Gipfelsammeln rund um die Schöttelkarspitze (2050m)


Publiziert von felixbavaria Pro , 5. September 2010 um 19:59.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Karwendel
Tour Datum: 5 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   Soierngruppe 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von der B2 ca. 1 km nördlich der Ausfahrt Mittenwald-Nord, gegenüber einem Hinweisschild zu einem Campingplatz, zu einem kleinen Parkplatz vor einer Brücke.
Kartennummer:Kompass 6 (Walchensee)

Angesichts der immer noch heiklen Verhältnisse in den Hochlagen ging's heute ins schöne Isartal. Die Soierngruppe ist ja nicht gerade für ihre Einsamkeit bekannt, dennoch gibt es auch hier noch wenig begangene Pfade.

Aufstieg: über Ochsenalm

Vom oben angegebenen Parkplatz aus über die Brücke, dann einem Teersträßchen bis zu einer Forsthütte folgen, kurz danach geht die Straße in einen kleinen Ziehweg über. Dem Ziehweg nach, bis man bei einer Lichtung auf eine breite Forststraße trifft. Dort links zur Aschaukapelle und -alm und dem Wegweiser Richtung "Fereiner Alm" folgen. Kurz hinab zum Seinsbach, diesen überqueren und auf einem schönen Steig in Serpentinen hinauf zur Forststraße, die vom Parkplatz am BW-Schießstand herführt. Ein großer Teil dieser monotonen Forststraße ist damit umgangen.

Auf dem Forstweg also noch ca. 1,5 km weiter, bis an der "Ochsenalm" ein Steig nach links abzweigt (Wegweiser). In schöner Führung erst links, dann rechts eines Bachgrabens, großteils in freiem Gelände, in die Latschenzone, diese nach links queren und in einer grasigen Rinne steil hinauf zu einem Sattel. Hier ist ein prima Brotzeitplatz, denn der Blick ins Karwendel ist hervorragend.

Weiter auf steinigem Steig hinauf zur Felderkreuzscharte. Hier begegnete uns ein Strom von Touristen, die wohl vom Soiernhaus aufgebrochen waren. Davor hatten wir niemanden getroffen.

Von der Scharte auf nun gut bevölkertem Weg durch gerölliges, aber unschwieriges Gelände ca. 50 m hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf zur Schöttelkarspitze, die aufgrund der steilen Abbrüche "hintenrum" bestiegen wird.

Am Gipfel können wir dann eine Zeitlang absolute Ruhe genießen. Es blühen Massen von lila Enzianen!

Abstieg: über Seinskopf, Signalkopf und Lausberg

Zurück zur Felderkreuzscharte und zum Sattel auf dem Anstiegsweg. Dann ging es über den unmarkierten Gratweg (der offizielle Weg geht in der Flanke weiter) über ein schrofiges Köpferl (dieses kann auch umgangen werden, eine Überschreitung ist schon fast T4) bis unter den Seinskopf und über eine kurze Felsstufe (I) zum wenig spektakulären Gipfel ohne Kreuz.

Danach sind wir über den Signalkopf und den Lausbichl zurück zur Forststraße über dem Seinsbachtal abgestiegen. Zum Gipfelaufbau des Signalkopfs führt ein unmarkierter, aber gut sichtbarer Steig, kurz vor dem Signalkopf führt er etwas unangenehm durch schrofiges, rutschiges Gelände.

Der Abstecher zum Signalkopf selbst ist ausgesetzt und luftig, aber mit so vielen Eisenbügeln gesichert, dass eine "Fels"kletter-Skala kaum anwendbar ist. Dabei folgt die gesicherte Route nicht der einfachsten Route im Fels (diese wäre ungesichert wohl ein IIer), sondern überwindet eine senkrechte Platte.

Der Weiterweg erfolgt dann auf einem ruppigen Steig, der nach unten zusehends besser wird und durch Latschengassen auf dem Grat, dann in sehr steilen Grasflanken in vielen Serpentinen zur Forststraße führt. Neuerdings ist der Abzweig von dort auch beschildert. Von dort auf dem Anstiegsweg in 30 min. zurück zum Parkplatz.

Tourengänger: felixbavaria

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Kommentare (6)


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ju_wi hat gesagt: Wegverlauf
Gesendet am 5. September 2010 um 22:22
Hi Felix,
fast wie unsere Tour letzten Oktober. Übrigens hättest du beim "Gipfelsammeln" noch das Feldernkreuz einsammeln können :-) OK, Margit hatte da letztes Jahr auch keine Lust kurz durch Steilgras auf diesen unspektakulären Gipfel...

Den Grat vom Seinskopf sind wir damals auch gegangen und über das schrofige Köpfl abgeklettert.

Beste Grüße, Jürgen

felixbavaria Pro hat gesagt: RE:Wegverlauf
Gesendet am 6. September 2010 um 21:34
Hi Jürgen,

hast Du eine Idee, warum Dein GPS die Höhenmeter mit 1780 (!) beziffert, während ich mit der Karte nur 1450 m errechnet habe (1200m Krün - Schöttelkarspitze, Gegenanstieg beim Übergang von der Scharte zur Schöttelkarspitze ca. 100m, Gegenanstieg zum Lausbichl gute 100m inkl. Köpferl, weitere Gegenanstiege ca. 50m). Dein Abstecher zum Feldernkreuz, Euer Rückweg mit leichter Gegensteigung sowie unser leicht höherer Ausgangspunkt sowie Messtoleranz könnten 100m mehr erklären, aber doch nicht 330?

Viele Grüße,
Felix

ju_wi hat gesagt: RE:Wegverlauf
Gesendet am 6. September 2010 um 22:39
Hi Felix,
die alte Diskussion um die gemessenen GPS-Höhenmeter. Die führe ich mit Gero immer liebend gerne :-) Also ich denke die Antwort liegt dazwischen:

D.h. 1.) die mit der Karte ermittelten Höhenmeter von Dir sind zu niedrig, da es praktisch immer auch in den Aufstiegen kleine Gegenanstiege gibt. Da kommen über die gesamte Gehstrecke ganz schnell mal 100 Hm extra zustande.

Dann kommt 2.) noch das was Du schon schreibst dazu - exakt die gleiche Route sind wir halt nicht gelaufen. Wir sind z.B. vom Seinskopf einmal oben über Grat und Köpfl, einmal unten den Querweg - dann einen recht weiten Rückweg an der Isar ... wie auch immer.

So und dann kommt 3.) noch der Effekt dazu, dass das GPS wirklich zu viele Höhenmeter aufsummiert, da die Koordinatenbestimmung einen Meßfehler hat. Nimm z.B: eine ganz ebene Strecke mit 100 Wegpunkten: Ohne Meßfehler hast Du immer den gleichen Höhenwert und damit einen Differenz von 0. Mit Meßfehler von 0,2 m pro Wert hast Du irgendwas zwischen 0 und max. 40 Hm als Summe der 100 Wegpunkt-Differenzen.

Mittlerweile glätte ich den GPS-Track nachträglich immer noch in Nachbearbeitung in einem Verfahren mit 3 Stützpunkten. Das reduziert bei 2000 Hm-Touren typischerweise so um 150 - 200 Hm. Das ist der "GPS-Effekt". Aber das habe ich bei iden frühen Touren-Logs noch nicht getan. Vergleiche mal eine der neueren Touren - da würde ich tippen, dass wir nahe zusammen liegen - aber wie gesagt nur mit Karte kommst Du wohl meist zu niedrig raus...

Beste Grüße, Jürgen

PS: Beim Krottenkopf kommen übrigen 1000 (oft harte) Hm von der Radlstrecke um den Wank :-)

felixbavaria Pro hat gesagt: RE:Wegverlauf
Gesendet am 6. September 2010 um 22:45
OK, danke. Sehr interessant, aber auch irgendwie klar. Da sagt der Elektrotechniker: Es kommt auf die Grenzfrequenz des Tiefpasses an ;-)

Für eine Ameise, die jeden Stein überklettert, ist der Krottenkopf also ein Viertausender.

Viele Grüße, Felix

gero Pro hat gesagt: Mein Beitrag zum GPS
Gesendet am 7. September 2010 um 16:25
Hi Jürgen und Felix,

also ich kann nicht anders, ich muß mich hier in die Diskussion mit einklinken. Jürgen hat ja oben schon den Hinweis über unsere "Kabbelei" gemacht, was GPS und Genauigkeit angeht.

Lieber Jürgen, nicht böse sein, aber ich mach auch gleich ein Smilie dahinter, ja ? ;-)))

Inzwischen hab ich mit GPs etwas mehr Erfahrung als noch vor einiger Zeit.
Was die Höhenmessung angeht: die kannst Du fast vergessen. Deine Landkartenmethode ist VIEL genauer - und erst recht die Angabe des SUUNTO-Armbanduhr.
Z.B. mein gestriger Weg auf die Schesaplana. Laut Karte von Gandawald (1043 m) bis Gipfel (2964 m) macht ca. 1920 Hm. Dazu einige WENIGE Gegenanstiege: mein SUUNTO zeigte 2045m Aufstieg und 2015m Abstieg an, das macht im Mittel 2030m - und genau die hab ich im Bericht auch angegeben.

Und mein Garmin?
4200 Hm im Aufstieg und 4600 Hm im Abstieg - knapp vorbei ist auch daneben! nicht nur total zu viel, auch eine unerklärliche Differenz zwischen Auf- und Abstieg!
Gut, mit Höhenmessung hat es GPS noch nicht so richtig, aus geometrischen Gründen (steile Satellitenstellung). Trotzdem haben SUUNTO und Garmin am Anfang und am Ende und auch auf dem Gipfel jeweils die korrekten Höhen angezeigt - nahezu metergenau !!!
Mit der Freeware GPS-Track-Analyse kann man dann die Höhenmeter des Garmin noch glätten - das ist auch unbedingt nötig, damit sie ein bißchen besser werden.
Jetzt werden 2208m Aufstieg und 2198m Abstieg ausgewiesen - immer noch zu viel, aber im Prinzip leidlich ok. Mehr aber auch nicht.

So ist das immer bei allen meinen Touren - das GPS zeigt immer VIEL zu viele Höhenmeter an. Ich habe dafür bisher keine vernünftige, wirklich stichhaltige Erklärung gefunden.

Eine wären übrigens etwaige Kommunikationsstörungen zu Satelliten und damit verbunden Meßausfälle. Man sieht das dann an wilden Sprüngen im Grundriß des GPS-Tracks. Hatte ich gestern ebenfalls nicht - keine Ausfälle.

Übrigens bin ich von der sagenumwobenen Exaktheit der GPS-Geräte auch in der Grundrißmessung nicht 100%ig überzeugt. Wenn ich meinen gestrigen GPS-Track bei Vergrößerung ansehe (Du kannst das nicht nachvollziehen, weil Du keine software dazu hast - mit GPS-Track.Analyse könntest Du es, Freeware!), dann sehe ich, daß Auf- und Abstiegsweg keinesfalls immer übereinander liegen, wenn sie es definitv müßten - z.B. bei Begehung einer Forststraße (wie gestern), da kann schon mal mitten im Freien der AUFstiegsweg 50m (!!!) neben dem ABstiegsweg liegen. Aber das ist eher die Ausnahme. Besser als 3m gehts eh nicht, das ist die (selten erreichbare) theoretische Satellitenauflösung.

Trotzdem gilt: das GPS ist ein nettes, schönes und durchaus manchmal nützliches Spielzeug - aber nicht im entferntesten ein Ersatz für eine Landkarte! Nur in Verbindung mit dieser UND EINEM BAROMETRISCHEN HÖHENMESSER wie meiner Armbanduhr entwickelt es seine Fähigkeiten - ohne die ist es zu (noch?) unzuverlässig.

So, in diesem Sinne meine bescheidenen Erfahrungen .... Gruß vom Georg

ju_wi hat gesagt: RE:Mein Beitrag zum GPS
Gesendet am 7. September 2010 um 21:38
Hi Gero,
schön dass Du die Diskussion mitbekommenhast - um Gottes Willen ist ja kein Problem - ich seh ja selbst, dass GPS immer zu viel anzeigt. Meine Erklärung dazu steht ja oben, die kann ich von Wegpunkt zu Wegpunkt sehen. Wobei ich die Differenzen Deines Oregons wirklich NICHT beobachte. Es kann mal vorkommen, dass 1100 statt 900 m gemessen werden bei mir - auch überl aber einen Faktor 2 hatte ich wirklich noch nie...

Beste Grüße, Jürgen

PS: Mit den Haklern bei Messung der Horizontalposition hast Du auch schon recht. Meist löse ich das, wenn es mir auffällt durch Aus- und Wiedereinschalten. Danach findet er meist wieder die richtige Position. => Allemal schade - aber muss man wohl so akzeptieren ...


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