wirklich atemberaubend. Damit ist auch der Kreis der umliegenden Ortlerberge benannt - weiter weg sind dann jenseits des Vinschgaues die Ötztaler Berge, und neben dem Ortler lugt die Berninagruppe hervor.

Nach ausgiebiger Genuß- und Fotopause machten wir uns an den Abstieg - auch der Normalweg ist im obersten Bereich mit einigen Fixseilen versehen, irgendwelche Schwierigkeiten sind jedoch nicht vorhanden. Zum Seelin führt eine recht schuttige, breite Rinne hinunter - wir waren im Nachhinein froh, den Otto-Erich-Steig hinaufgeturnt zu sein. Und als wir an der Düsseldorfer Hütte vorbeikamen, sonnten sich hier scharenweise Tagesgäste, die heraufgestiegen waren, um diesen Sommertag in der großartigen Bergwelt der Ortlergruppe zu genießen.

Tourengänger: gero

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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt: gleich nachgedoppelt:
Gesendet am 16. November 2010 um 17:08
da wart ihr ja "brutal" schön unterwegs, ihr beiden.
Genusstouren - mit entsprechenden Fotos; gut gemacht, Georg.

lg Felix


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