Chüealphorn 3077,8 m - Einsamkeit hoch über dem Scalettapass
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Glaubt man dem Gipfelbuch auf dem Chüealphorn, so wurde dieser Berg dieses Jahr vor unserer Ankunft erst ein einziges Mal bestiegen. Woran mag das liegen? Zum einen sicher, weil das Gipfelbuch im Steinmann sehr gut versteckt ist und richtig ausgegraben werden musste. Zum andern vielleicht wegen der kurzen Gletscherpassage. Der Gletscher kann von unten schon recht respekteinflössend sein. Vielleicht aber vermuten viele Berggänger hier einen wahrhaftigen Bündner Schutthaufen, dessen Besteigung erfahrungsgemäss sehr mühsam ist.
Nun, aufgrund der Tatsache, dass wir an diesem herrlichen Prachtstag ganz alleine am Berg unterwegs waren, wird das Chüealphorn sicher recht selten bestiegen. Liegt dies an den oben erwähnten Vorurteilen, so sind diese unbegründet, denn die Besteigung des Chüealphorns ist verhältnismässig bequem; unangenehme Geröllpassagen halten sich in Grenzen und die Überquerung des Gletschers ist problemlos zu bewältigen, vorausgesetzt, man legt sich die Steigeisen an. Der Gletscher präsentierte sich heute praktisch gänzlich aper, nur am Rande liegt noch eine dünne Schneeschicht über dem Eis. Über Spalten verfügt der Chüealpgletscher so gut wie keine und wenn, dann sind diese höchstens 5 cm breit. Der Gletscher kann also bedenkenlos betreten werden.
Durch die Gletscherpassage und den Schlussaufstieg, der etwas leichte Kletterei erfordert, ergibt sich ein echtes Hochtourenfeeling. Dass man dann vor den Toren der Touristenmetropole Davos derartige Einsamkeit erlebt, ist schon etwas Besonderes. Heute war die Fernsicht excellent. Am imposanten Gipfelpanorama konnten wir uns heute gar nicht sattsehen. Ein absoluter Höhepunkt in dieser Bergsaison. Gleich nachfolgend die Beschreibung unserer Route (SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6", Route 944, Ostgrat). Sehr hilfreich war uns auch die Routenbeschreibung von
Sputnik, der das Gipfelbuch offensichtlich auch gefunden hat. Herzlichen Dank!
Dürrboden - Scalettapass (T1 - T2)
Der sanfte Aufstieg führt über einen bequemen Wanderweg, der nicht verfehlt werden kann.
Scalettapass - Gletscherrand (T3)
Vom Scalettapass folgten wir dem grasigen, felsdurchsetzten Rücken in südwestlicher Richtung. Immer wieder zeigen Steinmänner die Richtung, wobei wohl mehrere Varianten möglich sind. Wir stiegen später durch Geröll nördlich der beiden Schmelzwasserseelein auf und erreichten den Gletscherrand nördlich des Baches, der zwischen den beiden Gletscherzungen hinunterfliesst. Der Gletscher ist hier recht flach und die Steigeisen können bequem angelegt werden.
Gletscherquerung zur Schulter des Chüealphorns (T4)
Wir stiegen nur leicht an und traversierten den Gletscher, der gegen die Schulter des Chüealphorns steiler wird. Wir stiegen oberhalb einer vermeintlichen Spalte hindurch (es handelt sich dabei um eine Art Riss im Gletscher, durch welchen Wasser fliesst - höchstens 50 cm tief) und gelangten so problemlos, mit der notwendigen Vorsicht beim Steigeisengehen auf griffigem Eis zum flachen Geröllfeld auf der Schulter des Chüealphorns
Schlussaufstieg zum Gipfel (T4)
Mehrheitlich führt der Schlussaufstieg über Geröll, das jedoch recht angenehm zu begehen ist (oder sind wir uns als Bündner Berggänger einfach schon so vieles gewohnt?). Einige Steinmänner weisen den Weg; es finden sich gelegentlich auch Wegspuren. Auch hier sind offenbar mehrere Varianten möglich. Wir zogen es vor, relativ weit in der Flanke nach Westen zu traversieren, immer leicht ansteigend, bis wir einen kleinen Sattel erreichten, von dem sich eine Art Grat die Bergflanke hochzog. Von weither sichtbare Steinmänner fanden unsere Aufmerksamkeit auf diese Variante. Vom kleinen Sattel geht es recht steil, aber mit guten Griffen und Tritten hinauf, bis man bald wieder in Gehgelände gelangt und bald auf dem Gipfelgrat steht. Nun ist es nur noch ein Katzensprung über den breiten Grat (Gehgelände) bis zum Gipfel.
Nun, aufgrund der Tatsache, dass wir an diesem herrlichen Prachtstag ganz alleine am Berg unterwegs waren, wird das Chüealphorn sicher recht selten bestiegen. Liegt dies an den oben erwähnten Vorurteilen, so sind diese unbegründet, denn die Besteigung des Chüealphorns ist verhältnismässig bequem; unangenehme Geröllpassagen halten sich in Grenzen und die Überquerung des Gletschers ist problemlos zu bewältigen, vorausgesetzt, man legt sich die Steigeisen an. Der Gletscher präsentierte sich heute praktisch gänzlich aper, nur am Rande liegt noch eine dünne Schneeschicht über dem Eis. Über Spalten verfügt der Chüealpgletscher so gut wie keine und wenn, dann sind diese höchstens 5 cm breit. Der Gletscher kann also bedenkenlos betreten werden.
Durch die Gletscherpassage und den Schlussaufstieg, der etwas leichte Kletterei erfordert, ergibt sich ein echtes Hochtourenfeeling. Dass man dann vor den Toren der Touristenmetropole Davos derartige Einsamkeit erlebt, ist schon etwas Besonderes. Heute war die Fernsicht excellent. Am imposanten Gipfelpanorama konnten wir uns heute gar nicht sattsehen. Ein absoluter Höhepunkt in dieser Bergsaison. Gleich nachfolgend die Beschreibung unserer Route (SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6", Route 944, Ostgrat). Sehr hilfreich war uns auch die Routenbeschreibung von
Dürrboden - Scalettapass (T1 - T2)
Der sanfte Aufstieg führt über einen bequemen Wanderweg, der nicht verfehlt werden kann.
Scalettapass - Gletscherrand (T3)
Vom Scalettapass folgten wir dem grasigen, felsdurchsetzten Rücken in südwestlicher Richtung. Immer wieder zeigen Steinmänner die Richtung, wobei wohl mehrere Varianten möglich sind. Wir stiegen später durch Geröll nördlich der beiden Schmelzwasserseelein auf und erreichten den Gletscherrand nördlich des Baches, der zwischen den beiden Gletscherzungen hinunterfliesst. Der Gletscher ist hier recht flach und die Steigeisen können bequem angelegt werden.
Gletscherquerung zur Schulter des Chüealphorns (T4)
Wir stiegen nur leicht an und traversierten den Gletscher, der gegen die Schulter des Chüealphorns steiler wird. Wir stiegen oberhalb einer vermeintlichen Spalte hindurch (es handelt sich dabei um eine Art Riss im Gletscher, durch welchen Wasser fliesst - höchstens 50 cm tief) und gelangten so problemlos, mit der notwendigen Vorsicht beim Steigeisengehen auf griffigem Eis zum flachen Geröllfeld auf der Schulter des Chüealphorns
Schlussaufstieg zum Gipfel (T4)
Mehrheitlich führt der Schlussaufstieg über Geröll, das jedoch recht angenehm zu begehen ist (oder sind wir uns als Bündner Berggänger einfach schon so vieles gewohnt?). Einige Steinmänner weisen den Weg; es finden sich gelegentlich auch Wegspuren. Auch hier sind offenbar mehrere Varianten möglich. Wir zogen es vor, relativ weit in der Flanke nach Westen zu traversieren, immer leicht ansteigend, bis wir einen kleinen Sattel erreichten, von dem sich eine Art Grat die Bergflanke hochzog. Von weither sichtbare Steinmänner fanden unsere Aufmerksamkeit auf diese Variante. Vom kleinen Sattel geht es recht steil, aber mit guten Griffen und Tritten hinauf, bis man bald wieder in Gehgelände gelangt und bald auf dem Gipfelgrat steht. Nun ist es nur noch ein Katzensprung über den breiten Grat (Gehgelände) bis zum Gipfel.

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