Nördlicher Schönpleiskopf 2943m


Publiziert von Sputnik Pro , 7. September 2010 um 19:29.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Verwallgruppe
Tour Datum: 5 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1680 m
Abstieg: 1680 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Landeck oder Innsbruck mit der Bahn nach Sankt Anton.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:analog Zufahrt zum Ausgangspunkt.
Unterkunftmöglichkeiten:Biwak beim Bergsee P.2530m. Alternativ wäre eine Übernachtung auf der Konstanzer Hütte DAV; 55 Plätze, Winterhaus immer offen. Telefon: 0043 (0)664 512 47 87.
Kartennummer:www.austrianmap.at

ZU VIEL NEUSCHNEE FÜR DIE KUCHENSPITZE.

Schon zum zweiten Mal versuchte ich die Kuchenspitze (3148m) zu bezwingen. Vor zwei Wochen war mein Tourenpartner zu wenig fit dafür, diesmal war mir ein Soloaufstieg zu heikel wegen halbgefrorenem Neuschnee.

Schon in Sankt Anton am Arlberg erlebte ich am Samstag eine Überraschung, denn nachdem ich ein Fahrrad gemietet hatte, begann es ab oberen Ortsrand an zu regnen. Eigentlich war das Wetter besser vorhergesagt mit wechselnder Bewölkung und ohne nennenswerten Niederschlag. So stand ich unter einen Hauseingang und wartete 20 Minuten bis die grösste Schaueraktivität vorüber war. Zum Glück war das der einzige Regen während der Tour, doch am ersten Tag zeigte sich die Sonne nur kurz nachdem ich mein Biwak eingerichtet hatte. Immerhin kam ich ohne Sonnenschein bei der Fahrt ins Verwalltal kaum ins Schwitzen und kam so rasch talaufwärts auch wenn ich in den steilsten Passagen mein Fahrrad vor mir herschob. Beim Verwallsee und kurz vor der Konsatnzer Hütte (1688m) machte ich jeweils eine kurze Rast um etwas zu Essen. So erreichte ich mit meinem 20kg schweren Rucksack die Brücke bei der Fasulhütte (2021m) nach etwa drei Stunden. Hier tauschte ich das Fahrrad gegen meine Bergschuhe aus und machte ein längeres Picknick bevor ich auf schwach erkennbaren Pfadspuren zirka 500 Höhenmeter steil über eine Grasflanke hinauf zum namenlosen Bergsee auf 2530m hinauf stieg. Dort staunte ich erstmals da der Neuschnee hier oben grösstenteils noch nicht wieder weggeschmolzen war, der Grund wird wohl die dichte Bewölkung gewesen sein. Ich fand aber einer apere Stelle mit Grasunterlage für mein Biwak. Da es mässig stark windete, baute ich eine Nische aus Steinen um eine vor Windböen geschützte Schlaf- und Kochstelle zu haben. Mit einem wohlverdienten Bier und Ravioli liess ich den Tag ausklingen. Leider blieb der Himmel stark bewölkt so dass ich mich nach dem Abendessen bald Schlafen legte. Nach dem Eindunkeln legte der Wind noch zu und blies bis nach Mitternacht mit starken Windböen. Als um fünf Uhr mein Wecker klingelte war zwar kein Wind mehr, dafür waren immer noch sämtliche Gipfel oberhalb 2800m in Wolken versteckt. So schlief ich noch weiter denn unter diesen Umständen war mir ein Solo-Besteigungversuch der Kuchenspitze zu heikel. Nach Tagesanbruch schaute ich mr die Karte an und entschied den Nördlichen Schönpleiskopf zu besteigen. Nach einem warmen Tee machte querte ich die Seenplatte wo ich schon teilweise tiefen Schnee antraf. Doch es wurde noch mühsamer als ich die verschneite Geröllhalde zum Sattel südlich meines Zielberges aufstieg. In der Lücke erwartete mich wieder ein starker Wind, aber immerhin schien inzwischen die Sonne. Ein einfaches Felswändchen (I+; etwa 8 Meter) leitete zum Gipfel der eine überraschend schöne Aussicht bietet. Bald darauf war ich wieder beim Biwakplatz wo ich alles Material im und auf dem Rucksack verstaute. Nach einem weiteren Abstieg ins Fasultal genoss ich dann eine tolle Abfahrt zurück nach Sankt Anton.

Genaue Route: 4.9.: Sankt Anton am Arlberg - Stadle - P.1472m - Gasthof Verwall - Verwallsee - Steinwand - P.1645m - Konstanzer Hütte - Fasultal - Beim Kugelten Stein - Brücke Fasulhütte - See P.2530m (Biwak). 5.9.: P.2590m - Nördlicher Schönpliskopf Südwestflanke - Nördlicher Schönpleiskopf - Abstieg nach Sankt Anton wie Aufstieg.

Tour im Alleingang.

Tourengänger: Sputnik

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Kommentare (8)


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marmotta hat gesagt:
Gesendet am 7. September 2010 um 20:17
Hi Andi,

schöner Bericht, auf den ich "natürlich" schon mit Spannung gewartet hatte!

Schade, hat es nicht geklappt mit der Kuchenspitze - was aber (für mich) auch was Gutes hat: So kann ich nun doch mittun, wenn Du es nochmal versuchst! :-)

LG

Michael

P.S.: Natürlich gratuliere ich Dir auch noch zur erfolgreichen Besteigung des Nördlichen Schönpleiskopfes, der auf diese Weise zu der Ehre einer Hikr-(Erst-)Besteigung gekommen ist...



Sputnik Pro hat gesagt: Kuchenspitze
Gesendet am 8. September 2010 um 06:00
Hi Michael,

Dass es dort noch so viel Schnee hatte und am Samstag sogar Schlechtwetter, hätte ich niemals gedacht. Nun ja, jetzt können wir ja zusammen die Kuchenspitze angehen. Vielleicht haben wir ja im Herbst noch einmal Glück mit dem Wetter.

Viele Grüsse,

Andrej

a1 hat gesagt:
Gesendet am 7. September 2010 um 22:29
Inspirierender Bericht über die wahrscheinlich schönste Art des Bergsteigens. Schöne Grüsse, Joachim

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. September 2010 um 05:58
Danke, eine Biwaktour macht schon richtig Spass. Ich werde sicherlch dort Oben nochmals übernachten.

Viele Grüsse,

Andrej

milan Pro hat gesagt:
Gesendet am 9. September 2010 um 08:41
Hi Andi,

danke für den tollen Bericht. Diesen Gipfel hatte ich auch schon im Visier. Viele Grüße Markus

Sputnik Pro hat gesagt: Danke
Gesendet am 9. September 2010 um 20:18
Danke Markus,

Wenns wettermässig klappt werde ich wohl übernächstes Wochenede nochmals losziehen um hoffentlich endlich auf der Kuchenspitze zu stehen.

Gruss, Andrej

milan Pro hat gesagt:
Gesendet am 14. August 2014 um 18:32
Hallo Andrej,
nur zur Info: In deiner Beschreibung steht, daß der Winterraum immer offen ist, tatsächlich ist er aber nur mit AV-Schlüssel zugänglich, der über den DAV Konstanz bestellt werden muß.
Gruß Markus

Sputnik Pro hat gesagt: :
Gesendet am 23. August 2014 um 12:42
Hi Milan,

Wir waren dort einmal im November. Im Nebenhaus gibt es einen sehr einfachen Winterraum der offen war, das Hauptgebäude ist allerdings geschlossen.

LG, Andi


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