Mt. Kilimanjaro - Uhuru Peak 5895m


Publiziert von Tina , 14. August 2010 um 12:21.

Region: Welt » Tansania
Tour Datum: 4 August 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: EAT 
Zeitbedarf: 6 Tage
Aufstieg: 4800 m
Abstieg: 4800 m
Strecke:Marangu-Route: Main Gate - Mandara Huts - Horombo Huts - Kibo Sattel - Kibo Hut - Gilmans Point - Stella Point Uhuru Peak (total ca. 100 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Flug nach Mombasa oder Kilimanjaro Airport (Arusha), Fahrt nach Marangu
Unterkunftmöglichkeiten:Capricorn Hotel Marangu

Mt. Kilimanjaro - Der höchste Berg Afrikas und mein Höchster bisher ist zum Greifen nah!

29.7.2010: Start in Zürich, Flug nach Mombasa mit Zwischenlandung in Nairobi. Fahrt in die Severin Sea Lodge, wo wir die Nacht verbringen. Am nächsten Tag Transfer im Bus in ca. 7 h nach Marangu, wo wir im Capricorn Hotel absteigen.

Tag 1: Main Gate (1800m) - Mandara Huts (2700m) Marschzeit ca. 4 1/2 h
Wir starten nach einen stärkenden Frühstück. Ein Jeep bringt uns von unserem Hotel zum Main Gate. Dort ist erstmal Warten angesagt. Rund 2 Stunden vergehen, bis alle Permits bereit sind und wir voller Vorfreude ins Abenteuer Kilimanjaro starten können.
Der Weg führt uns durch den Urwald, es ist feucht und angenehm warm. Nach ca. 1 1/2 h rasten wir an einem Rastplatz neben der Strasse, die direkt zu den Mandara Huts führt. Sie wird nur vom Ambulanzfahrzeug und den Trägern genützt. Wir Wanderer müssen dem Pfad durch den Regenwald folgen. Die Mandara Hütten erreichen für am frühen Nachmittag. Zur besseren Akklimatisation steigen wir noch etwas höher zum Maundi Krater auf.

Tag 2: Mandara Huts (2700m)- Horombo Huts (3700m) Marschzeit ca. 5 h
Der Nebel von Vorabend hat sich auch über Nacht nicht aufgelöst, sodass wir ohne jegliche Aussicht zu den Horombo Hütten aufbrechen. Kurz nach den Mandara Hütten verlässt der Pfad den Regenwald, die Landschaft wechselt ihr Gesicht. Zuerst säumen grosse Büsche den Weg, bald sind es nur noch kleine Sträucher, kurz unterhalb der Horombo Huts werden die ersten Senezien sichtbar.

Tag 3: Horombo Huts - Mawenzi Saddle (4300m) - Horombo Huts (Akklimatisationstag) Marschzeit ca. 3 h
Heute gehen wir es ruhig an. Um uns besser an die Höhe zu gewöhnen, steigen wir ganz gemächlich Richtung Mawenzi Saddle auf. Der Weg führt an den Zebra Rocks, schwarz - weiss gestreiften Felsen, vorbei bis zum Sattel zwischen der Hochebene unterhalb des Kibos und dem Mawenzi.
Hier oben, auf gut 4300m sehe ich zum ersten Mal auf dieser Reise mein Ziel. Endlich sieht man das ganze Kilimanjaro-Massiv und unsere Aufstiegsroute. Es ist ein unglaubliches Gefühl, das mir so viel Kraft gibt, das ich Senezien ausreissen könnte. Aber diese Kräfte spare ich wohlwissend für den Gipfeltag auf. Absteig auf dem selben Weg zu den Horombo Huts.

Tag 4: Horombo Huts - Kibo Hut (4700m) Marschzeit ca 5 1/2 h
Heute steigen wir in die letzte Hütte vor dem Gipfel auf. Ich bin etwas angespannt. Endlich geht es los! Nach gut einer Stunde ist der unglaubliche Blick auf den Kibo wieder frei, doch der Weg zieht sich sehr lange durch die staubige Hochebene. Zum ersten Mal habe ich etwas Mühe, den Rhythmus zu finden. Geplagt von Durchfall und Nasenbluten komme ich müde aber glücklich in der Kibo Hütte an.
Nach einem ausgiebigen Znacht gehen wir um 19:30 zu Bett. Der Wecker ist auf 22:15 gestellt.

Tag 5: Kibo Hut - Gilmans Point (5700m) - Stella Point (7545m) - Uhuru Peak (5895m) Marschzeit 7 1/2 h (Aufstieg)
Ohne gross geschlafen zu haben, stehen wir kurz nach 22 Uhr auf und essen wortlos Zmorge. Plötzlich stürmt einer unserer Führer in die Hütte und fragt nach einem Arzt, einem Träger gehe es sehr schlecht. Glücklicherweise ist in unserer Gruppe ein junger Arzt, der sich um den Mann kümmert. Er erlitt ein Hirnödem und sei in schlechter Verfassung. Diese Nachricht stimmt uns alle missmutig für unseren Gipfeltag. Als wir losgehen, sehen wir noch, wie eine Gruppe Träger den Kranken in einem Schubkarren ähnlichen Gefährt Richtung Tal transportieren. Meine Gedanken sind während des Aufstiegs immer wieder bei diesem jungen Mann.
Wortlos gehen wir in einer Einerkollonne hintereinander her, ganz langsam, ganz regelmässig. Es ist kalt, bald sind meine Finger so durchgefroren, dass ich bei einem Halt die dickeren Handschuhe anziehen muss. Viele Gruppen sind unterwegs. Mein Blick gleitet immer nur nach unten. Ich zwinge mich, nie nach oben zu blicken, einmal gelingt es mir nicht und ich sehe viele Lichter hoch über mir. Ich hoffe nur die Sterne zu sehen, aber weiss im selben Moment, dass es Bergsteiger hoch über uns sind. Es war ein langer und anstrengender Weg bis hinauf zum Gilmans Point, aber durchzubeissen hat sich definitiv gelohnt. Es ist noch stockdunkel als wir oben ankommen. Der lang ersehnte Sonnenaufgang lässt auf sich warten.
Nach kurzer Rast gehen wir weiter. Dann kommt die Ernüchterung. Auf dem Stella Point - es herrschte reges Treiben, da hier zwei Routen zusammenkommen - verlassen uns drei Gruppenmitglieder und treten zusammen mit einem Führer die Rückkehr an. Sie sind am Ende ihrer Kräfte. Es war von Anfang an unser Ziel, diesen Berg gemeinsam als Gruppe zu besteigen, wir schwörten einander, uns gegenseitig zu helfen, doch hier geht es einfach nicht mehr weiter. Es war schwer diese drei zurückzulassen, aber hier oben muss jeder selbst entscheiden, wann er genug hat.
Wir anderen gehen wortlos weiter. Ich nehme diesen Teil des Weges gar nicht mehr so richtig wahr, in Gedanken war ich bereits ganz oben und frohlockte innerlich. Dann endlich kommt weit vorne - weiter weg als ich dachte - das Schild in Sicht und ich gehe die letzten Meter bedeutend schneller. Endlich habe ich es geschafft, den Moment, den ich mir so unzählige Male vorgestellt hatte, war plötzlich da und ich war überwältigt. Die Strapazen des Aufstiegs sind alle vergessen und auch der Abstieg liegt noch fern. Dieser Moment wird einfach nur genossen und bis zur letzen Sekunde ausgekostet.
Es befinden sich ca. 30 Menschen auf dem Gipfel. Man muss sich anstellen, um ein Gipfelfoto vor dem bekannten Schild schiessen zu können, dann endlich sind wir an der Reihe und unsere Führer schiessen Fotos von uns (meiner hat wohl zum ersten Mal eine Kamera in der Hand gehalten - das Gruppenfoto ist unbrauchbar). Lange verweilen wir hier oben aber nicht, nach gut zehn Minuten traten wir den Rückweg an und rasten förmlich zurück zum Gilmans Point. Der staubige Abstieg im Couloir bis zur Kibo Hütte ist schnell hinter uns gebracht und wir genehmigen uns eine wohlverdiente Pause mit Popcorn und Tee.
Gestärkt nehmen wir noch die letzte Hürde an diesem Tag in Angriff. Jetzt gilt es noch in die Horombo abzusteigen, denn in der Kibohütte können wir keine zweite Nacht bleiben. Der Abstieg ist lang und zieht sich hin, wir sind alle sehr müde, aber überglücklich als wir gegen ein Uhr mittags die Horombo Hütten erreichen, wo unsere Träger schon wie üblich das heisse Wasser zum Waschen bereit gestellt haben.
Den Rest des Tages schlafen wir, schreiben Tagebuch und erfreuen uns an der erfolgreichen Besteigung.

Tag 6: Horombo Huts - Mandara Huts - Marangu Main Gate Marschzeit ca. 5 h
Geschlafen hat letzte Nacht wohl jeder gut. Wir verlassen die Horombo Huts und steigen zügig ins Tal ab. Jeder freut sich riesig auf die lang ersehnte Dusche im Hotel. Kurzer Rast bei den Mandara Huts. Ankunft am Gate und Transfer ins Hotel. Am Abend laden wir alle unsere Träger und Führer - rund 23 Personen - zum legendären Führer- und Trägerfest ein. Es wird viel getrunken, getanzt und gesungen. Die Kleider, die wir unseren Helfern überreichen, werden dankend angenommen und wir feiern gemeinsam unsere erfolgreiche Expedition.

Mit der Besteigung des Kilis ist unsere Reise aber noch lange nicht zu Ende. Es folgten Safaris im Ngorongoro Krater und Tarangire National Park und anschliessend drei Tage Badeurlaub auf der unglaublich schönen Chale Island bei Mombasa.

Tourengänger: Tina


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Kommentare (6)


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maawaa Pro hat gesagt: Super !
Gesendet am 14. August 2010 um 15:31
Ein toller Bericht - ich gratuliere Dir zum höchsten Afrikaner ! :)

Viele Grüsse, Marco

Tina hat gesagt: RE:Super !
Gesendet am 14. August 2010 um 17:43
hallo maro
herzlichen Dank
lg tina

Gelöschter Kommentar

Tina hat gesagt: RE:Cooler Gipfel
Gesendet am 14. August 2010 um 17:44
ja leider ist da nicht mehr so viel weiss wie früher, vor allem geht man kein meter über eis oder schnee, aber er ist trotzdem wunderschön!

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 15. August 2010 um 21:14
Hallo Tina,

Gratuliere Dir zum Uhuru. Du warst ja nur einige Tage nach mich Oben, ein grandioser Moment!

LG, Andrej

Tina hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. August 2010 um 10:06
hallo sputnik
ja es war wirklich grandios, schade nur dass ich nicht alleine oben war so wie du, es war schon ein gedränge...


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