Schwarzberghorn - Weisstorspitze - Jazzi


Publiziert von Delta Pro , 9. September 2010 um 10:59.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 5 September 2010
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1620 m

Traumhafte Gletschertour in den einsamen Eisfeldern des Findelen

Prolog: Auf Berge zu steigen, die sonst niemand macht, war schon immer meine Devise. Es müssen nicht immer die grossen Prestigipfel sein, wo man sich gegenseitig die Füsse platt steht. Über den Firnebenen des Findelengletschers gibt es einige solcher Gipfel. Da ich mich in letzter Zeit arbeitshalber ziemlich häufig auf diesem Gletscher herumgetrieben hatte, aber nie Zeit fand, die fehlenden Gipfel zu besuchen, bot sich der Besuch eines Kollegen aus Übersee an, dies nachzuholen - natürlich kombiniert mit etwas Arbeit. Daneben ging es auch um die Rekognoszierung des Bivacco Citta di Luino, das ich per Zufall auf der Karte entdeckt hatte.

Die hier beschriebene Tour stellt keine besonderen Anfordungen an die Alpin-Technik. Die Aufstiege führen über weite, flache Gletscherebenen, die Grate sind nur wenig ausgesetzt. Wir kommen die gesamte Tour ohne Steigeisen an den Füssen machen. Allerdings sind die Spalten im oberen Teil des Gletschers nicht zu unterschätzen. Hier warten teils riesige Löcher. Besonders am Nachmittag in der Nähe der Schneelinie ist das nicht mehr so lustig.

Start um halb 7 bei der Fluealp, nach einer Nacht, in der in der Hütte bis 3.30 Uhr Disco und Party herrschte (Die Fluealp bezeichnet sich als Berghotel, und nicht als Hütte. Man geht dorthin in den Ausgang, weil man auf 2600 m.ü.M. weniger Alk braucht, um abzutauchen - ich weiss es nicht...). Von der Fluealp den Gletscher zu ereichen war in letzter Zeit immer schwieriger geworden, da der alte Pfad entlang der Moräne direkt unter dem mittlerweile sehr instabilen Rimpfischwang hindurchführt. Vor kurzer Zeit brachte dann aber die Natur selbst die Erlösung, indem sie einen Bergrutsch von oben in die übersteilte Seitenmoräne schickte, und diese somit passierbar machte. Somit steigt man also vom Berghotel über die Moräne bis zur eindrücklichen Felsablagerung, quert sie absteigend (Steinmänner) und hält dann links durch Moränenschutt bis zum Gletscher (T4-T5, 80 Höhenmeter Abstieg). Auf dem ausgeaperten Gletscher messend bis ins Firngebiet, wo wir das Seil auspackten. Einfach in den Sattel südlich des Schwarzberghorns, wo sich der Blick in die wolkigen Tiefen Italiens öffnet - und weit darüber das wunderschöne Bivacco! Was für ein Anblick! Das Biwak ist etwas muffig, aber gut ausgerüstet. Der Türriegel braucht einen Pickelstoss, damit er aufgeht. Innen hat's gut Platz für 4 Personen, Gas und Kohgeschirr ist vorhanden. Das Biwak wird pro Jahr rund 10-15 mal besucht, meist als Ausgangspunkt zum Strahlhorn Südgrat.
Vom Biwak in kurzer Kraxelei über den Ostgrat zum Gipfel des Schwarzberghorns (T5) und dann weiter über den Firngrat nach Süden, wobei man Pt. 3599 und Pt. 3641 überschreitet. Der Aufstieg zum Gipfel der Neuen Weisstorspitze erfordert etwas Vorsicht, da der Grat dort etwas schmaler wird. Am Schluss über kurze Felsstufen zum schönen Gipfel. Über die Steilflanke etwas nördlich des Gipfels (Spalten!) auf die Gletscherebene runter. Da mein Begleiter noch nicht genug von seinem ersten Tag auf dem Gletscher hatte, machten wird uns auf zum Gegenanstieg zur Cima di Jazzi. In weitem Bogen gegen Norden ausholend und am Schluss einfach über den Rücken auf den Gipfel. Die Cima di Jazzi mag als Gipfel langweilig wirken, vom Panorama her auf den Monte Rosa ist sie jedoch unübertroffen! Abstieg in die Firnbecken westlich des Gipfels und durch die Mulde vorbei an unserer obersten Pegelstange und vielen, teils heiklen Spalten ins Ablationsgebiet.

Tourengänger: Delta

Galerie


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Kommentare (1)


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Baldy und Conny Pro hat gesagt: Arbeitsplatz....
Gesendet am 9. September 2010 um 22:05
Du hast wohl den schönsten von uns allen...

Gruess Conny


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