Guffert (2.194 m) von der Gufferhütte und tragischer Unfall am 12.6.66 am Guffert.


Publiziert von Gemse , 11. September 2010 um 18:27.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rofangebirge und Brandenberger Alpen
Tour Datum:12 Juni 1966
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettersteig Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   D 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1545 m
Abstieg: 1545 m
Strecke:Wildbad Kreuth - Gufferthütte - Guffert - Gufferthütte - Wildbad Kreuth (30,2km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Tegernsee nach Wildbad Kreuth
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Gufferthütte (Ludwig Aschenbrenner Hütte)
Kartennummer:Kompass 28

Da ich das Schweizer Bewertungssystem der Klettersteige nicht verstehe, bewerte ich nach dem Deutsch/Österreichischen System: 2 - A/B
Anforderungen:

Kondition:
Armkraft:
Technik:
Mut/Psyche:
Bergerfahrung:
mittel (3)
kaum (1)
kaum (1)
kaum (1)
etwas (2)


Original aus meinem Tourenbuch:
10.06.66
Am Freitag fuhr ich von FFB nach Kreuth. Dort war ich um 16:15. Ich wollte noch am Abend auf die Gufferthütte. Aber einsetzender Regen vereitelte das Vorhaben. Ich zeltete in Wildbad Kreuth.
 
11.6.66
Heute früh stand ich um 4 Uhr auf und packte mein Zelt weg. Dazu kamen durch reinem Zufall Rudi mit Frau und Tochter. Ich ging dann mit ihnen durch die Langenau. Kurz vor dem Steinernem Kreuz stellte ich fest, dass ich keinen Ausweis hatte. Ich ließ den Rucksack bei Rudi und eilte zum Wagen zurück und holte ihn.
Am Steinernen Kreuz traf ich sie wieder. Wir stiegen dann gemeinsam weiter auf die Gufferthütte und waren um 9 Uhr oben. Rudi stieg dann gegen Nachmittag wieder ab. Ich blieb oben. Gegen abend als ich in die Hütte ging, traf ich ganz überraschend Hansi. Er war auch durch Zufall auf die Hütte aufgestiegen.
 
12.6.66
Heute standen Hansi und ich um 4:30 Uhr auf und machten uns klar zur Besteigung das Gufferts. Um 5 Uhr marschierten wir los. Es ging über den Schneidjochsattel und Schneidjoch (1811m) und dann hinunter zur Issalm. Hier frühstückten wir 1 1/4 Std. Dann stiegen wir über das Schneefeld hoch zum Einstieg des Gufferts. Von da aus ging es mit Drahtseil hoch und über die Wand hinaus zum Grat. Beim Einstieg gesellte sich ein gebürtiger Würzburger zu uns. Wir stiegen gemeinsam bis auf den 2.196 m hohen Gipfel des Gufferts. Nach langer Gipfelrast stiegen wir beim Auftauchen dunkler Wolken ab. Ein junger Münchner stieg mit uns ab.
Der Würzburger fuhr dann kurz hinter uns übers Schneefeld ab (obwohl ich ihn gewarnt hatte, es nicht zu tun). Als wir am Brotzeitfelsen (eine kleine Plattform über dem Einstieg) sahen wir immer noch seine Abfahrtsspur im Schnee. Wir gingen weiter und gelangten wieder an die Seilversicherungen. Über uns brach das letzte Schneefeld jäh ab und auch die Abfahrspur. Unten Richtung Weiterweg zur Issalm war er auch nicht zu sehen.
Wir stiegen weiter ab aber immer noch sahen wir ihn unten nicht.
Kurz überm Ausstieg fanden wir dann einige Blutspuren zerfetzte Kleidungsstücke und einige Fleischfetzen. Wir schauten links hoch. Da sahen wir eine Spur am 60o  geneigten Schneefeld und über die Platten über der senkrechten Wand. Als wir rechts hinunterschauten, lag er am Fuß der Felsen vollkommen verstellt. Er war etwa 250 m tief abgestürzt.
Wir eilten daraufhin sofort zur Hütte. Für ihn kam sowieso jede Hilfe zu spät.
Von der Hütte aus wurde dann sofort die Bergungsaktion eingeleitet  (1/2 1 Uhr)  Die Frau des Verunglückten kam öfters und fragte nach der Uhrzeit (lt. Anraten des Hüttenwirtes sagten wir nicht was passiert war), denn es hatte inzwischen ein Gewitter gegeben in das wir auch am Schneidjoch hineingekommen waren.
Um 1/4 4 Uhr stiegen wir dann über den Sommeranstieg durchs Langenautal ab.
Hansi und der andere Münchner fuhren dann mit mir nach Mchn. Zurück. Ich lieferte Hansi bei Ursel ab und blieb noch bis 1/2 11 Uhr dort. Dann fuhr ich zurück nach FFB.

Bergsteiger: Karl und Hans
 
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Tourengänger: Gemse

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Geodaten
 8779.gpx 1966-06-11 Guffert neu

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Kommentare (2)


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Felix Pro hat gesagt: noch ein Tipp, den ich mir merke ...
Gesendet am 17. Dezember 2010 um 08:27
Ciao Karl
du streiftest ja in echt anregenden Gegenden rum - vielen Dank für die bei mir gespeicherte neue Idee!
lg Felix

Gemse hat gesagt: RE:noch ein Tipp, den ich mir merke ...
Gesendet am 17. Dezember 2010 um 12:56
Hallo Felix,
wie Du siehst, auch in Bayern gibt es schöne Ecken. Aber trotzdem beneide ich die Schweiz.

Mit einem Berg Heil
Karl


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