Nord-Süd Durchquerung des Schweizer Nationalparks


Publiziert von Leopold , 19. Juli 2010 um 12:58.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Unterengadin
Tour Datum:16 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Zernez - Chamanna Cluozza - Fuorcla Val Sassa - Val Müschauns - Val Trupchun - S-chanf
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem Zug von S-chanf nach Zernez.
Unterkunftmöglichkeiten:Chamanna Cluozza Jugendherberge Sta. Maria im Münstertal
Kartennummer:Wanderkarte 259 T Ofenpass

1. Tag
Der Einstieg in den Nationalpark ist eine relativ einfache Wanderung. 3 Stunden lang. Von Zernez hinauf zur Blockhütte Bellavista. Dort ausgiebige Rast, denn der Blick reicht weit.
Flüela Schwarzhorn, Piz Linard und Silvretta zeigen sich gut.
Von der Bellavista weiter zur Cluozzahütte wandert man leicht
fallend oberhalb des Cluozzatales.
Der Weg ist manchmal schmal, Trittsicherheit nötig. Bachüberquerung und dann Gegenhang zur Cluozza.
Gute Blicke von der Hütte zum Piz Quattervals. Tierbeobachtungen sind auch möglich. Ich empfehle, auf der Hütte zu Abend zu essen. Ausgiebig und gut - preiswert. Das Personal ist sehr nett. Man sollte den Platz im Zimmer oder Lager telefonisch im vorab reservieren.

2. Tag
Nun geht's richtig los. Frühstück um 7 Uhr, Start um 8 Uhr. 18 Kilometer Strecke. 7 hinauf, 11 hinunter. Insgesamt waren es dann 8 Stunden. Vielleicht stimmt meine Höhenmeterangabe nicht ganz, aber anstrengend war es allemal (und lang). Zunächst das Val Cluozza nach oben. Bald zweigt rechts (Brücke) der Weg zum Piz Quattervalls ab. Es geht gerade weiter, immer dem Bachbett entlang, bis sich der Weg verzweigt und man in das Hochtal Val Sassa abzweigt. Der Weg ist gut markiert, immer wieder auch mit Steinmännern gekennzeichnet. Schutt- und Gerölluntergrund, aber weniger schwierig, als erwartet, nur kräfteraubend. Es gibt keine Quellen und kein Wasser! Schwierig wird es erst unmittelbar unter der Fuorcla Val Sassa. Dort ist noch ein Altschneefeld (Stöcke!). Unbedingt den Markierungen folgen. Sie halten sich leicht nach rechts und führen  danach Richtung links zum Wegweiser hinauf. Man sollte sich nicht von Steigspuren auf der linken Seite verwirren lassen, die enden irgendwo im Steilhang. Dies ist der schwierigste Teil, T4. Der Rest ist T3, aber weniger wegen der technischen Schwierigkeiten als wegen der Länge. Super Aussicht von der Fuorcla Val Sassa. Blick bis zur Bernina Gruppe. Alles sehr einsam. Der erste Teil des Abstieges ist wieder schmal und ausgesetzt. Trittsicherheit nötig, T4. Dann geht es in das Val Müschauns hinunter, wobei eine kurze Stelle auch den Einsatz der Hände erfordert (ist nicht wirklich I, ist aber auch kein Gehgelände mehr). Exponiert weiter auf schmalen Wegen oberhalb des Val Müschauns (T3). Irgenwann, weit, weit unten, geht es dann nochmals über den Bach, anschliessend etwas durch den Wald, bis man schliesslich das Ende des Alpinwanderweges erreicht und in das Val Trupchun kommt. Noch 2 Kilometer, dann erreicht man die Parkhütte Varusch (endlich ein Bier ...). Von dort einfach noch ein Stück weiter bis zum Parkplatz Prasüras, von wo der Bus zum Bahnhof von S-chanf fährt.

Die Tour ist sehr einsam! Habe im Abstieg eine Dreiergruppe getroffen, das war's. Nicht für Kinder geeignet und nur bei schönem Wetter sinnvoll. Bei Schneelage ist die Route gesperrt. Es gibt keine Hütte auf dem Weg und über lange Strecken kein Wasser.
Auf der Cluozzahütte entscheiden sich 2 Besucher für den Piz Quattervals. Alle anderen gehen entweder nach Zernez zurück oder über den Murtersattel in Richtung Ofenpass Strasse. Für Tierbeobachtungen war es nicht der richtige Tag. 1 Gemse, ein Hirsch, einmal pfeift ein Murmeltier. Aber Berge ohne Ende, eine Supersicht und ein echtes Erlebnis.
Nachmachen sehr empfohlen!



Tourengänger: Leopold


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