Piz da Sterls / Tristelhorn (3114m) und Piz Sax (2795m) aus dem Calfeisen


Publiziert von Alpin_Rise , 14. Juli 2010 um 23:38.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 3 Juli 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-SG 
Aufstieg: 2100 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Gigerwald leider fährt kein ÖV bis nach St. Martin

Ganz im Süden des Kanton St. Gallens liegt gut versteckt das Calfeisental. Das abgelegene, einst von Walsern besiedelte Hochtal wird im Süden von der gewaltigen, fast 2000m hohen Mauer des Ringelspitzmassiv begrenzt. Die Steilabstürze weisen das typisch schiefrig-brüchige Gestein auf, darum ist man in den zahlreichen Routen meist allein unterwegs.
Durch die Wände führen mehrere Routen, die populärsten dürften die hier beschrieben "Glaseregg", die Glaserrus oder die Rissegg sein.


Wilde, lange Tour für LiebhaberInnen von Schutt, Bruch und Einsamkeit

Unsere Tour ist im Prinzip ein Abklatsch der beeindruckenden Gewaltstour von Delta - minus das Glaserhorn (zweifelhafte Verhältnisse) und dem Sardona-Segnes Zusatz (fortgeschrittene Urzeit & fehlende Siebenmeilenstiefel).

Start in St. Martin deutlich nach 5 Uhr, etwas spät für unser Tagesprogramm. Auf gutem Weg bis kurz vor die wildromantisch gelegene Schräawislihütte, vor dem Bach direkt hoch. Durch den kurzen Erlengürtel hats gute Viehwege, später etwas steiler, rechtshaltend auf Wegspuren zum Plateau beim ehemaligen Glasergletscher (T4). Die Glaseregg kann hier beliebig durch ihre Ostflanke bestiegen werden, einfach darüber hinweg bis zum Sporn, der aufs nächste Plateau östlich des Tristelhorn leitet. Die Steilstufe auf ca. 2800m kann links in einer Rinne oder fast zentral, leicht rechts, überwunden werden (kurz T5 I).
Hier wenden wir uns in bereits faulem Schnee in den Sattel zwischen P. 3074 und Glaserhorn. Letzteres wollen wir über den Westgrat, bzw. die Bänder südlich darunter noch mitnehmen. Ein Blick auf die weichen Schneefelder auf glattem Schiefer und die bereits aktive Wetterküche lassen uns umkehren und über P. 3074 (laut SAC führer der "bedeutende P. 3074" - warum nennen wir ihn nicht "Klein Glaserhorn" oder "Vorder Glaserhorn"?) zum Tristelhorn.
Einfach über die Ostflanke (T4-5) auf den Südostgrat und problemlos zum kaum 5m hohen Gipfelkopf des Tristlehorns / Piz da Sterls . Dieser erfordert einen Kletterzug im 3. Grad mit hohem Antreten, ist sonst aber problemlos.

Abstieg durch Schutt auf den langen Grat zum Piz Sax. Dieser ist auf 2,5km mit etwas auf und ab gut begehbar, ein Absatz nach P. 2975 ist ausgesetzt, aber gutgriffig (T5, I). Der ganze Kamm ist schon ziemlich marode, aber keine Angst es gibt auch Tritte, die halten ;-). Im Abstieg vom einsamen Piz Sax muss noch die eine oder andere Stufe abgeklettert werden, manchmal in der Nordflanke ausholend, mittlerweile dürfte man sich an das zweifelhafte Gestein gewöhnt haben...
Kurz vor der Trinser Furgga (Furcola dils Sax) erwischt uns doch noch ein Regenguss. Einige Meter dem Blau-Weiss markierten Weg folgen, danach diretissima zuerst über feinen Schutt und danach Schnee 600hm in wenigen Minuten vernichtet - so muss es sein!

Der Ausmarsch zur Sardonaalp und zurück nach St. Martin dann wieder trocken, der öde Weg auf dem Fahrsträsschen zieht sich in die Länge (Alternative: Bergweg auf der Südseite der Tamina). Die Strecke lässt sich aber in etwa einer Stunde schaffen, peilt man ein zu knappes Zeitfenster für die Ausfahrt (von xx.30 bis xx.50 erlaubt) an...
 

Tourengänger: Alpin_Rise

Galerie


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