Valserhorn, Bärenhorn


Publiziert von KraxelDani , 25. Oktober 2010 um 07:06.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Valsertal
Tour Datum: 5 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Aufstieg: 1325 m
Abstieg: 1225 m
Kartennummer:1:25'000: 1234 Vals, 1254 Hinterrhein

Wegloses Gratwandern

Drei Tage ganz alleine in der Wildnis. Wenn nicht Jagdzeit wäre, hätte ich kaum einen Menschen gesehen.

Ich verbringe eine kühle Nacht im Freien. Ich habe viel Sicht auf den Sternenhimmel, jedoch schlafe ich zuhause besser... Zuerst deutet die aufgehende Mondsichel darauf hin, dass es bald morgen wird, später die erste Dämmerung im Osten. Kurz vor Sonnenaufgang stehe ich auf, um im nahen Gletscherbach Wasser holen. Den Rest des Tages werde ich meist auf dem Grat verbringen, da komme ich nicht mehr so einfach zu Wasser. Für ein Frühstück ist es noch zu kalt. So starte ich gleich mit einem wärmenden Aufstieg in den ersten Sonnenstrahlen zum nahen Grat, den ich zwischen den Punkten 2568 und 2572 müM. erreiche (westlich Valserberg).  Nach diesen 250 Höhenmetern schätze ich ein ausgiebiges Frühstück an der Sonne. Dabei blicke ich zum ersten Ziel, das Valser Horn.

Nun folgt ein Stück schönste Höhenwanderung, fast ohne Höhendifferenz, vorbei am Valserberg zur Alp Blauw Gufer (2499 müM.). Über den Valserberg führt ein markierter Bergwanderweg, den einzigen, den ich diesen Tag kreuze. Kurz vor der Alp ist das Gelände schön flach, wäre ebenfalls geeignet für eine Übernachtung, ich nutze es um meinen Schlafsack und vor allem Mätteli und Hülle an der Sonne zu trocknen. Schliesslich möchte ich die nächste Nacht trocken beginnen und keine überflüssige Feuchtigkeit auf die Berge schleppen.

Nun folgt ein Aufstieg auf den Grat, den ich durch die immer steiler und steiniger werdende Flanke bei Punkt 2780 müM. erreiche. Ohne Rucksack steige ich aufs Valserhorn und blicke auf die Fortsetzung. Scheint spannend zu werden, ich bin nicht sicher, ob ich das alles schaffe. Einfach Stück für Stück, aus der Nähe findet sich immer eine Möglichkeit um weiterzukommen. So gehts nun längere Zeit meist über den Grat über den Punkt 2799 müM., Nufner Lückli, Tällihorn und mit einem Umweg über die Südostflanke aufs Bärenhorn. Nach den letzten Felsbändern hätte ich dort auch direkter zu Grat aufsteigen können. Ausgedehnte Gipfelrast, schöne Weitblicke in alle Richtungen.

In der Bärenlücke habe ich Durst und kein Wasser mehr. Ich steige etwas nach Westen ab, um danach zu suchen. Nebst Wasser finde ich eine wunderschöne Schwemmebene mit einem weissen Blumenmeer. Da verweile ich gerne noch etwas.

Der Aufstieg zum Tomülgrat bietet dann weitere schöne Ausblicke auf den vom Wasser gezeichneten Kessel Chli Tomül. Es folgt eine einfache Gratwanderung zum Geniessen mit Blick auf schöne, mächtige, abendbesonnte Berge im Osten: Bruschg-, Gelb-, Schwarzhorn, Pizzas d'Anarosa, Alperschälli- und Wisshorn. Das Nachtessen nehme ich zwecks Abendsonne noch auf dem Grat. Und dann, das gleiche wie gestern: Der anvisierte Schlafplatz ist schon belegt durch eine Rinderherde... Warum müssen sich diese Viecher genau die schönsten Plätze aussuchen? So muss ich recht lange und mühsam nach einer Alternative suchen (eben, windgeschützt, weich, kuhfladenfrei, etc.). Mit dem Einbrechen der Dunkelheit liege ich dann aber im Schlafsack.



Unterwegs von 07:15 bis 19.15 Uhr.
Zweiter Tag einer 3-tägigen Tour im Alleingang mit 2 Übernachtungen unter dem Sternenhimmel.
Erster Tag: Fanellhorn, Chilchalphorn
Dritter Tag: Piz Tomül, Tällihorn
Hier die Anmerkungen zur Tourenplanung.

Allgemeine Routenbeschreibung (siehe auch Kartenausschnitt):
  • Punkt 2314 müM (unterhalb Wenglilücke) - Valser Berg - Blauw Gufer: T3
    Anfänglich nach Nordosten, dann nach Norden auf den Grat (zwischen den Punkten 2568 und 2572 müM. erreicht). Via Punkte 2529 und 2516 zum Valserberg (Pass, 2504 müM.), dann weiter die Höhe haltend via Punkt 2513 müM. zur Alp Blauw Gufer.
  • Blauw Gufer - Valser Horn - Tällihorn: T4, vereinzelte Stellen gegen T5
    Wegspuren ein kurzes Stück weiterverfolgen, sobald er leicht abwärts führt, verlasse ich ihn und steige durch Runsen oder über Rippen die Südostflanke hinauf. Es wird immer steiler, Punkt 2780 müM anpeilen, ab ca. 2700 müM. wirds dann eher mühsam. Wieder viel einfacher über den Grat aufs Valser Horn. Nun eine lange Gratwanderung: zurück zu Punkt 2780, weiter via 2799 zum Nufner Lückli (2650). Der Vorgipfel vom Tällihorn (2773) muss auf seiner Südflanke umgangen werden (zu Beginn leichte Pfadspuren). Anschliessend gibt es bei den beiden Gipfeln (2820 und 2811) einige nette Kraxelstellen.
  • Tällihorn - Bärenhorn - Bärenlücke: T4
    Beim Pässchen vom Punkt 2738 müM. verfolge ich schwach sichtbare Pfadspuren in die geröllige Südostflanke des Bärenhorns, um dann via Ostgrat auf den Gipfel zu gelangen. Gut möglich, dass es etwas kraxliger und ausgesetzter auch direkt über den Südgrat ginge. Abstieg: Vom Gipfel auf Pfadspuren zuerst nach Norden, dann Nordosten, zuletzt wieder nach Norden dem Grat entlang absteigen. Auch der untere Teil (bei ca. 2600 müM.) ist nicht schwieriger als oben, obwohl es auf der 25'000er Karte nicht ganz harmlos aussieht.
  • Bärenlücke - Tomülgrat - Tomülpass: T4/T3
    Alles ziemlich genau dem Grat entlang, da gibt es kaum mehr zu beschreiben. Der Aufstieg verdient ein T4, der Rest ist grösstenteils T3. Bei Punkt 2687 müM. steige ich direkt nach Osten ab, da ich mir dort einen Schlafplatz mit weniger Rindvieh erhoffe.



Allgemeine Hinweise zu meinen T4/T5-Touren:
Eine Nachahmung dieser Touren erfolgt auf eigenes Risiko. Gerne darf man mich vorher (oder auch nachher) kontaktieren. Abschnitte ohne Markierungen / Pfadspuren können auch mit Beschreibung schwierig auffindbar sein und teilweise habe ich sie in früheren Touren rekognosziert. Grundsätzlich bin ich ohne Kletterausrüstung unterwegs und somit eher bei trockenen Verhältnissen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf ein Echo!
Sende mir eine Nachricht über hikr.org oder per Mail.

Tourengänger: KraxelDani

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