Widderalpstöck Mittelgipfel-Hundstein-Freiheit-Marwees: Variantenwandern im Alpstein


Publiziert von ossi , 5. Juli 2010 um 20:33.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:29 Juni 2010
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Aufstieg: 2050 m
Abstieg: 2050 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Wasserauen
Kartennummer:1:25000 Säntis

Zustieg: Schwitzen oder Asphalttreten, Bogartenlücke oder Brüeltobel...Ich entscheide mich für den Zustieg ab Wasserauen über die Bogartenlücke zum Stifel und ab da über die Bollenwees auf den Hundsteinweg.

Widderalpstöck Mittelgipfel, Direttissima (T6): Zuerst steuert man den Fähnligipfel mit seiner von Kletterrouten durchzogenen Südwand an, indem man die Geröllhalde bis an deren Ende in Richtung der Einstiege emporsteigt. Am grasigen Wandfuss wende man sich nach Westen (Richtung Hundstein) und folgt auf einem Weglein bis zum westlichen Ende der Geröllhalde, wo der Spass beginnen kann:

Ich steige mehr oder weniger gerade hoch, unmittelbar zwischen dem westlichen Rand der Plattenzone und herrlichem Legföhrendickicht. Nach einer Weile lichten sich die Föhren und ein Abseilstand wird sichtbar (im SAC-Führer eingezeichnet). Bis hierher T5, I+.
Die mittlere Passage besteht vornehmlich aus steilem, gut gestuftem Grasgelände, dazu gibt's einige Wildspuren zu sehen. Dieser Teil ist zwar steil, aber einfach zu begehen (T4+).
Der flache Gipfel liegt auf einer Felsstufe auf, die an diversen Stellen einigermassen gut überwunden werden kann. Ich beschliesse, weiterhin in Fallinie aufzsuteigen: Die Route schaut gangbar aus. Die eben genannte Felsstufe lässt sich in steilem Schrofengelände (ca. 15m, T6, II) sicher überwinden, man muss Griffe und Tritte aber überprüfen. Die letzte Passage führt dann wieder einfach über Gras zum Gipfel.

Vom Gipfel wird südwestwärts Richtung Hundsteinweg abgestiegen. Einige Trittspuren führen über Gras abwärts, dann wird eine Schrofenstufe auf Spuren überwunden (Abseilstelle) und zuletzt führt ein gut sichtbarer Weg auf die markierte Hundsteinroute zurück: T5.

Hundstein, "Gipfelkopf Freestyle", T6 und II: Nur wenig unter dem Hundstein Gipfel führt der Weg ein Stück weit horizontal in die Gipfelflanke hinein. Anstatt am Ende der Horizontalen die Haarnadelkurve zu kratzen, geht's geradeaus weiter über abschüssiges Gelände -eine kleine Runse querend- unter den Gipfelkopf (für die Route siehe Bild). Hier kämpft man sich über steile, grasige Schrofen zuerst gerade hoch, dann nach links querend in die Südflanke. Auf einem schmalen Grasband wird in die Südwand hinausgequert, wobei sogar ein Stand passiert wird. Ein kurzes Stück weiter gewinnt man den Grat, dem man zuerst genussreich mit einigen Kletterzügen folgt. Nach diesen Kletterzügen legt sich der Grat zurück und man begeht ihn bis zum Gipfelkreuz.  

Übergang zur Freiheit, T5+: Vom Hundstein Gipfel sieht man schwache Wegspuren, welche in die Scharte zwischen Hundstein und Freiheit führen. Kurz vor der Scharte befindet sich die Schlüsselstelle (T5+, I). Der Aufstieg auf die Freiheit sieht von weitem etwas grimmig aus, der Fels ist aber fest und gut gestuft, die Route rot markiert und die Schlüsselpassage kann im Abstieg sogar abseilenderweise (eingerichtet) überwunden werden. 
Der Abstieg zum Widderalpsattel erfolgt dann durch die steinschlägige Schlucht, die mir etwas heikler scheint als der Aufstieg auf die Freiheit. Bei mehreren Personen ist ein Helm nützlich, ich hatte jedenfalls einen auf.

Überschreitung Marwees, T4: Landschaftlich wunderschöne Überschreitung auf einem ausgetretenen Weg. Der Weg ist markiert, einige Stellen etwas luftig. Solange der Weg so gut erhalten ist, scheint mir die Bewertung T4 reichlich hoch gegriffen. Die Route endet unmittelbar unterhalb der Bogartenlücke, von wo aus Wasserauen über den Bergweg erreicht wird (T2).

Tour im Alleingang 

Tourengänger: ossi


Galerie


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