Füdle - Ober Brettegg - Guetbächi


Publiziert von PStraub , 25. Juli 2010 um 22:06.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:25 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Hausstockgruppe 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Auengüter - Ober Brettegg - Auengüter
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Strasse Linthal - Obbort
Kartennummer:1173

Der namenlose Grat, der das Durnachtal vom Linthtal trennt, bietet reizvolle Wanderungen in einer gut erreichbaren, doch selten besuchten Gegend. 
Er beginnt beim Chilchenstock, der mit seinen Runsenzügen die Linthaler einst zwang, Kirche und Dorf zu verlegen. Von dort verläuft er - unwesentlich ansteigend, aber auf der Grathöhe fast nicht begehbar - bis zum P. 2006, von wo er als recht schwierige Nordgrat-Route zum Vorstegstock hinauf führt.
 
Gestartet sind wir bei der Brücke über die Auenrus an der Strasse zum Obbort. Quer durch den Wald hinauf bis zum Fahrweg bei 'Trümpis'. Anschliessend hinauf, um die Wegspur Richtung Chli Landestli zu finden. Das gelang erst nach einigen Irrwegen, weil seit der Drucklegung meiner Karte die Trügglirus mit einem Damm in die Auenrus umgeleitet wurde und deswegen die Wege halt nicht mehr dort verlaufen, wo sie in der Karte eingezeichnet sind. Kurz durch den Wald, dann hinauf durch die Heuplanggen, die auf der Karte die Kote P. 1233 haben. Diese Planggen sind der einzige mir bekannte Ort im Kanton, wo die Trichter- oder Paradieslilie in grösseren Mengen zu finden ist. Leider endete auch da die Wegspur abrupt, einmal mehr bahnten wir uns den Weg zuerst durch triefnasses Gras, dann durch rauhen Hochwald, immer im Glauben, dass es da irgendwo eine Wegspur geben müsse. Schliesslich fanden wir die Wegspur, oder besser gesagt, einen richtig feudalen Weg. 
Später trafen wir einen Einheimischen, der uns aufklärte, dass im Rahmen eines Sanierungsprojektes all die alten Wege rund um den Chilchestock verlegt und neu erstellt wurden. Als wir auf ihn trafen, war er richtig überrascht, auf diesem abgelegenen Tritt Leute anzutreffen.
Auf diesem schön angelegten Weg hoch bis zur Grathöhe auf knapp 1800 m Höhe. Auf meiner Karte hiess die Ecke noch "Füdle", neuerdings "Füdleplangge". Die neue Karte zeigt auch, dass der Weg zum Stafel "Bodmen" nicht (mehr) existiert. Man muss entweder eine Schutthalde traversieren (T4) oder rund 100 Hm absteigen und dann den Alpweg benutzen.
Von Bodmen zur Mulde vor dem Brettegg hinauf gibt es noch nicht einmal eine Wegspur, und zuoberst wird es richtig steil (T5). Die beste Passage ist dort, wo man von unten zwei Zaunpfosten sieht. Einmal auf dem dortigen Bödeli, wirds wieder gemütlich, es hat sogar einen markierten Bergweg. Der kommt von Hinter Durnachtal und führt über Mättli nach Guetbächi. 
Zum "Gipfel" des Ober Bretteggs ist es nur ein kurzer Abstecher. So ein richtiger Gipfel ist es nicht, einfach ein Triangulationspunkt. Aber mit einer absolut eindrücklichen Aussicht in die Täler und Berge der Umgebung. 
 
Der Abstieg über die Alp Guetbächi ist markiert und gut begehbar. Im obersten Hang blühen Millionen von Arnika. Arnika ist eine gesuchte Heilpflanze und wurde deswegen vielerorts fast ausgerottet. Hier nicht: Die Linthaler sind scheinbar so gesund, dass sie Heilpflanzen gar nicht brauchen .. 
Überhaupt bietet diese Wanderung dem Pflanzenfreund einiges: Neben der oben erwähnten Paradieslilie auch Türkenbund, Männertreu in Massen und allerlei Giftzeugs wie Finger- oder Eisenhut.
Der weitere Abstieg war einfach - ein Zvieri im Restaurant Obbord rundete den Tag ab.
 
 
 
 
 

Tourengänger: PStraub


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»