Weisshorn Schaligrat / Nordgrat Überschreitung


Publiziert von Christian1 , 24. Juli 2010 um 18:12.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:13 Juli 2010
Hochtouren Schwierigkeit: S
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 750 m
Abstieg: 2800 m
Strecke:Weisshorn Schaligrat-/Nordgrat Überschreitung
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Helikopter drop off auf dem Äschihorn von Zermatt
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Abstieg nach Zinal
Unterkunftmöglichkeiten:Schalibiwak

Die Weisshorn Schali-/Nordüberschreitung war schon lange ein Traum, insbesondere deshalb weil ich letztes Jahr am Ostgrat im Schneesturm mit Blitzschlag 300m unter dem Gipfel umdrehen musste und nicht noch einmal den gleichen Weg gehen wollte. Unterwegs war ich diesmal mit Simon Anthamatten, dem Schweitzer top Alpinisten/Bergführer den ich nicht länger vorstellen muss. Das ganze Unternehmen ist ein alpinistischer Leckerbissen aber doch sehr umfangreich. Ohne Simon wäre das hoffnungslos für mich gewesen.

Als grobe Orientierung, unsere Zeiten: Schalihornüberschreitung am Vortag ab Äschihorn ca. 5.45h, Aufstieg Weisshorn Schaligrat 4.30h ab Biwak (start 0500h bei Dämmerung), Abstieg Weisshorn Nordgrat bis Bishorngipfel 3.45h, Abstieg zur Cabanne de Tracuit 1.15h, Abstieg nach Zinal 2.45h (ca. 12h total). Die Bedingungen waren top, überall trockener Fels, sonniges, warmes Wetter. Wer schlechtere Verhältnisse hat und/oder ohne Bergführer unterwegs ist (Wegfindung, etc.) kann schnell einmal in jeder Sektion eine Stunde länger brauchen.

Beim Überschreiten des Schalihorn (etwa gleich anspruchsvoll wie der Weisshorn Schaligrat selbst, aber brüchiger) hatten wir z.B. das zweifelhafte Vergnügen einer Rettung beizuwohnen. Ein Pärchen hatte sich am Schalihorn verstiegen und war blockiert. Die Wegfindung ist auch dort nicht immer leicht, am besten bleibt man fast immer auf dem Grat obwohl viele Bänder einen Verleiten anderes zu tun, hätte ich ohne Bergführer auch des öfteren gemacht :-).

Nebst den konditionellen Anforderungen fand ich persönlich diese Tour v.a. auch im Kopf anstrengend. Irgend wann gehen einem die mentalen Reserven aus wenn man so lang auf Graten unterwegs ist und es links und rechts stets 500+m senkrecht hinunter geht. Immer wieder kommt noch ein vermeindlich "letzter" Gendarme. Die innere Spannung löst sich erst wenn man nach ca. 8h wieder im Gehgelände ist - beim Schlussaufstieg im Firn Richtung Bishorn. Im Gegesatz z.B. zum Matterhorn/Bietschhorn gibt es auf dieser Tour selten Gehgelände auf den Graten.

Eine schöne und exklusive Tour, wir waren die einzige Seilschaft an dem Tag auf dieser Route. Man merkt das schon an den Hüttenbuch-Einträgen die bis in die 70er Jahre zurück gehen und Berggeschichte dokumentieren. Mehr als 20-30 Seilschaften pro Jahr sind auf dieser Route selten unterwegs. Ich bin natürlich happy, dass an diesem Tag alles so gut gepasst hat.


Tourengänger: Christian1


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Kommentare (5)


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kleopatra hat gesagt: Wow...
Gesendet am 25. Juli 2010 um 21:50
toll, dass Du diese Tour in Dein Tagebuch aufnehmen durftest, sie gehört ja wirklich zu einer der grössten in den Westalpen! lg kleo

Christian1 hat gesagt: RE:Wow...
Gesendet am 25. Juli 2010 um 22:19
Danke, wie ich an Deinen vielseitigen Einträgen sehe, gehst Du ja auch nicht mehr als Novizin durch... :-)

WoPo1961 Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. Juli 2010 um 10:40
Schepperlotti, da hast du`s ja echt krachen lassen. Eine echte Traumtour, und Traumwetter noch dazu, da kannst du dich absolut glücklich schätzen. Wer solch eine Tour schafft, ob mit oder ohne Bergführer, muß eine Bombenkondition besitzen. Herzlichen Glückwunsch!

tomte hat gesagt:
Gesendet am 12. August 2010 um 23:55
Klasse Tour! Als einzige Seilschaft unterwegs - ist sicher was Besonderes. Gratulation!

Lone Ranger hat gesagt: Great climb
Gesendet am 26. September 2011 um 17:45
I have looked at this report many times in the past:

Firstly because Weisshorn Normal Route was on my wishlist as the ultimate climb for this year (especially after hearing that my boss also did it 10 years back), but somehow I couldn't attempt it this year.

Secondly because while the normal route is brilliant, Schaligrat is a CLASS APART, and doing it with SIMON (whose video http://www.anthamattens.ch/cms/output.php?id=8&mid=1) I have watched like 100 times), means you are truly lucky in many ways. Hearty, belated congrats


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