Bike&Hike Frutigen-Steghorn (inkl. Lämmerehorn)


Publiziert von Camox , 23. August 2010 um 19:23.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:22 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Mountainbike Schwierigkeit: WS - Gut fahrbar
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-BE 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 2500 m
Abstieg: 2500 m
Strecke:Frutigen - Kandersteg - Stock - Gemmipass - Lämmerebode - Leiterli - Steghorn - Lämmerehorn - Leiterli - Lämmerebode - Gemmipass - Stock - Kandersteg - Frutigen

Diese konditionell anspruchsvolle Tour starte ich in Frutigen früh morgens, anfangs noch etwas harzig da noch die gestrige Tour (*Dündenhorn und Zallershorn) in den Knochen. Auf markierten Velorouten geht’s zuerst nach Kandersteg. Ogi-Town wird auf der Hauptstrasse durchfahren bis man zur Verzweigung Gasterntal / Üschenetal kommt. Hier führt der Wanderweg nach Stock steil die Hänge hoch. Viel zu fahren gibt’s auf diesem Abschnitt allerdings nicht. Der Schotterpfad ist zwar breit, dafür aber ziemlich steil und ausgewaschen. Entlohnt wird man beim Stossen im oberen Wegteil mit einer prächtigen Aussicht das Tal runter. Ab Stock kann man dann alles bis zum Gemmi fahren, ein gutes Biketraining vorausgesetzt. Zuerst durch eine Felswand über dem Gasterental, dann flach durch die Spittelmatte, dann die Kantonsgrenze passierend hoch nach Schwarenbach und weiter zum Daubensee. Weiter in leichter Steigung die Rampe östlich des Sees hoch und wieder leicht runter zum geografischen Gemmipass auf 2’270müM. Hier zweigt der Weg in den Lämmerenboden ab. Ich durchquere zuerst den Stollen (Velohelm am besten anbehalten), quere eine Schutzmauer und ein Schneefeld und gelange so in die weite Bodenebene. Dann in einer genüsslichen Fahrt diese querend zu Punkt 2'315 wo der Aufstieg zur SAC Lämmerenhütte beginnt.
Hier lasse ich das Bike stehen und gehe zu Fuss den Hüttenweg hoch. Dabei sind im oberen Teil ein paar Felsstufen zu begehen. Das ganze ist aber gut mit Ketten und Seilen gesichert. Oben verzweigt sich sogleich der Weg und ich schlage den blau markierten Pfad Richtung Rote Totz-Lücke ein. Diesem folge ich auf den ersten Metern, bis vor die Bachquerung. Hier gehe ich aber links ab und folge blauen Markierungen, Steinmännli und einem guten Pfad die Geröllhänge hoch zum Leiterli. Das Leiterli ist die Schlüsselstelle dieser Tour. Es ist eine schräge Felsrampe, welche aber dank Sicherungen und guten Tritten gut begehbar ist. Oben angekommen steigt der immer noch gut ersichtliche Weg weiter einen Moränenkamm hoch in westliche Richtung. Dann geht’s rechts oder nördlich eine Felslücke hoch. Nun steht man vor dem langen Rücken des Steghorns. Von hier gibt es mehrere Aufstiegsmöglichkeiten. Ich entscheide mich für den direktesten über das Schneefeld, welches einen fast zum Gipfel führt. Dabei wären Steigeisen keine schlechte Sache gewesen im rutschigen Schnee. Die Adduktoren machten sich am nächsten Tag jedenfalls mit einem Kater bemerkbar. Dem Schneefeld folgend gelangt man auf einen breiten Pass und nach einem kurzen Aufstieg über Geröll (Pfad vorhanden) steht man auch schon auf dem prächtigen Aussichtsgipfel, dem Steghorn. Nur der Wildstrubel steht etwas im Weg, aber der ist ja auch schön anzusehen. Und den Daubensee mag man auch nicht sehen. Dafür sieht man fast sämtliche Walliser, einen grossen Teil vom Jura und viele Berner. Es hat sich auf alles Fälle gelohnt! Das Gipfelbuch ist leider voll, sodass ich mich nicht verewigen kann. Hier oben treffen sich übrigens die Gemeindegrenzen von Kandersteg, Adelboden und Leukerbad.
Runter geht’s den gleichen Weg über die Ausläufer des Steghorngletschers rutschend zur Felslücke. Hier verlasse ich den Weg und steige etwas rechts ausholend ab und dann geht’s in kurzer Zeit sogleich über Schotter und Felsplatten rauf auf das Lämmerehorn. Dieses lohnt sich vor allem wegen der Aussicht auf den Lämmerebode.
Beim Abstieg vom Lämmerhorn Richtung Leiterli kürze ich etwas ab. Ich halte mich soweit rechts wie möglich das Gipfelgeröll runter, quere dann ein Schneefeld und gelange so in eine Schlucht. Diese durchquere ich flach auf einem Band, welches sich dann aber verliert. Dort muss man etwa vier Meter in brüchigem Fels runterklettern (Stellen II+), also nicht ohne. Weiter geht’s ein Geröllfeld traversierend zum Leiterli. Der bessere und einfachere Abstieg führt aber vom Lämmerehorn links ausholend zum Moränenkamm zurück. Ich passiere nun das Leiterli und dann geht’s den gleichen Weg runter zum Bike.
Die Abfahrt vom Lämmerebode bis nach Frutigen ist dann nochmals Genuss pur. Eine so lange Abfahrt gibt’s nicht oft in dieser Gegend. Nur der Abschnitt Stock-Kandersteg mag ich nicht so besonders, da man dort ständig voll auf den Klötzen sein muss. Im Tal gab’s dann eine wohlverdiente Glace (Kaffeecornet, sehr zu empfehlen!).
 
Zeiten:
Frutigen – Kandersteg: 1h
Kandersteg – Stock: 1h
Stock – Gemmipass: 1h
Gemmipass – Lämmerebode: 0.5h
Lämmerebode – Steghorn: 1.75h
Steghorn – Lämmerehorn: 0.75h
Lämmerehorn – Lämmerebode: 0.75h
Lämmerebode – Frutigen: 1.25h
 
Schwierigkeiten:
Lämmerenhorn: L
Steghorn: L
 
Auf ähnliche Weise habe ich übrigens schon das Daubenhorn und das Schwarzhorn über dem Lämmerenboden gemacht, ebenfalls zwei lohnende Gipfel.
Dieser Link zeigt ein paar Bike&Hike-Impressionen dieses Sommers, darunter auch Teile dieser Tour: http://www.youtube.com/watch?v=igvKV0Npwbw

Tourengänger: Camox

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (5)


Kommentar hinzufügen

akka hat gesagt: Läck
Gesendet am 23. August 2010 um 19:39
Ich hatte dieses Sonntag exakt die gleiche Idee, Letztlich hatte ich aber zu viel Respekt vor den Strapatzen und der Passage Stock-Kandersteg und unternahm nur eine Velotour zur Almenalp und ins Ueschinental.

Klasse Bericht und HAMMERMÄSSIGER FILM !!!
Merci.

Gruss
Jörg

skiboy1969 hat gesagt:
Gesendet am 23. August 2010 um 20:11
You've made a awful film
congratulation
Marco

Anna hat gesagt: RE:awful?
Gesendet am 23. August 2010 um 20:27
Ciao Marco,

It looks like you made an awful comment ;-)
Ciao, Anna

skiboy1969 hat gesagt:
Gesendet am 23. August 2010 um 21:16
sorry Anna, but for me it's clear that awful means, beatiful, terrific, incredibile, positive at all!!!!!!
ciao
Marco

Camox hat gesagt:
Gesendet am 24. August 2010 um 18:30
Hei Marco and Jörg,
Thank you for your compliments. Yeah, the film isn't bad, but I never thought, that such a short film is going to take me that much time to "produce" :-)
Anyway, I'll make a new one if I have enough scenes..


Kommentar hinzufügen»