Mürtschenstock - Fulen über Fynn's Weg


Publiziert von stockloch Pro , 19. Juli 2010 um 20:47.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Schilt-Mürtschengruppe 
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m

Da ich von mehreren Leuten gehört habe, die denn Fynn's Weg als Abstieg vom Fulen benutzt haben und dabei Mühe gehabt haben, den richtigen Weg zu finden, habe ich beschlossen, doch noch einen Bericht dieser Route zu erstellen! So habe ich mich dann am 18. Juli 2010 auf den Weg gemacht mit dem Ziel, auf der Route ein paar Steinmänner zu bauen als Orientierungshilfe für Nachbegeher. Am 16. Juni 2013 habe ich gesehen, dass leider kein Steinmann in dieser wilden Gegend überlebt hat.

Wichtiges im Vorherein:
Es handelt sich dabei um die Route 1026 des Glarner Alpinführers. Die Verhältnisse im kleinen Einstiegscouloir haben sich seit Fynn's Zeiten stark verändert, leider nicht positiv! Deshalb empfehle ich diese Route nur im Frühsommer zu benutzen, wenn noch genügend Schnee im Couloir liegt. Dabei sind Steigeisen und Pickel zu empfehlen. Benutzt man die Route später, muss man mit extrem gefährlichen Verhältnissen rechnen. Und das kann dann viel Zeit und Nerven kosten, wie ich schon mehrmals feststellen musste!
Dieses Couloir kann auch umgangen werden, in dem man die Route 1026a (gelb eingezeichnet auf dem ersten Foto) für die Umgehung benutzt. Diesen Umweg kann ich empfehlen, vor allem im Sommer und im Herbst, sowie beim Abstieg!

Nun zu meiner Tour:
Ich bin bei Bewölkung auf Hüttenberge oberhalb von Obstalden losgelaufen Richtung Talapsee, Hintertal und hoch auf die Spanegg. Da oben muss es in der letzten Woche richtig heftig gewittert haben! Der See ist hässlich braun gefärbt und vom Mürtschen hat es viel Gestein runtergewaschen. Wie es wohl weiter oben aussieht?

Nun verlässt man gerade oberhalb des Spaneggsee's den Weg und zieht links hoch zum engen Coloir. Dann wirft man mal einen Blick hinein und entscheidet ob man weitergeht oder das grosse Couloir weiter südlich benutzt. Ich habe Schlimmes gesehen als ich vor dem Couloir stand, habe mich aber trotzdem für diesen Aufstieg entschieden. Der Nebel war auch da und ist jeweils nur für kurze Zeit etwas aufgelockert!

Am Anfang geht es im Normalfall noch relativ einfach hoch auf Schnee, dann aber mit abgewaschenen Felsen durchzogen, die überklettert werden müssen. Irgendwann gelangt man zu einer Stelle wo man auf der linken Seite ein Stahlseil sieht, das man benutzen könnte, wenn die Bedingungen im Couloir zu schlecht sind an dieser Stelle. Ca. 50 Meter oberhalb dieser Stelle verlässt man das Couloir zu linken Seite und steigt zuerst etwas über Fels, dann über Rasenbänder bis zu einem Gämspfad hoch. Hier erkennt man, dass die Schwarz Schnuer beginnt und sich nach Norden zieht. 

Noch etwas zur Umgehungs-Route 1026a: (gelb)
Man steigt von der Alp Hummel aufwärts zum grossen Couloir wie wenn man die Normalroute zum Ruchen benutzen würde. Nachdem sich das Couloir verengt hat zieht man nach links auf einen Sattel hoch bei dem sich das grosse und das kleine Coloir treffen. Von diesem Sattel muss man nun ca. 100 Meter absteigen im kleinen Couloir und quert dann nördlich die Fels- und Rasenbänder, bis man dort ist, wo die Schwarz Schnuer beginnt.

Anschliessend hält man rechts zur gelben Felspartie hoch und folgt da immer dem Pfad nach links hinauf immer der Felswand entlang. Am Schluss muss ein ausgesetzter Felsturm umgangen werden. Die Umgehung auf sehr schmalem Pfad oberhalb eines Überhangs ist etwas spektakulär. Vor allem für Leute mit Höhenangst sicher eine grosse Herausforderung... Wenn man diese Stelle geschafft hat zieht man weiter hoch und klettert nach links einfach auf den untersten Pfeiler der Gadenstatt (Wiesenfläche) wo man dann bereits mal zum Gipfel hoch sieht!

Nun hält man weiter Aufwärts über Wiesenplanken unter die impsante Nordwestwand des Ruchen. Da wollte ich eigentlich die Nordwestwand mit dem Feldstecher studieren, da wir Diese im 2010 noch durchklettern wollen! Aber der Nebel war zu dicht! Jetzt quert man weiter nördlich und steigt ins breite Couloir ein, welches sich zwischen Ruchen und Fulen hochzieht. Hier steigt man unten eher rechts ein und wechselt schnell mal nach links. Der beste Weg muss hier ein bisschen gesucht werden. Aber es geht gut. Im oberen Teil benutzt man das linke Coloir und erreicht in diesem einfach den Sattel zwischen Fulen und Nordgrat des Ruchen. Von hier dann unschwierig auf der Ostseite der Normalroute folgen auf den Gipfel.

Und siehe da, auf der Ostseite war tatsächlich kein Nebel! Gut für den Abstieg über die Normalroute zum Robmen und zurück auf Hüttenberge!

Anmerkung:
Eine der schönsten Mürtschenrouten in abwechslungsreichem Gelände! Spass macht's aber nur, wenn die Verhältnisse im Einstiegs-Couloir gut sind und dort noch genügend Schnee liegt. Der Aufstieg über diese Route hat mir immer viel besser gefallen als die Abstiege, die ich über diesen Weg schon erlebt habe! Der Zeitbedarf beträgt etwa 4 Stunden vom Talapsee bis zum Fulengipfel, je nach Verhältnissen. Auch die Schwierigkeit kann sich stark verändern, je nach Bedingungen im Couloir.
 


Tourengänger: stockloch


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Kommentare (4)


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stockloch Pro hat gesagt: Tour wiederholt am 08.05.11
Gesendet am 10. Mai 2011 um 14:35
bei viel Schnee im Couloir! Leider etwas zu weich und sehr anstrengend. Sonst erstaunlich wenig Schnee und gute Bedingungen.

stockloch Pro hat gesagt: Tour wiederholt am 16.06.13
Gesendet am 17. Juni 2013 um 09:02
Diesmal perfekte Bedingungen im Couloir. Viel Schnee, nicht zu hart und nicht zu weich. So ist die Route richtig toll, macht enorm Spass und ist bedeutend einfacher zu begehen.

stockloch Pro hat gesagt: Tour wiederholt am 27.07.13
Gesendet am 29. Juli 2013 um 08:56
Diesmal im Abstieg. Schon schwierige Bedingungen herrschten im Couloir. Man muss bereits einige Male schwierig den Schnee verlassen und dann wieder erklimmen. Pickelhart!

stockloch Pro hat gesagt: Tour wiederholt am 11.10.15
Gesendet am 14. Oktober 2015 um 14:42
Wieder im Abstieg. Zuerst Stock, dann Fulen und durch dichten Nebel runter in Richtung Spanegg. Dieses Mal habe ich ein paar weisse Wegmarkierungen angebracht. Jedoch nicht vom Einstieg und vom Ausstieg, damit nicht jemand versehentlich in diese Route einsteigt. Da das Couloir völlig ausgeapert war habe ich die Umgehungsroute (gelb) gewählt.


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