Vorder Glärnisch (2328m) Südaufstieg via Schwändisienen


Publiziert von Alpin_Rise , 24. Juli 2010 um 00:01.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Glärnischgruppe 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1250 m

Der Vorposten der "richtigen" Glärnischgipfel ist auf hikr.org gründlich dokumentiert, ich wählte die reizvolle Überschreitung von Süden nach Norden, eine Wiederholung dieser Tour von Ricardo.
Einziger Unterschied in der Routenführung: ich wählte unten den Aufstieg über die lieblichen Alphütten von Schwändisienen, eine sehr empfehlenswerte Alternative zur Hauptroute über das Sienentobel. (Route 202b SAC Führer Glarnerland)
.

Landschaftlich grandiose, unten arg nasse Tour auf den populären Aussichtsgipfel

Am Vorderglärnisch, dem Aussichtsbalkon auf das Städchen Glarus, war ich noch nie unterwegs. Diese sträfliche Bildungslücke wurde endlich getilgt. Meine Wunschtour wären die Schwösteren, der wilde Aufstieg von Glarus dem Grat entlang gewesen, vor zwei Jahren die Mode Tour - bei den heutigen Verhältnissen war ein Verzicht angebracht.

Von Schwändi zu P. 994 in der Laui. Dorthin entweder nördlich der Guppenrus oder südlich davon bis Guppen Unterstafel, wo man die Guppenrus überqueren kann und über Schlattbergli nach Laui P. 994 gelangt.  Der Alpweg ist mit liebevollen Holzschildern oder artistisch anmuteneden roten Pfeilen markiert und wurde etwas südlich in den Wald verlegt, zum meinem Glück. Denn Meteoschweiz prognostizierte nach dem nassen Vortag etwas "Restbewölkung", welche dann auch wie gehofft die Sonne abschirmte - nur waren die Wiesen derart triefend nass, dass ich in der Wegspur bald durchs hohen Gras "schwamm". Nach dem ich Hosen und Socken auf einer Terasse eines Hüttchens ausgewindet hatte, gings wieder einigermassen... zwar wurde aus der angepeilten Aufstiegszeit um 2 Stunden nichts, schwimmend ist man eben langsamer ;-)
Zu meinem erstaunen entdeckte ich bald rot-weisse (!) Markierungen, die bei den Alphüttchen von Schwändisienen den direkten Weg durch die Steilstufe (T4) zur Vereinigung mit der Hauptroute auf 1600m weisen.
Ab dort auf der Route von Ricardo zum Gipfel, wobei ich mich an der Verschneidung nach den Chilchli versuchte, es dann wegen schmierig-brüchigem Gestein bleiben liess.

Auf dem Gipfel erstaunlich viele BerggänerInnen, welche alle auf die raren Tiefblicke durchs Wolkengrau warteten. Abstieg im Autopilot-Modus durch die Geröllhalden, nach einer halben Stunde stehe ich im Gleiter unter verdutzen Schafen.  Dort kann ich der landschaftlich grandiosen Querung zum Schlattalpli nicht widerstehen: Etwas länger, aber lohnender als direkt hinunter nach Saggberg. Nun ists nicht mehr weit zum verdienten Bad im warmen, sehr belebten Klöntalersee.

Zur Bewertung: ich würde die Südroute als T4 einstufen, evtl. T4+. Heikle Stellen hat es keine und die Route verläuft durchgehend auf einer Wegspur, die dazu oft markiert ist. Der Nordabstieg ist eher ein "leichtes" T4, dank den zahlreichen Fixseilen.

Tourengänger: Alpin_Rise


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Kommentare (2)


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Vonti hat gesagt: Alternative zur "Verschneidung"?
Gesendet am 24. Juli 2010 um 07:55
Hallo Alpin Rise
Gratulation zum Gipfelerfolg. Deinen und Ricardos Bericht studiert. Du hast dich an der Verschneidung (gem. Ricardo) nach den Chilchli versucht - es dann aber gelassen. Gibt es also eine Alternative für den Schlussaufstieg? Bitte dich um kurze Info, besten Dank. Cheers Martin/Vonti

Alpin_Rise hat gesagt: RE:Alternative zur "Verschneidung"?
Gesendet am 24. Juli 2010 um 21:45
Ciao Martin,
Die Verschneidung ist nur eine "Verschärfung" der Route direkt vom Sattel hinter den Chirchli hinauf auf den Grat. Die "Normalroute" verliert dort wenige Höhenmeter und steigt dann als schwache Wegspur (einzelne Markierungen) im Schutt bis P. 2092 im Vorder Glärnisch Südwest-Grat. Problemlos zu gehen und einzusehen (T4), auf der LK 1:25'000 zu sehen.
G und viel Spass auf der Route!
Rise


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