Chli Bielenhorn (Schildkrötengrat Anwendungstour)


Publiziert von darkthrone , 11. Juli 2010 um 23:16.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:15 Juni 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: 4+ (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Furkapassstrasse
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Tiefenbach / SAC Sidelenhütte

 

Unser Ferienstart begann mit einer Ausbildung bei unserem Lieblingsbergführer Emanuel (Wolkenlos) in dem wir das „Gehen am kurzen Seil“ und die Selbstabsicherung von Grund auf erlernten. Leider waren die Wetterprognosen für diese kommenden 3 Tage schlecht, was unsere gute Laune jedoch nicht zu vermiesen vermochte.

So begann unser erster Tag mit einer Anwendungstour auf das Chli Bielenhorn über den Schildkrötengrat bei nassfeuchtem Wetter. Von der Furkapassstrasse sind wir über den Sidelen-Hüttenweg in Richtung Unt. Bielenlücke zum Einstieg des Schildkörtengrates aufgestiegen. Ab der Sidelenhütte lag noch recht viel Schnee. Dieser war jedoch recht kompakt, sodass wir nicht zu sehr einsanken.

Beim Einstieg erklärte uns Emanuel während dem wir unsere Kletterausrüstung anlegten, wie man bei einem Grat mögliche Ausstiegsvarianten (improvisiertes Abseilen) erkennen kann.

Mittlerweile regnete es wieder leicht, die Felsen waren nass und das Moos auf ihnen sehr rutschig. Die Bergschuhe hielten jedoch erstaunlich gut auf dem glitschigen Untergrund. Wir waren jedoch froh einen Bergführer bei der Seite zu haben, wären wir doch bei diesen Wetterbedingungen nie in eine alpine Klettertour eingestiegen.

Der Einstieg erfolgte gleich mit einigen knackigen und kräftigen Kletterzüge bis hinauf auf das erste Felsband von wo ich Sabi mit dem Partieseil um einen Felszacken nachsicherte. Nun wurde das Gelände leichter und wir konnten am kurzen Seil bis einige Meter unterhalb des Grates hochstechen. Danach folgte wieder eine Kletterei im 3er Bereich. Ich löste meine Seilverkürzung, sodass ich und Sabi ca. 15 Meter Seil zwischen uns hatten und stieg die nächsten 15 Meter vor, erstellte mit dem Partieseil an einem Felszacken einen Stand. Nun ging es immer auf dem Grat folgend über diverse Türme weiter. In den 4er Seillängen musste die Seilverkürzung ganz gelöst werden, sodass ich eine ganze Seillänge vorsteigen konnte. Unter fachkundiger Anleitung konnte ich so diverse Stände an Felszacken und  Stände mithilfe von Keilen und Friends bauen und desweiteren ab und zu während dem Vorsteigen einen Keil und Friend legen. Das Ganze war für mich sehr spannend, bin ich doch bis dahin Klettertouren nur im Plaisir-Bereich angegangen.

Nun folgte die Schlüsselstelle der Tour: Die „Klagemauer“. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten um weiterzukommen.

 

1.       Klagemauer in freier Kletterei (im 7 Grad)

2.       Klagemauer in technischer Kletterei (4b/A1) mit Trittschlingen

3.       Umgehung in der Flanke (4b)
 

Dank den Trittschlingen welche uns Emanuel vorbereitete überwanden wir die Stelle mit einigem „Murks und Klagerei“ in technischer Kletterei. Nun waren wir froh, die schwerste Stelle geschafft zu haben und so gestaltete sich der Weiterweg bis zum Gipfel über weitere ausgesetzte Felstürme in den Schwierigkeiten II-IV genussvoll auch wenn es ab und zu wieder einmal regnete.

Der Abstieg erfolgte über die Unt. Bielenlücke zurück zur Sidelenhütte und weiter zur Furkapassstrasse.

 

Fazit:

Diese Anwendungstour war für uns sehr lernreich. Auch eine alpine Klettertour bei schlechtem Wetter und  nicht optimalen Felsbedingungen kann Spass machen.


Nun heisst es das gelernte auf Touren weiter fleissig anzuwenden um die nötige Routine und Sicherheit zu erlangen.

Leider habe ich vom Grat selbst keine Fotos gemacht, da ich zu beschäftigt gewesen war. Die Fotos welche Emanuel geschossen hatte, habe ich leider nur als Videozusammenschnitt.


Tourengänger: darkthrone, Sabi


Galerie


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