Schreckhorn (4078m)


Publiziert von OUTIVITY , 9. Juli 2010 um 17:29.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 7 Juli 2010
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 13:30
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m
Strecke:Schreckhornhütte - Südwestgrat - Schreckhorn - Schreckhornhütte
Unterkunftmöglichkeiten:Schreckhornhütte SAC

 
Schreckhorn (4078m) und Gämsgrätli
 
Ready, Set, Go! Die Entscheidung für die Tour ist kurzfristig gefallen. Und schon sind wir unterwegs ins Berner Oberland. Bergbahn bis Pfingstegg und schweisstreibender Aufstieg zur Schreckhornhütte. Um diese Jahreszeit hats noch nicht viele Gäste dafür einen Swimmingpool! Und das auf 2500müm :-). Die Berge sind vom Nebel verhangen. Wir hoffen, dass der Wetterbericht recht hat und uns ein wolkenloser Tag erwartet. Nun erst mal Rucksack packen, Nachtessen und ab unter die Bettdecke.
 
Aufstieg
Mitten in der Nacht um 1 Uhr - nach einer gefühlten Stunde Schlaf - holt uns der Wecker einmal mehr erbarmungslos aus den Federn. Frühstück reinfuttern, Rucksack schultern, Stirnlampe anknipsen und schon stehen wir unter einem makellosen Sternenhimmel auf dem Oberen Ischmeer. Leider verfehlen wir den richtigen Weg/Abzweiger zum Gaagg und mussten mit der schottrig/steinigen Moräne vorlieb nehmen (für Nachahmer: in der Hütte hängt eine Skizze mit dem richtigen Zustieg...). Danach zügiger Aufstieg und Querung in den grossen Kessel bis zum Bergschrund unterhalb des Schreckhorns. Der Schrund lässt sich einfach queren, dies könnte sich in den nächsten (warmen) Tagen ändern. Die Rampe hat wenig, aber guten Trittschnee drin. Wir entscheiden uns den Aufstieg in der Rampe und nicht auf dem Begrenzungsfelsen zu machen. Dies ging wesentlich schneller wie wir im direkten Vergleich mit einer andern Seilschaft sehen konnten.
 
Auf dem Sattel angekommen heisst es erst mal Steigeisen verstauen und Pickel auf den Rucksack binden. Nun gehts zügig voran. In traumhaftem Fels klettern wir dem Gipfel entgegen. Wir sichern mobil an Felszacken und ab und zu mit einem Express an einem Bohrhaken. Die Kletterei bewegt sich im I bis III Grad. Der Grat ist durchwegs ausgesetzt und bietet atemberaubende Tiefblicke. Kurz vor 9 Uhr erreichen wir den Gipfel. Wahnsinnsaussicht.....
 
 
Abstieg
Leider pfeift uns der Wind so stark um die Ohren, dass wir uns auch schon zügig an den Abstieg machen. Auf dem Felsgrat hat es alle 20-25m einen Bohrhaken mit einem Maillon Rapid. Mit einer guten Seiltechnik können die ca. 20 Abseilstellen rasch überwunden werden. Der Abstieg durch die Rampe fordert nochmals höchste Konzentration. Der Schnee ist mittlerweile so stark aufgeweicht, dass sich die Rinne zu einem Bachbett gewandelt hat. Nach einer Stunde Schufterei und tiefgefrorenen Händen in sehr heiklem Gelände erreichen wir schliesslich den Bergschrund. Die Temperaturen sind für diese Höhenlage viel zu hoch. Der Gletscher inzwischen ziemlich aufgeweicht. Der anschliessende „Gletschergwaggel“ zehrte langsam an unseren Kräften.
 
 
Klettertour Gämsgrätli
Den ursprünglichen Plan am 2. Tag gleich das Lauteraarhorn anzuhängen liessen wir bereits auf dem Abstieg vom Schreckhorn fallen. So kamen wir in den Genuss, ausschlafen zu können. Frühstück um halb acht. Wir entschieden und noch für eine gemütliche Klettertour in Hüttennähe. Gleich 100m hinter der Hütte wartet ein schöner Grat (Gämsgrätli) auf den Mitbergschuhkletterer. Ein Topo für die ca. 3-4 stündige Tour liegt in der Hütte zum Mitnehmen (und wieder bringen) auf. Schönste Kletterei im 3-4 Schwierigkeitsgrad, top abgesichert und mit einmaliger Kulisse.
 
 
© 2010 mountaineering by outivity.ch

Tourengänger: OUTIVITY


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Kommentare (2)


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DHM123 hat gesagt: Klasse 1a
Gesendet am 12. Januar 2012 um 18:41
Nettes Bergli :)
Klasse-Tour - da möchte ich auch mal rauf.
Allerdings ist der rigide Hüttenwirt mit Abmarsch um 1 schon hart - das braucht man auch nicht unbedingt.

OUTIVITY hat gesagt: RE:Klasse 1a
Gesendet am 19. Januar 2012 um 08:41
das war wirklich eine herrliche tour....:)

den abmarsch um 1 uhr morgens haben wir selbst bestimmt, da wir möglichst viel von der nächtlichen kälte nutzen konnten. der hüttenwart hat uns die abmarschzeit selbstverständlich offen gelassen!

cheers thomas


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