Meglisalp (Klettergarten) - Ageteplatte


Publiziert von Ivo66 Pro , 5. September 2010 um 20:31.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 5 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:Wasserauen - Schrennenweg - Meglisalp - Klettergarten - Ageteplatte - Mesmer - Seealpsee - Wasserauen
Kartennummer:1:25'000 Säntis

Der heutige Sonntag bescherte uns für einmal keinen beeindruckenden Berggipfel, sondern herrliches Klettern in bestem Gestein. Der hervorragend eingerichtete Klettergarten auf der Meglisalp kann mit bestem Gewissen empfohlen werden und eignet sich auch für Anfänger (wie z. B. mich selbst...), wobei man selbstverständlich jemanden dabei haben muss, der sich mit Seilsicherung und -handhabung bestens auskennt. Dafür gibt es niemanden Besseren als meinen Bruder Roli, der die Routen in einer Eleganz und Schnelligkeit vorkletterte, dass mancher Schimpanse vor Neid ein weisses Fell bekommen hätte.

Es stehen auf der Meglisalp auch anspruchsvollere Routen zur Verfügung. Die Anzahl möglicher Kletterrouten scheint fast unbegrenzt zu sein.

Lena und ich sind in Bergschuhen mit harter Sohle geklettert, was auf diesem herrlichen Gestein ganz gut ging und den netten Nebeneffekt hatte, dass wir diese Schuhe unter Seilsicherung bis zum Äussersten testen konnten und so das Vertrauen ins Material gestärkt wurde. Roli benutzte als Vorkletterer Kletterschuhe, was auch Sinn machte, da er bei einem allfälligen Sturz doch im schlimmsten Fall einige Meter in unsanfter Weise an Höhe verloren hätte.

Unsere Route trug den kuriosen Namen "Schnoderfetzli" und ist wohl die leichteste im Klettergarten Meglisalp. Es geht aber auch hier ganz schön steil hinauf und einige Stellen haben es durchaus in sich. Bereits im unteren Teil (1. von 2 Seillängen), die noch mit 3a (oder III) bewertet wird, ist eine Stelle zu bewältigen, wo die Griffe und Tritte weit auseinander liegen. Die Schlüsselstelle befindet sich dann ganz oben, kurz vor dem Ziel (2. Seillänge), wo man sich an allerdings guten Griffen über einen Absatz hochziehen muss. Die Stelle hat den Schwierigkeitsgrad 3c (oder IV-).

Wie schon erwähnt, eine bessere Felsqualität zum Klettern kann ich mich nicht vorstellen. Der klassische Alpstein-Schrattenkalk ist enorm griffig. Selbst kleinste und feinste Griffe sind hart wie Granit. Man arbeitet sich vorwiegend an Rissen hoch. Selbst unsere (zwar qualitativ hervorragenden) schwere Bergschuhe fanden überall besten Halt. Das Erfolgsgefühl eine derart steile Felswand gemeistert zu haben ist einmalig. Wir hatten Riesenspass!

Anschliessend sind wir auf dem Wanderweg noch zur Ageteplatte aufgestiegen und dort den gut gesicherten Steig hinunter zum Mesmer abgestiegen. Im mittleren Teil war die Route von den Neuschneefällen der vergangenen Tagen noch sehr sumpfig, aber dennoch gut zu begehen. Vom Mesmer ging es auf dem Bergwanderweg hinunter zum Seealpsee und nach Wasserauen. Eine genauere Routenbeschreibung ist nicht notwendig, da die Wege bestens ausgebaut, gesichert, markiert und ausgeschildert sind.

Nochmals herzlichen Dank an Roli für dieses tolle und ungewöhnliche Wochenende im Alpstein.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


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