Meindl 7,5 und Vibram oder Neugotik im ZU!


Publiziert von Henrik , 5. September 2010 um 22:23.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 3 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 247 m
Abstieg: 256 m
Strecke:Teufen (ZH) - Irchel (Hochwacht) - Pfungen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:map. wanderland

 ...wenn ich hier wieder vom Taxi schreibe oder vom Tram, dass im Stau steckt ... obligat, Verpflegung im COOP für die Vor-Reise eingekauft, sich durch die morgendlichen Massen „durchgekämpft“ zum IR nach Luzern auf Gleis vier, Platzgenommen im Pano-Waggon und kaum sitze ich im weichen „Bahn-Fauteuille“ geht es mir gut – sogar eine  Steigerung: ich freue mich wieder auf eine weitere Erkundungsfahrt durch die Inner-CH, über Biberbrugg nach Rappi und danach nach Bülach.
 

  .... heute scheint die Sonne! Die mir bekannte Landschaft zwischen Olten und Lu-zern erfährt diesmal einen konzentriert wahrnehmenden Zeitgenossen, der übliche Zeitungsstoss ist grösstenteils schon durchgearbeitet – ich sitze wie in einer Sänfte. Der glitzernde Sempachersee sowie dessen Gestade, die vom Tau (vorherbstlich schon gezeichnet) noch feucht und wohl ein paar Blässhühner, die ihre Schwimm-übungen in Form konzentrischer Kreise vollbringen, lassen meine Gedanken wie Abschweifen. Der Zug fährt.  Die Holzchalets, die linker Hand Richtung Luzern kurz vor Rothenburg auf der Anhöhe stehen, kontrastieren mit der Tankanlage, die aus dem rechten Zugsfenster zu sehen sind. Danach eine weiträumige Schlaufe: dann kommt Emmenbrücke .... Luzern. Hier steht der IR beinahe 15 Minuten, manchmal sind die-se doch ein wenig lang.
 

Statt wie üblicherweise über Rotkreuz fährt der Zug heute dem 4-Waldstättersee ent-lang – warum dem so ist, wird nicht bekannt gegeben. Zeitig in Arth-Goldau steige ich um in die S-Bahn der SOB nach Biberbrugg. Die Hochebene um Rothenturm hat schon Herbstfarben – Nebelschwaden und auch hier Tauzeichen.  „Dritte Altmatt – Halt auf Verlangen“ wird ausgerufen, die Bahn fährt durch ... und in Biberbrugg scheinen mir die Bauarbeiten seit letzten Freitag nicht einen Jota weitergekommen zu sein; Umsteigen.
 

Alle Zeitungen sind nun durchgelesen bzw. durchgefaltet oder auf später verwahrt – ich beobachte meine Mitreisenden, Kinder in Begleitung vom Gross-Ätti und vom Grossi – auf Englisch. Biker in Montur und schon verschwitzt. Hurden, da hält das Bähnli – Biker und die Kinder wie Erwachsene steigen aus. Der See glattgestrichen.


In Rapperswil wird die S 5 zweigeteilt – im vordern Zugsteil nehme ich Platz im Un-tergeschoss. Das Bahnbord vor Stettbach scheint Naturschutzgebiet zu sein – erst heute fällt mir das auf, obgleich ich sogar ein halbes Jahr in Wetzikon gearbeitet und fast täglich vorbeigefahren bin ....
 

Palastartig und wie an einer Chilbi kommt mir das Geschehen vor im Zürich HB auf der S-Bahn-Ebene – ein Jahrmarkt auch, wo Hoffnungen verschoben werden und Erwartungen verloren gehen können. Die Einkauf-säcke zum Bersten voll und viele Gesichter blass, manchmal sogar leer.
 

Edith und ich treffen uns im Thurbo nach Embrach. Mit dem Poschti fahren wir nach Teufen (ZH). Als wir dort aussteigen, kurz vor halb zwölf, meint Edith, ob hier irgendwo ein Blöterli-Wasser zu kaufen sei, angesichts des doch warmen Spätsommers habe sie zuwenig bei sich – im Hofladen bei der Bushaltestelle werden wir fündig.
 

Gemächlich steigen wir dem WW folgend hinan zur Anhöhe Ober-Teufen, am Reser-voir vorbei, zum Waldparkplatz. Kurz darauf sind wir im Wald. Ein steile Passage, die auch von Bikers benutzt wird (Sprungschanzen), nehmen wir uns vor – hier kann das Edith seine neuen Wanderschuhe (Meindl) und deren Bodenhaftung am Steilhang einer Prüfung unterziehen – ein Blick verrät Offenkundiges: das gelbe Logo verhilft zur Leichtigkeit im Steigen, noch nie sei sie so beherzt aufgestiegen. Ich krame mein Hinterkopfwissen hervor ... und beginne über VIBRAM zu dozieren ... sozusagen im Fluge sind die 250 M geschafft, das Plateau erreicht, den schmalen Pfad durchs Gebüsch geschafft und schon stehen wir auf dem Rastplatz Hochwacht, mit seinem weiten Blick ins Badische und hinab zu den Mäandern des Rheins. Auch Eglisau und seine spektakuläre Eisenbahnbrücke sind zu sehen sowie ein Kieszug aus Hüntwangen.

 

Niemanden sind wir begegnet (an einem Freitag) – das bleibt so bis hinunter zur Töss, bei Pfungen.

 

 

Wir bleiben auf den gut ausgeschilderten Wegen auf dem Irchel, folgen der Beschilderung Pfungen /Neftenbach. Das Heerenbänkli steht nicht auf dem Programm, hingegen eine ausgedehnte Pause auf der Terrasse der neuen Jagdblockhütte auf der Lichtung der Breitmatt. Als wir den Wald verlassen (Oberhueb) liegt vor uns flirrend die Skyline von Winterthur. An Stilleben vorbei, die die drei ...huebs abgeben, wie geschichtete Ziegelsteine oder Fenster mit Einwurflöchern gelangen wir in die Reben ob Neftenbach: Stadtberg, so verrät die Karte, heisst der Flecken hier. Kurz darauf das Schloss Wart (im neugotischen Stil) und seine Nebengebäude – das letzte Schloss, das auf ZH-Boden errichtet wurde: hier. Beim Tümpel unterhalb des Talguets, wo sich Libellen ein Stelldichein geben, fällt der Weg in Treppenstufen hinunter zur Töss, die träge und sehr grün daherfliesst. Über die etwas trist wirkende, sandfarbene Betonbrücke hinüber zum Tössfeld, wo emsig an einer neuen Siedlung gebaut wird, kommen wir zur Doppelstation Pfungen/Neftenbach – der Zug nach Bülach sauste gerade an uns vorbei. Wir entschieden uns aber für ein „Afterhour“ im Restaurant National am Bahnhofsplatz in Winti – setzten uns auf die Terrasse und liessen die Glieder ein wenig ruhen. Die spätsommerliche Sonne heizte nochmals mächtig auf – statt einen Weisswein (da leerer Bauch), nahm ich einen Schwarztee,  das von den Bergschuhen hell begeisterte Edith einen Espresso.



Wann gehen wir wieder einen Steilhang an? Nächsten Freitag, sofern es nicht schüttet....


 


Tourengänger: Henrik

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