Hindelanger Klettersteig


Publiziert von Kris , 13. September 2010 um 00:38.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum: 4 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T5- - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:Seilbahntalstation Oberstdorf - Mittelstation - Station Edmund-Probst-Haus - Bergstation Nebelhorn - Nebelhorn - Westlicher Wengenkopf - Östlicher Wengenkopf - Edmund-Probst-Haus

Schöne Tour auf einen der bekanntesten Klettersteige der nördlichen Alpen. Charakteristisch ist der durchgehende Felskontakt, die damit spärlich (bzw. fast keine) gesetzten Steighilfen und die luftige Atmossphäre auf dem ausgesetzten Grat zwischen Nebelhorn und Großem Daumen.

Zum Glück haben wir nen super Wetter erwischt, die Sicht war gut - leider nicht selbstverständlich - da der Rest des Allgäuaufenthalts geprägt war von Nebel, Regengüssen und Neuschnee.
Die Begehungsrichtung ist die klassische, also mit der Seilbahn bis zum Nebelhorn auffahren und von dort aus in Richtung Großer Daumen. Der Andrang war bei diesem Wetter dementsprechend groß, aber viel Stau muss man nicht erwarten, da sich je nach Leistungsfähigkeit schnell das Feld "auseinanderziehen" wird in diesem weitläufigen Klettersteig.

Beim Gipfelrestaurant des Nebelhorns (2224m) wird die Klettersteigausrüstung angelegt und von dort aus auf gut ausgetretenem Pfad zum Einstieg in den Klettersteig. Anders als üblich kommt am Anfang nicht sofort eine Schlüsselstelle, um "Blindgänger" vorm Weitergehen zu Bewahren. Dafür bietet der lange Klettersteig auch einige Möglichkeiten zum Zwischenabstieg.

Nach ersten plattigen kleinen Abstiegen gelangt man relativ zügig zu einem dem Westlichen Wengenkopf vorgelagerten Turm - dieser wird über eine Leiter erklommen. Nach links und rechts bieten sich dabei immer wieder fantastische Aussichten auch weit über die Grenzen der Allgäuer Alpen hinaus.
Bald ist der Westliche Wengenkopf (2235m)  und dessen Gipfelkreuz erreicht - danach folgt ein luftiger Abstiegspart. Generell ist der Steig dadurch zu beschreiben, dass viel abgeklettert werden muss. Die Schwierigkeiten liegen ungesichert aber maximal bei UIAA II und an den Drahtseilen ca. UIAA III.

Stetig geht es auf und ab - oftmals auch ungesichert - absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind wieder einmal Voraussetzung - für Klettersteiganfänger ist's nicht wirklich zu empfehlen.
Es werden unzählige kleine und größere Grattürme erst auf- und dann abgeklettert - Abwechslung bieten luftige Querungen, und wenns mal senkrecht und zu schwer wird entschärfen die vielen Leitern den Weg.

Wir kletterten nach dem Östlichen Wengenkopf (2207m) noch eine ganze Weile weiter bis zum Aufschwung unter dem Gratkopf (2172m), in dem ausgeprägten Joch gibt es keinen offiziell eingerichteten Notabstieg - der Abstieg über dieses sehr steile, extrem brüchige Couloir war unangenehm (T5-).

Als wir das Plateau unterhalb des Grats erreichten, legten wir eine Rast ein, um zurück zum Edmund-Probst-Haus zu marschieren - nach dem anstrengenden Auf- und Ab des Grates war der zu ersteigende Gegenanstieg mühsam. Richtiges Bergflair kam dann auch an der Hütte nicht auf, da die Umgebung extrem auf den Massentourismus zugeschnitten ist. Leider ist das System der ansässigen Seilbahn suboptimal - anstatt - wie ich es üblicherweise kenne - im schnellen Takt 8-10 Leute zu befördern, fährt immer nur eine Gondel eine Teilstrecke mit etwa 40-60 Personen ab. Da die letzte Gondel gegen 16.45 Uhr fährt und anscheinend viele .. viele diese nehmen wollten stauten sich die Menschen in einer fast 100 Meter langen Schlange, die einfach nicht abbrechen wollte. Immer wieder kamen neue Menschen, die sich anstellten - erst nach 18:15 waren wir letztendlich wieder am Parkplatz neben der Talstation der Seilbahn. Leider ein Wermutstropfen der ansonsten schönen Tour.



  • KONDITION 3,5/5
  • ORIENTIERUNG 2.5/5
  • TECHNIK 4/5
  • EXPONIERTHEIT 4/5

Tourengänger: Kris

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