Großer Trögler 2902m Überschreitung


Publiziert von Kris , 1. September 2010 um 04:46.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Tour Datum:11 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 9:00
Aufstieg: 700 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Dresdner Hütte - Größer Trögler - Kleiner Trögler - Sulzenauhütte - Sulzenaualm - Grawawasserfall - Parkplatz am Grwawasserfall (ca 11,2km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Parkplatz an der Stubaier Gletscherbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Parkplart Grawawasserfall/Grawaalm, auf der selben Straße wie die Gletscherbahn
Unterkunftmöglichkeiten:Sulzenauhütte

Abwechslungsreiche Tagestour mit wunderschönen landschaftlichen Einblicken.

Startpunkt war wieder einmal die wohlbekannte Dresdner Hütte - von dort aus gehts auf gut markiertem Weg zum Großen Trögler. Anfangs über fast ebenmäßiges Geröllgelände, gelangt man alsbald zum "Einstieg".

Schnell und unschwierig gewinnt man an Höhe und mit jedem Höhenmeter mehr erhascht man neue Einblicke in die Stubaier Gletscherwelt.. Der Weg bleibt dabei ungefähr in gleichem Gelände. Leichtes Geröll, und kurze Blockstellen durchsetzt von viel normalem Bergpfad. (T3)

Auf gewisser Höhe gelangt man an ein charakteristisches Joch, durch das man endlich das Stubaier Dreigestirn erlicken kann - es wirkt nah wie zum Anfassen. (Zuckerhütl, Wilder Pfaff, Wilder Freiger)
Juli-August dürfte die perfekte Aufstiegszeit sein, andernfalls sollte man mit Überquerung von Schneefeldern rechnen.

Kurz vorm Gipfel des Großen Tröglers ist dann noch einmal kurze Orientierungsfähigkeit gefordert. Zu leicht lässt man sich in die Irre führen und steht plötzlich auf dem direkten Grat vor dem Hauptgipfel und müsste in heikler Kletterei zum Gipfel gelangen. (schätze es als T5 ein). Also hieß es zurückkraxeln und den Normalweg finden. Das war dann auch leichter als gedacht und so standen wir zügig auf dem Gipfel des Großen Trögler. Bis zu diesem Punkt eine leichte Bergwanderung, die ich maximal mit T3 bewerten würde.

Die Überschreitung erfordert dann doch mehr alpinistisches Können .. aber dafür wirds ab jetzt auch abwechslungsreicher. Bei meiner Besteigung des Tröglers 2005 war mir die Überschreitung zum Kleinen Trögler noch zu heikel, sodass ich kehrt machte. Nun war die Zeit reif und ab nun wurde es vor allem einsamer als vorher. Der Große Trögler ist als Aussichtsberg auf die höchsten des Stubaitals gerühmt und somit oft besucht.

Anfangs gehts über den Verbindungsgrat zwischen Großem und Kleinen Trögler recht luftig an der Gratkante entlang (T4) Nun folgt ein ständiges Auf und Ab entweder auf oder etwas rechts vom Grat. Leichte Kraxelstellen sind dabei ungesichert zu bewältigen (I)

Bald erfolgt die weglose, freiwillige Besteigung des Kleinen Trögler Gipfels etwas abseits des ausgetrampelten Pfades. (T3+) Der Gipfel wird im Gegensatz zum Großen Trögler nur durch einen Steinmann und nicht durch ein Gipfelkreuz gekennzeichnet.

Dem Normalweg weiter folgend wird es nun wieder ebenmäßig und man durchläuft fast schottische Atmossphäre (wären diese hohen Berge rundherum nicht ;) ) Grasflächen durchsetzt von Felsen und Geröll mit vielen Schafen - herrlich :)

Der Weg zur Sulzenauhütte wird dann noch einmal deutlich anspruchsvoller. Zur Vorsicht mahnt auch ein Gedenkschild - anscheinend ist hier nicht erst ein Bergfreund tödlich verunglückt. Lange drahtseilversichte Passagen warten auf den Begeher. Zum einen rutschig und steil versicht das Drahtseil auch extrem steile Felspassagen, die stellenweise auch mit Eisentritten versehen sind. Diese sind alle topaktuell und laden zum Begehen in Klettersteigatmossphäre ein. Die Passagen sind höchstens 10-15 Meter hoch. Nach den steilen, rutschigen Stellen gehts wieder relativ ebenmäßig über einen kleinen Rücken und nun hat man bereits die Sulzenauhütte im Blick. Schönen Blick gibts zusätzlich auch auf viele kleine Bergseen und den großen Sulzenauferner unterhalb des Zuckerhütls.
Bald darauf kommt man in freundlicher Umgebung auf der Hütte an.. nach ausgiebiger Speise gehts weiter in Richtung Sulzenaualm.

Also man muss wirklich sagen .. paradiesische Umgebung! Flaches Hochtal zwischen steilen Bergflanken, ein großer Wasserfall, Einsamkeit und viel Alpenvegetation sorgen für perfektes Bergfeeling.
Als besonderes Schmankerl ist das Tal durchsetzt vom Bach der im Grawawasserfall endet. Dieser ist umgeben von einer Vielzahl von Sandbankartigen Gebilden. Der Weg gestaltet sich von hier aus als leichtes T3 Gelände.

Erst steiler und in Serpentinen schlendert man eine ganze Weile lange durch das ebenmäßige Tal bis man zur urigen Sulzenaualm gelangt. Von dort aus gibt es mehrere Möglichkeiten ins Tal zu gelangen. Ich entschied mich für den gerade erst eingerichteten "Wilde Wasser Weg" - der am im Winter von vielen als Eiskletterstelle genutzten Grawawasserfallvorbeiführt.

Der Steig war stellenweise rutschig und steil - allerdings landschaftlich wunderschön. Die Wasserstürze des Grawawasserfalls sind beeindruckend. (T3) Von hier aus gehend ist es nicht mehr lang bis zur Endstation - der Grawaalm im Tal, beziehungsweise dem Parkplatz bei dieser.

Zusammenfassend:

Schöne Tagestour mit Überschreitung und tollem Blick auf die Gletscherwelt ums Zuckerhütl, landschaftlich reizvoll und mit guten Einkehrmöglichkeiten. Alles bewegt sich in moderatem Schwierigkeitsgrad.

  • KONDITION 3/5
  • ORIENTIERUNG 2/5
  • TECHNIK 2/5
  • EXPONIERTHEIT 2/5

Tourengänger: Kris

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Kommentare (1)


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38rupert hat gesagt: Großer Trögler
Gesendet am 28. Juli 2011 um 08:54
Diese Tourenbeschreibung ist eine der besten, die ich bisher gelesen habe. Die Beschreibung der Route und der Schwierigkeiten ist ausgezeichnet.
So sollten Informationen sein !



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