Hohe Geige (3396m)


Publiziert von Murgl , 4. September 2010 um 16:11.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum:19 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1790 m
Abstieg: 1790 m
Strecke:Wanderparkplatz Plangeross - Rüsselsheimer Hütte - Hohe Geige - retour
Unterkunftmöglichkeiten:Rüsselsheimer Hütte (2328m)

Den namensgebenden und höchsten Gipfel des Geigenkamms wollte ich eigentlich vor vielen Jahren mit meinem Bruder besteigen. Damals ging einiges schief, bei schlechtem Wetter verstiegen wir uns und es wurde nichts aus dem Gipfel. Hin und wieder war die Hohe Geige auf meinem virtuellen Bildschirm, aber eine richtige Gelegenheit, diese Gipfeltour nachzuholen drängte sich nicht auf – bis zu diesem Jahr. Der zweiwöchige Urlaub mit meiner Familie in Fiss im Samnaungebirge war schon mehr als halb vorbei. Wir hatten einige Tagestouren mit 1300-1400 m Höhenmetern hinter uns und fühlten uns damit nicht unbedingt ausgelastet – warum also nicht die 1800 Höhenmeter von Plangeross bis zum Gipfel der Hohen Geige in Angriff nehmen? Für den vorletzten Urlaubstag „versprach“ der Wetterbericht nach einigen trüben Tagen Wetterbesserung, also fuhren wir los ins hintere Pitztal zum Wanderparkplatz kurz vor Plangeross.

Von dort geht direkt ein schöner Steig zur Rüsselsheimer Hütte (früher Neue Chemnitzer Hütte) ab, der schnell und fast gleichmäßig an Höhe gewinnt. Wir können zwar erst um halb zehn starten, aber die Luft ist ziemlich kühl und angenehm für die vor uns liegenden Höhenmeter. Nach ca. 1 ¼ Stunden ist die 2328 m hoch gelegene Hütte erreicht und eine Pause angesagt.

Der „Normalweg“ zur Hohe Geige führt nun zunächst etwas flacher in Richtung eines namenlosen Kars unterhalb des Ampferkogels weiter. Bald zweigt nach rechts der Steig zum Weißmaurachjoch ab, den lassen wir rechts liegen. Die nächste Abzweigung führt zum Gahwinden, für uns geht’s der Beschilderung „Hohe Geige Normalweg“ folgend weiter Richtung Osten. Allmählich wird es etwas steiler, der Steig streckenweise undeutlicher und es geht durch ein schuttiges Kar, bis der Steig auf ca. 2750 m  Höhe nach links herum nordwärts biegt und auf einen grasigen Buckel führt, auf dem es in einigen Kehren weiter zügig aufwärts geht. Bald wird der Grasbuckel durch eine schuttig-felsige Zone abgelöst, in der es nun deutlich steiler wird. Schon nach wenigen Metern in der felsigen Zone kommen ein paar kurze, einfache Kletterstellen, von denen die erste etwas ausgesetzt ist und Vorsicht erfordert. Schwache Markierungen geben Orientierung. Gleichmäßig steil, aber kaum ausgesetzt geht’s aufwärts, weiter oben wird es schuttiger und man muss an einer paar Stellen aufpassen, dass man nicht ins Rutschen kommt oder Steinschlag verursacht. Mit der nötigen Konzentration gibt’s aber kein Problem. Auf knapp 3200 m wendet sich der Steig dann eine Zeitlang nach rechts, die Flanke querend und anschließend wieder direkt hinauf und man erreicht überraschend eine Mulde, in der sich ein kleiner See befindet und die rechts von einem Minigletscher flankiert wird. Hier auf ca. 3240 m Höhe kann man erst mal durchatmen.

Wir passieren den kleinen See linksseitig und müssen uns nun durch große Steinblöcke mühen, die zum Teil locker sind und andauernd Vorsicht erfordern. Nur mäßig steil geht es langsam in Richtung des WSW-Grates, auf dem das letzte Stück unschwierig zum Gipfel führt, den wir um halb zwei erreichen.

Die Sicht kann auf dieser Höhe nur großartig sein. Allerdings stecken noch immer einige Gipfel in Wolken, aber nach den letzten trüben Tagen wäre es kleinlich, das zu beklagen.

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg. An den schuttigen Stellen muss man noch mehr aufpassen als beim Aufstieg, aber schwierig ist es nicht. An der Rüsselsheimer Hütte machen wir nochmals längere Pausen und genießen die Blicke in die verschiedenen Richtungen. Mittlerweile haben sich fast alle Wolken verzogen. Kurz vor 18 Uhr sind wir am Parkplatz nach einem erlebnisreichen Tag – unserer „Königsetappe“ – zurück.

Tourengänger: Murgl

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