Von Studen nach Innerthal via Diethelm und Turner


Publiziert von phono , 31. Juli 2010 um 15:42.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:25 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Östliche Sihltaler Alpen   Oberseegruppe 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1310 m
Abstieg: 1340 m
Strecke:total 18 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Studen SZ, Ochsenboden
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Innerthal, Post

Immer wieder ruft das Wägital. Das Flüebrig-Massiv ist unübersehbar und lockte mich natürlich schon seit langem. Wieder einmal war eines der mittlerweile für mich seltenen Zeitfenster offen für eine Tour. Die Wetterprognosen im Vorfeld ein stetig auf und ab, nicht perfekt aber zumindest trocken. Kollege Schneemann schlägt Diethelm und Turner vor, da bin ich natürlich gleich dabei :)

Mit dem Postauto fahren wir bis Ochsenboden. Von dort gehts dem Golfplatz entlang Richtung Flüebrig. Nach ein paar hundert Metern weist ein äusserst verblichener Wegweiser den Weg zum Flüebrig. Weder Diethelm noch Turner sind angeschrieben. Dies soll dann auch der einzige Wegweiser auf der ganzen Tour sein. Meines Wissens nach sind die beiden Gipfel vom Wägital aus besser ausgeschildert und auch explizit angegeben. Die Wegfindung ist allerdings einfach, weitere Wegweiser sind im Prinzip unnötig.

Erst folgen wir der Kiesstrasse durch den Wald (Stafelwand) bis zum P. 1300. Dort ist das Ende für motorisierte Vehikel erreicht und ein Pfad führt zu den Alpen Schärmen und Obergross. Wahrscheinlich haben wir im Aufstieg dermassen geschwitzt, dass uns der eigene Schweiss in Form von Nebel langsam einholt ;)

Beim P. 1950 kommt erstmals der Wändlispitz ins Blickfeld. Von einer Besteigung sehen wir allerdings wegen der Nässe und dem abschreckenden Anblicks seines Ostgrats aus dieser Perspektive ab. Wir steigen direkt weiter zur Leiter des Diethelms. Ein erster Aufschwung ist schnell ohne Benutzung der Drahtseile erstiegen. Die Sicht wird immer schlechter und so erscheint der weitere Routenverlauf auf den Gipfel auf den ersten Blick nicht einladend. Anstatt direkt auf dem Grat weiterzusteigen, folgen wir dem Pfad links bis zu einem Couloir welches auch drahtseilversichert ist. Wiederum unschwer wird auch diese Kraxelstelle überwunden und so stehen wir endlich auf dem Gipfel. Die Aussicht lässt stark zu wünschen übrig. Immerhin können wir erkennen, dass es auf allen Seiten mächtig abwärts geht.

Der Hunger macht sich langsam bemerkbar. Wir hoffen aber verzweifelt auf schöneres Wetter auf dem Turner und steigen wieder zurück zur Leiter. Weiter gehts zum P. 2038 und auf dem Grat entlang Richtung Turner. Aufgrund des Nebels können wir nur jeweils knapp den nächsten Gratzacken ausmachen. Ich kann jetzt nicht sagen ob das gut oder schlecht ist, dass wir sowenig gesehen haben. Auf jeden Fall weiss ich nun warum der Turner seinen Namen trägt - zeitweise hab ich mich schon wie auf einem Schwebebalken gefühlt. Darum bewerte ich die Tour auch mit einem T4.
Irgendwann befinden wir uns dann auf einem Gratzacken welcher mit einem Vermessungsstein ausgerüstet ist. Nicht wirklich ein Ersatz für ein Gipfelkreuz, aber wir nehmen einfach mal an, dass dies der Gipfel ist... Natürlich war auch hier das Wetter nicht wirklich erbauend. Zudem bietet der Gipfel zuwenig Platz und dann auch noch nasses Gras als Unterlage. Also turnen wir uns wieder zurück Richtung P. 2038 und gönnen uns die Mittagspause auf einem der Gratzacken dazwischen wo sich zumindest steinige Sitzgelegenheiten anbieten.

Die Seite des Flüebrig von wo wir aufgestiegen sind, ist nun komplett nebelverhangen. Dafür öffnet sich die Sicht auf der Wägitalseite. So ist es definitiv klar, dass wir Richtung Wägital absteigen. Der Pfad abwärts weist jetzt auch die typischen Eigenschaften eines echten Wägitalers aus: teilweise steil, feucht bis nass, schlammig, steinig, rutschig. Kurzum: Die Wahrscheinlichkeit, einigermassen sauber heimzukommen tendiert gegen Null.

Am Fusse des Wyss Rössli schauen wir einfach mal hoch und entscheiden uns für den weiteren Abstieg. Man soll sich ja wenn möglich noch ein paar zukünftige Optionen offenlassen. Weiter gehts immer schön den Markierungen entlang. Beim Punkt 1369 entscheiden wir uns für den Weg ins Wägital anstatt weiter auf den Fläschlipass. So kommen wir dann beim Ende des Sees auf die Strasse rund um den Wägitalersee. Wir nehmen den leicht längeren Weg nach Innerthal (anstatt zur Staumauer) in Kauf und spekulieren darauf, dass wir eh knapp ein Postauto verpassen werden und dann dafür Zeit für ein Bier haben. Dies hat sich denn auch bewahrheitet.

Tourengänger: phono, Schneemann


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