Fuorcla Val Sassa (2857 m.ü.M.) - Piz Quattervals (3165 m.ü.M.)


Publiziert von engadiner , 5. August 2010 um 00:26.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:10 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 2900 m
Abstieg: 3096 m
Strecke:S-chanf - Parkhütte Varusch - Val Müschauns - Fuorcla Val Sassa - Val Sassa - Plan Valetta - Chamanna Cluozza - Plan Valetta - Valetta - Piz Quattervals - Valetta - Plan Valetta - Chamanna Cluozza - Bellavista - Zernez
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo S-chanf oder PW. Parkmöglichkeiten bei Prasüras.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Zernez
Unterkunftmöglichkeiten:Chamanna Cluozza (59 Betten), Tel.: 081 856 12 35
Kartennummer:1238 Piz Quattervals, 1218 Zernez

 

Bei unserem dreitägigen Aufenthalt im Schweizerischen Nationalpark geniessen wir zwischen Fuorcla Val Sassa und Piz Quattervals die herrlich schöne Natur, die Ruhe und die gemütlichen Abende in der Chamanna Cluozza.

1. Tag: S-chanf - Fuorcla Val Sassa - Chamanna Cluozza
Frühmorgens beim Parkplatz Prasüras. Sobald alle eingetroffen und marschbereit sind geht's los. Auf dem markierten Wanderweg alles der Ova da Varusch entlang bis zur Parkhütte Varusch (1771 m.ü.M.).Wir ziehen etwas unterhalb daran vorbei und passieren bald die Grenze zum Schweizerischen Nationalpark. Weiter auf dem hübschen Weglein bis zur Alp Purcher (1858 m.ü.M.), kurz danch zweigt der Pfad bei Pt. 1878 links ab in die Val Müschauns. Nun folgen wir den blau-weiss-blauen Markierungen. Der Weg steigt an der linken Talseite entlang, welche auch schon von der warmen Morgensonne beschienen wird. Bei Pt. 2084 wechseln wir die Talseite, ab hier wird es merklich steiler und bei Pt. 2285 geht es in einigen Spitzkehren die Grashalde hinauf auf einen Hügel bei Pt. 2601. Das letzte Stück ist nochmals richtig steil, der Weg führt auf einer Geröllflanke hinauf zur Fuorcla Val Sassa (2857 m.ü.M.).
Wir geniessen die schöne Aussicht, gönnen uns eine gute Marenda und blicken dabei gegen Nordwesten in die Val Sassa hinab, unserer Abstiegsroute.
Es folgt zunächst eine lustige Rutschpartie über Geröll und Schnee. So meistern wir recht schnell die ersten Höhenmeter. Der lose Geröll-Untergrund wechselt bald zu grösseren Steinblöcken und wir wechseln vom Rutschen wieder ins "normale" Wandern. Immer wieder finden wir jedoch Schneefelder auf denen das "zu Tale surfen" deutlich angenehmer ist.
Die steinige Val Sassa ist schon sehr eindrücklich. Ausser dem Plätschern des Schmelzwassers herrscht hier absolute Stille! Sehr speziell...!!
Fast endlos scheint dieses Tal zu sein! Schlussendlich erreichen wir Pt. 1939, wo der Weg in die Val Cluozza mündet. Linkerhand der Ova da Cluozza geht's bis Plan Valetta (1835 m.ü.M.). Nun zweigen wir rechts ab und steigen die letzten Meter hinauf. Mit dem einsetzenden Regen erreichen wir glücklich die Chamanna Cluozza (1882 m.ü.M.). 
Im überdachten Pavillon geniessen wir das wohlverdiente kühle Bier. Nach einem guten Nachtessen lassen wir den Tag in der gemütlichen Hütte ausklingen.

2. Tag: Chamanna Cluozza - Piz Quattervals - Chamanna Cluozza
Wir stehen in der Morgendämmerung vor der Hütte und blicken Richtung Piz Quattervals. Eindrücklich, wie er über dem Tal thront! Zunächst steigen wir wieder bis Plan Valetta (1835 m.ü.M.) ab. Wir überqueren die Ova da Cluozza und biegen in die Valetta ein. Auf dem schmalen Pfad zunächst noch durch ein Wäldchen, später über Gestein hinauf in Richtung des ersten Felsriegels bei Pt. 2254, welchen wir rechts umgehen. Weiter den Steinmännchen folgend rechts am zweiten Felsriegel bei Pt. 2469 vorbei. Nun haben wir einen Super-Blick auf den Piz Quattervals. So langsam kommt auch die Sonne über den Murter-Sattel und erwärmt die Valetta. Eine herrlich schöne Morgenstimmung! Es wird nun etwas flacher, durch das hübsche Tal hinein geht's zu einem markanten Findling bei Pt. 2662. Nun wählen wir nicht die "klassische Route" auf den Nordwestgrat zum Pt. 2985, sondern steigen gegen links in ein schneegefülltes, sehr steiles Geröllcouloir, durch welches wir "Schneestufen schagend" den Nordwestgrat kurz unterhalb des Gipfels erreichen. Eine Route, die definitiv nur bei genügend dicker Schnee-Unterlage zu begehen ist, da das darunter liegende, instabile Geröll sonst eine wahre Qual darstellen könnte ...! Schliesslich sind noch einige Kraxlereien zu überwinden und wir ziehen das letzte Stück über den herrlichen Grat hinauf zum Piz Quattervals (3164 m.ü.M).
Was für eine sensationelle Aussicht bei strahlendem Sonnenschein!! "Quattervals" = rätoromanisch für "vier Täler": Val Tantermozza, Valletta, Val Sassa und Val Müschauns. Ganz eindrücklich der Piz d'Esan mit seinem ausgesetzten Grat. Unsere Blicke reichen von den näheren Piz Linard und Piz Nuna bis zu den entfernten Bernina- und Ortlergruppen. In der Val Tantermozza tummelt sich eine noch nie gesehene Anzahl an Gämsen. Wir zählen sicher 50 Stück! Bei einem Schluck Gipfelwein genissen wir diesen unvergesslichen Moment...

Für den Abstieg steigen wir zunächst ein Stück über den Nordostgrat ab. Dann folgt auf ausgedehnten Schneefeldern eine lange Rutschpartie, welche im oberen Teil recht steil ist und reichlich Konzentration fordert. Im unteren Teil ist es dann eine genüssliche, lustige Sache, wobei auch der eine oder andere Schneeball geflogen kommt...
Ab dem Findling bei Pt. 2662 geht's auf der Aufstiegsroute ins Tal, und wieder erreichen wir mit dem einsetzenden Regen die Chamanna Cluozza (1882 m.ü.M.).
Im Pavillon, beim wohlverdienten Bier (die Einen waren der Meinung, sie hätten sich auch zwei oder mehrere verdient...) geniessen wir den Nachmittag. Ein wirklich Super-Tag neigt sich schliesslich im Klang des einen oder anderen romanischen Liedes seinem Ende entgegen.

3. Tag: Chamanna Cluozza - Bellavista - Zernez
Nach den zwei schönen, aber auch anstrengenden Tagen geht es heute gemütlich über die Bellavista nach Zernez. Zuerst müssen wir hinunter bis zu Pt. 1804 wo wir die Ova da Cluozza überqueren. Anschliessend steigen wir auf dem hübschen Wanderweg teils recht steil in Richtung Bellavista (2039 m.ü.M.). Wir sind dann auch recht froh als wir da oben ankommen, sind doch die Beine inzwischen recht müde.
Von der Bellavista aus genissen wir die wunderbare Aussicht über Zernez und gönnen uns noch eine kleine Pause, bevor wir in einigen Abkürzungen durch den schönen Lärchenwald nach Zernez hinuntermarschieren.

In lustiger Gesellschaft haben wir die Natur, die Berge, das gute Wetter und das Zusamensein so richtig geniessen können. Ein wirklich super-schönes Wochenende!!

Tourengänger: engadiner


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