Stuhlfels - Irisweg, Südostpfeiler, Neue Route


Publiziert von simba , 14. August 2010 um 17:21.

Region: Welt » Deutschland » Südwestliche Mittelgebirge » Schwäbische Alb
Tour Datum:10 August 2010
Klettern Schwierigkeit: V+ (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Albstadt über Meßstetten nach Hausen im Tal. Von Sigmaringen Richtung Beuron durchs Donautal ebenso. Im Ort am Getränkemarkt rechts abbiegen zum Getränkemarkt und wenn sich die Straße teilt nach rechts in Querstraße. Am besten dort "anwohnerfreundlich" parken
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Campingplatz Wagenburg in Hausen im Tal

Den vorerst letzten schönen Tag für einige Kletterrouten im Donautal genutzt....

Der Stuhlfels ist der höchste der steilen Felszähne (Hausener Wände, Eigerturm, Hausener Zinnen, Dachstein) rund um das beschauliche Donautaldorf Hausen und erlaubt immerhin Kletterhöhen von bis zu 100 Meter.

Zustieg: Am besten im oberen Teil des Ortes anwohnerfreundlich parken, von dort zunächst der steilen, für den Verkehr gesperrten Straße folgend am DAV Haus vorbei. Später auf einen Pfad zum gut sichtbaren Felsen aufsteigen. Auf einer Wiese der Beschilderung nach links Richtung Südwand (Irisweg) oder nach rechts Richtung Ostwand (SO-Pfeiler, Neue Route) folgen.

Wir kletterten zuerst den Irisweg (2. Sl, 4, 4):
Der Einstieg befindet sich etwa mittig der Südwand. Direkt links des massigen Mittelpfeilers führt die Route geradewegs nach oben. In der 1. SL folgt man den sichtbaren Bohrhaken auf der Rampe mit ein paar grasigen Passagen geradewegs nach oben und biegt sobald der kleine Überhang links liegengelassen wurde, nach rechts zum bequemen Stand ab.
Die 2. SL traversiert dann vom Stand nach rechts in der Südwand mit schönen Kletterstellen bis unter einen engen offenen Kamin, durch den man den Gipfelgrat ersteigt. Diesem folgt man über Schrofen bis zum kreuzgeschmückten Gipfel.
Herrliche Aussicht auf den gegenüberliegenden Hausener Felsenkranz und den Schaufelsen im Osten.

Abstieg: Vom Gipfel kann entweder in der Ostwand abgeseilt werden. Ein 60 Meter Einfachseil reicht dafür nicht bis zum Boden; es kann aber nach 25 Metern Zwischenstand gemacht werden. Zudem kann man auf einem Pfad mit leichten Kletterstellen zu Fuß vom Gipfel absteigen.

Im Anschluss kletterten wir den Südostpfeiler (4 SL, 4, 2+, 5, 4):
Die 1. SL beginnt am untersten östlichen Rand der Süwand ziemlich in der Botanik und führt zunächst logisch auf einer Rampe nach rechts, bevor es in gutem Fels steil ums Eck nach links oben und mit abnehmender Schwierigkeit im Schrofengelände zum 1. Stand geht.
Die 2. SL könnte an die erste angehängt werden (50 Meter Seil würde wohl gerade zum 2. Stand reichen), jedoch bietet sich zur Verringerung des Seilzugs ein Zwischenstand an. Die SL ist kurz (ca. 20 Meter), bewegt sich im oberen 2. Schwierigkeitsgrad und wird nach einem recht schönen Beginn leider schnell schrofig. Man kommt auf ein Plateau, auf dem man einige Meter nach rechts zum 2. Stand queren kann.
Die 3. SL beginnt steil und führt zunächst anhaltend im unteren 5. Grad über eine senkrechte, gut griffige Platte in leichteres Gelände. Danach folgt die Schlüsselstelle, ein leicht überhängender Riss, der an guten Griffen erklettert wird. Direkt darüber der 3. Stand. Die 4. SL ist wiederum kurz und führt in gutem Fels zwar steil, aber gut griffig direkt hoch zum Gipfel.

Man könnte aus dem SO-Pfeiler auch eine fünf SL Route machen, indem man am Vorfelsen des Stuhlfels den Südpfeiler unten anhängt. Dieser jedoch führt bis zum sehr hoch gesetzten ersten Haken durch total vermoostes Gelände und machte uns dementsprechend keine Lust auf einen Einstieg.

Zuletzt zogen wir uns vor der Sonneneinstrahlung in die schattige Ostwand zurück und kletterten dort die Neue Route (2 SL, 5, 6+):
Die 1. SL führt - einen großen Überhang rechterhand - eine gestufte Rampe empor bis man unter einem Überhang steht. Hier nach rechts durch eine rechts glatte und links gut griffige Verschneidung empor und über einen überhängenden Pfeiler mit Doppelriss zum Stand auf Pfeilerkopf.
Die 2. SL führt gerade zuerst plattig gerade nach oben, zu einem Riss, der durch piazzen athletisch erklettert werden will. Fels und Kletterei durchweg spitzenmäßig!
Abstieg durch 2maliges Abseilen auf gleicher Route.

Die Absicherung ist durchweg gut. Für vorsichtigere Gemüter empfiehlt sich dennoch die Mitnahme von ein oder zwei Friends oder Keilen.

Topos: Panico - Donautal

Tourengänger: simba


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Kommentare (5)


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Bergsucht hat gesagt:
Gesendet am 18. August 2010 um 12:12
Schöner Bericht. Ein Fehler hat sich aber wohl eingeschlichen. Die Neue Route am Stuhlfels ist lediglich ne Tour im 5 Grad. Vielleicht mag der Autor das ja mal noch richtigstellen.

simba hat gesagt: ...nach Panico Donautal
Gesendet am 18. August 2010 um 14:28
1. SL 5, 2. SL 6+...
Nichts für ungut!
Gruß
Si

Bergsucht hat gesagt: RE:...nach Panico Donautal
Gesendet am 18. August 2010 um 14:53
Naja dann übertreibt der Panico Donautal mal wieder gewaltig. Dies ist aber leider nichts neues seitdem immer mehr neue, ach so sportliche und versierte Kletterer das schöne Donautal unsicher machen und alles mit Metall zupflastern. Traurig genug!

simba hat gesagt: mE ist...
Gesendet am 18. August 2010 um 15:23
....die 2. SL ist in jedem Fall deutlich schwerer als die 1 und die ist mit 5 mE zutreffend bewertet. Ob es nun ne 6+ ist, weiss ich auch nicht, als 6- fänd ich die SL aber sehr hart bewertet.
Empfand es zumindest nicht als überbewertet - im Gegensatz zu vielen Touren auf Mallorca. Bin auf Mallorca dieses Jahr ne 6c geklettert, die leichter war als die 2. SL. Ist halt - wie immer - subjektiv. Der eine mag solche Kletterei mehr, der andere solche.
Denke, dass man dazu verschiedene Meinungen haben kann, ohne sich direkt angehen zu müssen.
Gruß
Si

abstorz hat gesagt: Stand 2. SL
Gesendet am 31. Juli 2017 um 12:24
Der Stand nach der 2. SL ist nicht so leicht zu finden. Man kommt bei dem Gedenkschild an und muss dann noch weit nach rechts queren.
Da wir den Führer nicht dabei hatten hatten wir dies nicht mehr auf dem Schirm und haben uns irgendwie hochgekämpft, kamen schließlich aber bei der extrem lohnenden, schuppigen Aussteigsvariante 5+ an.


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