Das Oberaarhorn und seine Geister


Publiziert von Dan , 10. September 2010 um 10:09.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum: 3 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1326 m
Abstieg: 1326 m
Strecke:Start Grimselpass, - Oberaarsee 2305m. - Seeufer entlang zu Ptk.2315m- Oberaarjoch 3216m - via SAC Hütte - Westflanke zum Gipfel
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW via Grimselpass. Ab Passhöhe die Anfahrtszeiten von Grimsel Passstrasse zum Oberaarseee beachten. Zufahrt zum Oberaarsee zeitlich geregelt.
Unterkunftmöglichkeiten:Berghaus Oberaar, SAC Oberaarjochhütte.
Kartennummer:1250 Ulrichen

Start am Freitag [3.9.10] auf dem Grimselpass, dann weiter zum Oberaarsee 2305m.  Bei prächtigem Wetter auf markiertem Wanderweg am Seeufer entlang zu Ptk.2315m. Dann weiter über den spaltenreichen Oberaargletscher zum Oberaarjoch 3216m.

Am Fusse des Oberaarhorns liegt, spektakular eingebettet, die Oberaarjochhütte die nur via einer Leiter zu erreichen ist.  Dort sind wir um 17:30h angekommen. Ein sichtlich, für uns völlig unverständlich, erregter Hüttenwart hat uns daselbst empfangen. Er hat befürchtet, wir kämen nicht mehr!

Die mässig besetzte Hütte ist ein Erlebnis für sich, die Bewirtung chaotisch, das Essen aber erstaunlich gut. Wasser gab es keines, jedoch eine moderne Toilettenanlage mit vegetarischem [Humus] Topf.

Kurt, der Wart der Hütte, war sichtlich überfordert, fragmentiert würden Fachleute diagnostizieren. Leider hatten wir unseren Psychologen nicht mit dabei, eine erste Therapie-Sitzung wäre noch vor Ort abgehalten worden. Wir beschränkten uns darauf, dem Hüttenwart, so gut es ging, zur Hand zu gehen (Abwasch, Küchendienst, Rechnungen schreiben, Wasser für Frühstück kochen, etc…).

Eine Hütte dieser Frequenz alleine zu führen ist eine grosse Herausforderung und bringt wohl jeden an seine Grenzen.

Am frühen Samstag Morgen um 6 sind wir ohne Beat, der (er wurde von der Bergfee geschwängert) unter einer Magenverstimmung litt, über die Südwestflanke auf den Gipfel des Oberaarhorn 3631m geklettert.
Auf den Gipfel begleitete uns noch eine zweite, interessante Seilschaft, alles Zug- und Lokomotivführer aus dem Glarnerland. Den Geschmack von Glarnerkäse hat noch lange angehalten ;-) .

Die windige, kalte aber schöne Wetterlage liess uns nicht lange auf dem Gipfel verweilen. Danach gings hinab, zum aufwärmenden Kaffee, retour in die Jochhütte.

Nach kurzer Rast und leckerem Pick-Nick, gesellte sich der sichtlich genesene Beat wieder zu uns. Zu siebt bewegten wir uns auf dem Oberaargletscher hinab zum See und via Grimselpass zurück.

In Guttannen wurde gerade der Dorfmärit abgehalten. Das liessen wir uns nicht entgehen und statteten dem “Göttaler Märit” einen Besuch ab.

Die Hochtour aufs Oberaarhorn ist eine leichte Hochtour, doch sollte man den Aufstieg bis zur Hütte +1000Höhenmeter nicht unterschätzen. Der Gletscher hat sehr viele versteckte Spalten und ist recht anspruchsvoll zu begehen. Die Westflanke zum Gipfel ist ebenfalls relativ leicht, die Schnee-und Eislage erforderte aber auch die Steigeisen anzuschnallen.


Tourengänger: Dan

Galerie


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