inmitten von Blumenteppichen auf den Widderfeld Stock 2351 m.ü.M.


Publiziert von Felix Pro , 13. Juli 2010 um 14:43.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:10 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Östliche Melchtaler Alpen   CH-NW   CH-OW   Stanserhornkette   Ruch- und Walenstockgruppe 
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Strecke:Grafenort - Mettlen: Luftseilbähnchen nach Eggendössli - Storeggpass - Chrachen - Hohmad - Widderfeld Stock - Bocki-Rotisand - Bocki - Ober Frutt - Unter Frutt - Fruttgaden - untere Hüethütte - Eggendössli - LSB - Mettlen - Grafenort
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zentralbahn ab Luzern nach Grafenort
Kartennummer:1190

Nach der Zugfahrt von Schwyz über Luzern nach Grafenort startete ich meine Klubtour mit den zwei Bergkameraden Urs und Daniel vom SAC Einsiedeln beim Herrenhaus der Engelberger Aa aufwärts nach Mettlen - flaches Einlaufen zum urchigen 4-Personen-Bähnchen via Rugisbalm nach Eggendössli. Der ältere Bauer und sein ebenso rüstiger Hofhund erwarten uns (wiederum) bei der Mittelstation (10 Fr. dünken uns ein günstiger Preis für die Retourfahrt).

Entgegen der Ausschreibung starteten wir eine Stunde früher - dies machte sich bezahlt: hitze- und wettermässig, türmten sich doch die Cumuli gegen 16 Uhr bereits bedrohlich auf …

 

Ab Eggendössli folgte erst noch einmal ein weiteres Einlaufen bis zur unteren Hüethütte, bald jedoch ging's dann über recht steile Grashänge bis unter die Flühe des Storegghorns hoch. An üppigsten Blumenwiesen vorbei gelangten wir zum Storeggpass und gewannen dann die restlichen Höhenmeter bis zum Einstieg zum Chrachen; hier war dann eine erste kurze Rast angesagt. Die für heute einzige nennenswerte schattige Stelle nutzten wir, um uns zu erfrischen und zu stärken für den Durch- und Aufstieg. Der Chrachen präsentierte sich absolut trocken; so war das gut gestufte felsige Couloir problemlos zu meistern. Oben angelangt, erwartete uns ein abrupter Szenenwechsel: vom schattigen Felsaufstieg zum lieblichen besonnten Wiesenstück mit weiteren Blumenfeldern auf Hohmad war der Unterschied doch beträchtlich.

 

Ein im hohen Gras beinahe verschwindender schmaler Pfad leitet erst Richtung Bocki, bevor ein Steig südwestlich abzweigt - eine rote Markierung weist den Weg. Diese roten Striche begleiten uns deutlich erst den aufsteilenden Wiesenhang empor und leiten uns auch durch das nachfolgende Schuttgelände. Dieses wird gelegentlich abschüssig, doch nie schwierig. Am Ende des Westgrates (früher begangene Kraxel-Variante) geht's direkt hoch zum erst felsig wirkenden Gipfelaufbau. Noch ist ein Restschneefeld auf der schattigen Westseite auf dessen Oberseite zu passieren, bevor sich das letzte Stück zum Gipfel in der gleissenden Sonne präsentiert. Erst über einige wenige kleine Felsstufen, dann auf hübschen Weglein, gelangen wir an Tausenden von Blumen vorbei zur gekonnt gemauerten Gipfel-Rundbank und -Kreuzchen. Wie geniessen wir diesen tollen Aufstieg, den "botanischen Garten" (wie Daniel treffend feststellt - Alpenastern, Orchideen, Katzenpfötli und viele andere Arten erfreuen uns) und die Aussicht - auch wenn es sehr diesig, wenig sichtig ist. Entsprechend ausgiebig gestalten wir unsere Gipfelrast auf dem Widderfeld Stock. Es weht sogar ein angenehmes Lüftchen, welches die grosse Hitze und das enorme Schwitzen in der hohen Luftfeuchtigkeit vergessen macht.

 

Im Abstieg über Bocki-Rotisand an der Alp Widderfeld vorbei wünscht sich auch dessen Älpler etwas Regen - er zeichnet sich nun doch mit einigen wenigen aufkommenden Cumuli ab. Doch wir geniessen weiterhin beste Wetterverhältnisse, heiss ist's nun jedoch wieder. Derart, dass sich die Schafherden um P. 2154 auf den noch vorhandenen Schneefeldern Abkühlung suchen. Die Alp Bocki lassen wir links liegen, auch wenn uns dessen Älpler zu Kaffee einlädt - ein kühles Nass benötigen wir … Ich stelle meinen zwei Begleitern ein ebensolches beim Fruttgaden beim Lutersee in Aussicht. Erst müssen wir über Ober Frutt auf etwas steilerem, blockigem Weg zur Unter Frutt gelangen. Bereits auf dem Abstieg leuchtet uns der malerische Lutersee entgegen - doch bei Fruttgaden angelangt, erweist sich mein Versprechen als haltlos: geschlossen - also weiter auf eine kühle Erfrischung warten. 30 min verspricht der Wegweiser bis zum Luftseilbähnchen - ob's vorher etwas gibt, die untere Hüethütte hatte den Fahnen aufgezogen, wer weiss? Nach einigen etwas steileren Metern runter beginnt nun das erste Auslaufen - Urs ist enttäuscht, dass ich die in Aussicht gestellten 17 Höhenmeter nicht einhalte. Diese folgen alsbald bis zu besagter Hütte; ein Schild verspricht Ziegenkäse - vielleicht gibt's was zu trinken …

Die zwei netten Frauen auf dieser Alp warten mit Beckenrieder Orangenmost und Bier auf - gegen Bezahlung nach eigenem Gutdünken … Sie klären uns auch bezüglich des Fruttgadens auf: erst in einigen Tagen bestossen sie die oberen Alpen und öffnen dann diese Hütte für fünf Wochen.

 

Das zweiteilige Schluss-Auslaufen erst zum Bähnchen, dann nach Grafenort zurück wartet abschliessend mit luftigen Blicken aus dem unteren Kabinchen auf: arg steil fährt es Mettlen entgegen - im Wald stromern wir dem Bahnhof entgegen; meine zwei Begleiter sind dankbar, einen unbekannten Gipfel auf schönem, blumigen Weg kennengelernt zu haben. War sehr angenehm mit euch beiden, Danke!


Tourengänger: Felix


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