Brunnethorn - Patron über dem Rhonetal


Publiziert von akka , 22. August 2010 um 22:31.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:13 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1660 m
Abstieg: 1660 m
Strecke:Folluweide 1557 – Obri Salweide 1700 – Gasalpji 1833 – Vorsass 2118 – Zer Pletschu 2186 – Aengi 2357 – Dirre Bode 2601 – Brunnethorn 2952 – Brunnetji 2328 – Chiemattji 2362 – Vorsass – Obri Salweide – Folluweide1560

Das Brunnethorn ist ein auffälliger Berg am südlichen Ufer des Rhonetals. Obwohl nicht ganz 3000m hoch, fällt es über das Emshorn knapp zweieinhalbtausend Höhenmeter nach Turtmann und Agarn ab und bildet den Eckpfeiler zwischen deutsch- und französischsprachigem Wallis.
So oft schon dachte ich mir bei der Fahrt durchs Rhonetal, dass ich demnächst mal gerne da hoch möchte. Im Blick hatte ich eher die gewöhnliche Route via Emshorn.
Ein Aufstieg von Osten aus dem Turtmanntal über das Bortertälli versprach eine interessante, eher seltener begangende Variante zu sein.
 
Aufstieg Folluweide 1557m – Ängi 2357m (T2)
Ich hatte nicht meinen besten Tag. Die ausgedruckte Karte mochte ich nicht so recht interpretieren können. Ein steiler Waldweg, etwa 150m nördlich (Tal auswärts) der Folluweide, war auf 1557m der Ausgangspunkt. Bereits an der ersten Wiese kam ich unerklärlicherweise ins Straucheln und verbrachte die Zeit mit Wegsuchen. Zur Entschuldigung muss ich im Nachhinein sagen, dass sich die Realität und die Karte nicht exakt Konform verhielten. Vor allem die geschotterten Fahrstrassen stellten sich entweder gar nicht, oder anders dar. Über die Obri Salweide gelangte ich dann nach Erläuterungen eines Einheimischen endlich besser in Schwung. Bei Gasalpu auf 1833m zeigt dann ein Wegweiser Richtung Bella Tola. Man kommt an der Alp Vorsass vorbei 2118m, wo zahlreiche Rinder alles grossflächig in eine unappetitliche Sumpflandschaft verwandelt haben. Angetrieben vom Wunsch, nicht im Morast zu versinken, balancierte ich auf Steinen mit teilweise verblichenen rot-weissen Markierungen Richtung Zer Pletschu. Heidelbeerplantagen versüssten diesen Wegabschnitt und auch die Flurschäden der Rinder nahmen etwas ab. Am Vorderen Borterbach entlang ging es dann weiter bis zur Alp Ängi 2357m (teilweise Pfadspuren).
 
Ängi 2357m – Brunnethorn 2952m (T3+)
Ein Grashang führt von hier ab steiler und weglos 200Hm hinauf in die Senke Dirre Bode.
Das Terrain wechselt nun schlagartig. Grosse Block- und Geröllhalden erstrecken sich in alle Richtungen. Diese müssen weiter nach NW Richtung Brunnnethorn überstiegen werden. Bei 2660m wird der Eingang in die Rinne zur Brunnetlicku erreicht. Dieser Aufstieg ist im Sommer nicht zu empfehlen. Sehr grobes Blockwerk macht dies wahrlich mühsam.
Es bieten sich allerdings in der Brunnethorn Südostflanke Grashänge (36°) an, die bis zum Südwestgrat, 40m unterhalb des Gipfels, hochführen. Hier hat es weit hinauf prächtiges Edelweiss, das teilweise Monstergrösse ausweist. Die letzten Meter auf dem SW-Grat zum Gipfel sind auf Schutt bequem zu begehen.
 
Am Gipfel hatte es dann zwar leider kein traumhaftes Panorama. Dunkle Wolken begleiteten den ganzen Tag und es zogen auch beim Aufstieg wiederholt Nebelschwaden über die Bergflanken. Dennoch waren die umliegenden Berge gut auszumachen und der Tiefblick ins Rhonetal ist schon eindrücklich. Ein Adler zog am Nordgrat seine Kreise.
 
Abstieg: via Brunnetji 2328m (T3+)
Zunächst ging es wieder die Grashänge hinab bis zum Einschnitt Eingang Brunnetlicke auf 2660m. Nun hielt ich mich direkt nach Osten auf die Alp Brunnetji zu.
Diese Variante ist jener über Ängi vorzuziehen. Man kann zwischen Schrofen fast durchgehend auf gutgestuften Grasbändern absteigen, was weit weniger mühsam ist, als die groben Blockhalden.
Ab Brunnetji bieten ein Abstecher auf die etwas höhergelegene Alp Chiematji 2361m, noch einmal einen hübschen Rundblick ins Bortertälli. Prachtvolle, ausgedehnte Heidelbeerfelder verzögern den landschaftlich sehr schönen den Abstieg nach Vorsass je nach Appetit.
Ab Vorsass ging es dann über die Obri Salweide wieder zurück zum Ausgangspunkt an der Turtmanntaler Strasse bei Folluweide. Höhe Obri Salweide boten dann endlose Himbeersträucher (man mag es kaum glauben) noch grössere Genüsse, als die Heidelbeeren 400m höher.

Tourengänger: akka

Galerie


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