Bella Tola und Rotighorn


Publiziert von akka , 25. August 2010 um 23:14.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:18 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1640 m
Abstieg: 1640 m
Strecke:Meiden 1818m - Meidtälli - Meidpass 2790m - Pas du Boeuf 2817m - Bella Tola 3025m - Borterpass 2838m - Rotighorn 2959m - Borterpass - Meidtälli - Meiden

Diese Wanderung war mehr oder minder eine Notlösung.
Nachdem am Vortag mit dem vielen Schnee rund ums Ginalshorn die Lust auf Schutt oberhalb von 3000m etws gedämpft wurde, war für diesen Tag bereits am frühen Nachmittag wieder Regen prognostiziert.

Die eigentlich geplante Turtmanspitze, mit Aufstieg über Ostgrat und Abstieg Nordgrat ,sah eindeutig zu winterlich und wenig sympatisch aus.
Auf Anraten des Hausherren gingen wir dann mal Richtung Meidpass. Offen gesagt war ich insgeheim scharf auf das Rotighorn, dies musste nur meiner Begleitung schonend beigebracht werden...

So rief ich als Ziel mal die allseits bekannte Bella Tola aus und liess mir die Sache für die zweite Tourenhäfte zum Abstieg über den Borterpass offen.

Gestartet sind wir erneut in Meiden (1818). Ein wieder mal für die Jahreszeit viel zu nasser Weg führt landschaftlich hübsch zu den Meidstafeln im Meidtälli. Es zieht sich etwas, ehe man auf gutem Trampelpfad den Meidpass auf 2790m erreicht. (T2) 

Trotz wolkenverhangenen Himmel waren hier wieder viele Wanderer unterwegs, die wohl die Matterhornrunde zum Ziel hatten. Das Meidtälli ist bei schönen Wetter wohl attraktiver, als ich es empfunden hatte. Machte einen etwas eintönigen Eindruck. Hübsch anzusehen sind gleichwohl Meidhorn, Turtmannspitze, Meidzänd und Corne de Boeuf. Ach ja, eher ein unansehnlicher Schutthaufen ganz rechts mein heimlicher Wunschberg, das Rotighorn. 

Ein Pass hat Wind, sonst wärs kein Pass geworden. Ist es so? Jedenfalls blies es wieder sehr spätherbstlich auf knapp 2800m. Kurz und schnell geht es hinab auf 2600m und wirklich wärmer mag es nicht werden. Nun weiter nach Norden Richtung Pas du Boeuf 2897m aufsteigend. Man trifft dabei irgendwann auf die Skipiste. Das kenn ich bereits vom Winter. Hier bin ich schon mal zur Bella Tola vor fünf Jahren und aufs Runds Hörli im vergangenen Winter. Zuletzt steigen wir zur Bella Tola über die Südflanke auf einem Schuttpfad, an dem zuoberst gar Seile für Stöckelschuhwanderer zum Festhalten installiert sind. (T2+).

Nun gut, der Gipfel ist dann erreicht und inzwischen hat leichter Schneefall eingestzt. Früher als gemeldet. Das Wetter kann man nicht ändern und den Bucheli ohnehin nicht. In einen Gipfelbuch habe ich an einen Vortag gelesen: "Lasst Kachelmann frei - Bucheli in den Knast... .  Solch drastische Massnahmen (Knast) brauchte es heute im "Fall Bucheli" nicht. Ich denke http://www.youtube.com/watch?v=yLGhk9iL22g wär auch okay. In diesem Fall wäre Sursulapitschi als Moderatorin kein schlechter weiterer Zug.
Zurück zur tristen Bella Tola. Der Wind blies und alles Material kam schnell aus dem Rucksack, um im Schneegestöber Mitte August, zum Gipfelfotoduett einen Moment stillzustehen. Dies vor dem Kreuz, aber ohne König Alfons den Viertel-vor-Zwölften. (die Uhrzeit hätte gepasst).
Ich sah das Rotighorn, das glücklicherweise nicht den Eindruck eines  Scheinriesen (Tur Tur, ääh Tortour)  machte. 

Okay, nun ist aber wirklich fertig mit Lummerland.
Wir machten uns schnell an den Abstieg und mein Argument, deutlich schneller im Meidtälli zu sein (und somit zufällig auch näher am Rotihorn...) wenn man vom Pas de Boeuf nach Osten zu den kleinen Seen absteigt und anschliessend auf den Borterpass (2839m), zog.
 Die Blöcke die dabei überstiegen werden müssen verleihen diesen endlich mal interessanten Abschnitt die Bewertung T3.
Am Borterpass dann, wie sollte es anders sein, Wind. Die Regenjacke hatten wir bereits anbehalten, wenngleich es gerade trocken war. Der Westgrat auf das Rotighorn sah alles andere als gimmig aus und so gab es dann die nicht zu vermeidende Trennung. Der Grat ist mit viel Blöcken übersäht und ohne Schwierigkeiten gelangt man auf den Gipfel dieses schön gelegenen Ausichtsbergs, dem Rotighorn 2959m (T3+).
Es gäbe an sich attraktive Varianten über die steile grasige Ostflanke, oder dem Nordostgrat. Aber die endlosen Geröllfelder im Rotigtälli brauchen Zeit, Geduld und Nerven. Nein das sieht sogar mir zu schrecklich aus. 
Deshalb geht es hurtig zurück zum Borterpass und dann ins Meidtälli bis Meiden. Eine Pause gönnte ich mir dann trotz zunehmenden Regen in den Heidelbeerfeldern zwischen 2100-2200m. Tupperware im Rucksack nicht umsonst mitgeschleppt !!!



 

Tourengänger: akka

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