Vor den Toren Moskaus - Wanderung zur Datscha


Publiziert von Ivo66 Pro , 17. Juli 2010 um 19:57.

Region: Welt » Russland » Oblast Moskva
Tour Datum:11 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: RUS 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 5 m
Abstieg: 5 m
Strecke:Platform 73 km -

Eine kurze Wanderung durch eine unbekannte Region vor den Toren Moskaus, der Hauptstadt Russlands. Auf eine Wegbeschreibung im üblichen Sinne verzichte ich, da ich nicht annehme, dass je wieder ein hikr-Mitglied oder sonst irgend ein Abendteurer diese kurze Wanderung wiederholen wird. Nicht dass diese Gegend nicht auch ihren Reiz hätte; der von uns besuchte Flecken verfügt jedoch nicht über die geringste Infrastruktur, so dass man auf Orts- und Unterkunftskenntnisse ausschliesslich von den Einheimischen abhängig ist. In unserem Fall sind es die Eltern von Lena, die in Moskau wohnen und - wie viele Russen - vor den Toren der Stadt eine Datscha besitzen, eine Blockhütte mit hübschem Garten.

Schon die Zugfahrt von Moskau aus ist recht abendteuerlich. Vom kleinen Bahnhof Veshnaki im Südosten Moskaus nahmen wir einen klapprigen Regionalzug, der in gemächlichem Tempo den Weg aus der riesigen Metropole fand. Beeindruckend ist das unglaublich dichte Schienennetz, die Dichte der Fahrpläne und die grösse der Züge, seien es die schmucklosen Regionalzüge oder die farbigen Langstreckenexpresse, welche in alle möglichen Destinationen hier besonders nach Süden führen.

So schlicht unser Zielbahnhof gestaltet ist, so heisst er auch: "Platform 73 km", d. h., dass dieser Bahhof 73 km ausserhalb von Moskau aus dem Boden gestampft wurde. Ich stellte fest, dass immer, wenn den russischen Eisenbahnbauern für einen Bahnhof, kein fantasievoller Name einfiel, immer eine KM-Bezeichnung gewählt wird: "Platform 47 km, Platform 55 km....". Schnurrgerade verläuft hier die Bahnstrecke in beiden Richtungen.

Wer glaubt, in Russland herrsche eine ständige Kälte, der irrt sich gewaltig: Schon morgens um 09:00 Uhr, als wir den Bahnhof "73 km" verliessen, brannte die Sonne des Nordens gnadenlos vom Himmel. Während der Woche unseres Aufenthalts in Moskau stiegen die Tagestemperaturen stets auf weit über 30 °C.

Die für Westeuropäer völlig unbekannte Gegend um Moskau ist topfeben und reich an Pflanzen. Wiesen und Wälder - darunter viele für Russland typische Birkenwälder - wechseln sich ab. Erstaunlicherweise sieht man keinerlei Bestreben, Landwirtschaft zu betreiben. So hatten wir fast den Eindruck, uns in einem Naturschutzgebiet zu bewegen, was jedoch nicht der Fall war. Wovon leben die Menschen in diesen einfachen Dörfern um die Agglomeration Moskau?

Meterhoch wachsen beidseits der Pfade und Strassen die Gräser und Sträucher. Beeindruckend waren bis zu 2 m hohe Kerbelstangen. Aus den Wiesen dröhnt das Gezirpe der Grillen. Im Dorf Smolevo, dass wir auf seiner staubigen Hauptstrasse durchquerten, laufen die Hühner frei herum. Die lottrigen Holzhäuser passen in die Gegend.

Schliesslich erreichten wir nach einem Fussmarsch von gut 1 1/2 Stunden die Datscha-Siedlung. Die einfachen, aber liebevoll gestalteten Holzhäuser sind der Stolz vieler Russen. Man fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt - keine Hektik, man hat Zeit, Zeit und Zeit... Eben Ferien!

Tourengänger: Ivo66, Lena


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T1
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Stadtwanderung in Moskau · Ivo66

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