Ofenloch; im Grand Canyon der Ostschweiz


Publiziert von Runner Pro , 12. September 2010 um 18:07.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:12 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG 
Zeitbedarf: 2:30
Strecke:Mistelegg - Ampferenboden - Ofenloch
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit PW bis Mistelegg oder bereits beim Rest. "Alpstöbli"

Das Ofenloch war schon seit einiger Zeit geplant und da ich gestern „meine Berglaufsaison“ beenden konnte war ich dem Unternehmen gegenüber nicht abgeneigt, umso mehr als das Wetter heute nochmals mitspielen würde. So machte ich mich recht früh am Morgen auf den Weg ins Toggenburg. Schon auf der Autobahn wurde mir klar, dass die Schwägalp heute wieder fest in zürcher Händen sein würde – mir graut schon vom Gedanken an den Touristentrubel dort oben! Zum Glück durfte ich bis Hemberg fahren, wo ich mir im Café „Hörnli“ (sehr nette Bedienung) erst mal ein Frühstück genehmigte. Nachdem meine beiden Mitstreiter mit etwas Verspätung eingetroffen waren verschoben wir bis zur „Mistelegg“, was nochmals ein rechtes Wegstück einspart. Dann aber ging’s (endlich) per pedes los. Der erste Teil bis zum Ampferenboden (1047m) führt auf einer breiten Wirtschaftsstrasse immer wieder durch Waldstücke welche im Sommer willkommenen Schatten spenden. Beim ersten gelben Wegweiser hat man die Möglichkeit den „Abenteuerweg“ oder den gewöhnlichen „Neckiweg“  zu wählen. Wir entscheiden uns für letzteren und biegen leicht rechts ab. Für den zweiten Teil brauchts dann besseres Schuhwerk, mit Vorteil wasserabweisendes Material, denn von nun wird’s  feucht. Wir betreten nach wenigen hundert Metern, an einem privaten Campinggrund und Schwemmland vorbeiziehend bald das Bachtobel  des Necker und folgen seinem Lauf entgegengesetzt, also in Richtung seiner Quelle welche beim Ofenloch liegt. Der Necker misst in seiner gesamten Länge gut 31km, uns bleiben aber höchsten deren zwei abzuwandern, bis wir vor dem „sagenhaften“ Ofenloch stehen. Unterwegs wie erwähnt wird’s ab und an recht feucht und es sind doch einige Stufen zu erklimmen – Seile sind an den „strübsten“ Passagen vorhanden – sowie Nagelfluhbänder zu queren, welche ein gewissesmass an Trittsicherheit bzw. Vorsicht verlangen. Bei feuchten Wetter kann es zweifellos sehr unangenehm werden, bei Hochwasser fast gefährlich. Also mit Vorteil nur bei trockener und beständiger Witterung losmarschieren. Die steilen Wände, an Gletschermühlen erinnernden Ausspülungen im Bachgrund und die Vegetation sind allemal einen Ausflug hierher wert. Und das Schöne daran ist, dass man ZU FUSS gehen muss. Nix für Autotouristen oder Bähnlifahrer! Das Ofenloch selber misst in seinen Dimensionen gut an die 50 mal 100 Meter und liegt etwas über dem Bachgrund. Da ich’s etwas mit „Vertigo“ habe studiere ich den Weg nach oben erst mal von unten, ehe ich dann voranschreite. Der Weg hoch zum Loch ist erstaunlich gut und die Höhle imposant. Der Abstieg ist wie recht häufig etwas kniffliger aber problemlos. Dasselbe gilt für den ganzen Rückweg. Ich würde die Wanderung im letzten Teil in ein T2, je nach Zustand des Weges bzw. der Witterung sogar in ein T3 einteilen. Mit meinen Trailrunningschuhen ging’s aber problemlos. Vielleicht sogar besser als mit Wanderschuhen mit zu harter Sohle! Alles in allem eine gelunge Wanderung in ein imposantes und weitgehend dürr besuchtes Gelände.

Tourengänger: Runner

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