Hitzeschlacht am Sustenhorn (3504m)


Publiziert von simba , 20. Juli 2010 um 20:48.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:10 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-UR 
Zeitbedarf: 2 Tage 12:00
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auf der Gotthardautobahn bis Göschenen. In der Ortsmitte die Straße rechts zur Göscheneralp
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Chelenalphütte

Nachdem wir am Wochenende zuvor am Samstag auf dem Morteratschgletscher eine üble Dusche abbekamen, was unserer Tour für den Sonntag sehr abträglich war, hat es diesmal mit einer "heissen" Tour geklappt.

09.07.2010  - Hüttenzustieg
Zustieg zur Chelenalphütte ist von der Göscheneralp ausgeschildert und bestens markiert. Abkürzungspfade, die nicht so weit aufsteigen, wie der Hüttenweg und weiter unten oberhalb des Sees queren, bringen ca. 100 Hm Ersparnis. Zeitlich wg. nicht so bequemen Weg aber gar nichts. Bei Oberröti am Ende des Göscheneralpsees hat man leider die ganzen Höhenmeter, die man von der Göscheneralp weg hochgelaufen ist, wieder liegengelassen und es geht von dort nochmal 500 HM aufwärts bis zur Chelenalphütte.

Der Weg zieht sich etwas. Aber der gewaltige Talschluss mit Chelengletscher, die Aussicht auf den Winterberg und die zahlreichen Bäche, die eine willkommene Abkühlung bieten, verkürzen die Prozedur zumindest gefühlsmäßig. Erst kurz vor Schluss geht es steil aufwärts zur Hütte, die man erst 10 Minuten, bevor man sie erreicht sieht. Gemütlich ca. 2,5 Stunden ab Göscheneralp.

Da wir uns noch nicht ausgelastet fühlten, hängten wir vor dem Essen noch ein paar kurze Plattenrouten im Klettergarten dran.

10.07.2010 - Sustenhorn und Versuch Gwächtenhorn
Aufstehen um 4.00 und das gute Frühstück, das extra so früh bereit gestellt wurde, geniessen (wie alles auf der tollen Chelenalphütte!).

Man folgt dem Wegweiser Richtung Bergseehütte. Es geht steil hinauf, man überquert über eine schmale Brücke einen Wasserfall und steigt tw. kettengesichert einige Schrofenbänke hoch, bis man die Abzweigung zur Bergseehütte erreicht. Dort links halten und nicht weiter zur Hütte. Aktuell noch über ein Schneefeld auf die Moräne und auf markierten und gut sichtbarem Pfad tw. steil bis hoch zum "Frühstücksplatz" vor dem Gletscher. 

Von hier den nicht spaltenlosen Brunnenfirn schräg hoch Richtung des schon sichtbaren Sustenhorngipfels queren bis zur Sustenlimi. Schon morgens um halb 7 konnten wir hier im Schatten im TShirt laufen. Es war einfach viel zu heiss und der Firn bereits total weich.

Die Kletterei an der Limi (5 Meter) sollte laut Führer UIAA I sein. Vllt. haben wir die richtige Stelle nicht gefunden, vllt. hinterlässt aber auch hier der Gletscherschwund Spuren und bringt glatte Platten zum Vorschein. ME eher II, da der erste Schritt ist sehr groß und die Tritte zumindest mit Bergschuhen sehr klein sind (Mit Steigeisen tritt es sich besser). Ohne Hände geht es sicherlich nicht.

Auf der anderen Seite der Limi folgt man den Dutzenden Spuren Richtung Sustenhorngipfel. Überschreitet einen Bergschrund am Rand eines Windkolks bei Punkt 3288 auf aktuell noch (aber nicht mehr lange) haltbarer Schneebrücke und steigt mal mehr, mal weniger steil dem Sustenhorngipfel entgegen. Diesen erreichten wir gg. 8 Uhr, nach knapp 3 Stunden Gehzeit ab der Chelenalphütte.

Im Abstieg wurde der Firn extrem weich und der Versuch, noch das Gwächtenhorn zu besteigen, versackte im weichen Schnee, weil wir immer wieder einbrachen und uns die Sonne unbarmherzig grillte. Vor der bereits blanken Steilstufe gaben wir auf und stapften zurück zur Limi und zum Frühstücksplatz, wo wir morgens um 10 auf knapp 3000 Meter bei rund 16 Grad Pause machten.

Der Rest der Tour ist schnell erzählt: Der Talabstieg saugte uns bei um die 30 Grad alles aus den Gliedern und schmorte das Gehirn gut durch, so dass wir vor der Heimfahrt noch ausgiebig im a....kalten Voralpbach baden mussten. Dann gings im nicht klimatisierten KfZ bei 38 Grad in Züri gen Heimat.

Wahrlich eine heisse Tour!

Notabene: Insgesamt ist der Anstieg von der Chelenalp wohl deutlich abwechslungsreicher als der von der Tierberglihütte, dennoch waren wir Samstagmorgen die einzigen, die sich Richtung Gipfel aufmachten. Angesichts der landschaftlichen Schönheit des Chelenalptals und der tollen Hütte, kaum nachvollziehbar!

Tourengänger: simba, PicoIzta


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