Klettern im Val Rosandro


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 29. Mai 2010 um 21:56.

Region: Welt » Italien » Friaul-Julisch Venetien
Tour Datum:21 Mai 2010
Klettern Schwierigkeit: 6b+ (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 5 Tage

Für unseren Kurzurlaub wählten wir das Val Rosandro in der Nähe von Triest und Koper. Das Klettergebiet liegt zwischen dem Ort Bagnoli und der slowenischen Grenze. Der Charakter der Kletterei ist sehr unterschiedlich, man findet rote überhängende Sintersäulen, scharfgriffige Wände und Reibungsplatten. Die Wände sind bis zu 100m hoch, meist aber deutlich niedriger. Die meisten Routen sind neu saniert, in den längeren Routen weißen aber noch die originalen Hakenabstände auf! Durch das Tal rinnt ein Bach an dem man viele schöne Badegumpen findet. Am Ende des Tales stürzt ein 35m hoher Wasserfall über eine Felswand.

Alle Sektoren sind zu Fuß im max. 30min erreichbar und mit Kletterführer leicht zu finden! Als zentraler Ausgangspunkt empfehle ich Parkplatz Sektor E (siehe ganz unten)
Wir haben folgende Sektoren besucht (alle Angaben beziehen sich auf den Kletterführer "Klettergebiete ohne Grenzen" - Sidarta Guides:


SEKTOR A - Parete di Bagnoli/Izlca: Sehr stark überhängende Kletterei an wunderschönen Sintersäulen, im linken Teil einige großgriffige Überhänge im Bereich 6a, leider aber sehr beliebt und daher besetzt! Die wirklich schönen Routen leider zu schwer für mich!

SEKTOR B - Giardini d'inverno/Grabceva stena: Sehr schöne, steile Platten. Am Beginn der Route Deja vu ein spannender Überhang. Die Touren sind relativ lang und gut abgesichert. Die Touren sind gut abgesichert.
Gekletterte Routen: Deja vu 6a; Michelini 6a

SEKTOR C1 - Jugove: Ein kleiner aber sehr netter Sektor. Die Einstiege liegen im Schatten, die Routen in der Sonne. Die Touren führen über bauchige Platten mit versteckten Henkeln. Die Routen sind ganz leicht abgeschmiert und gut abgesichert.
Gekletterte Routen: Jugova di sinistra 4a; Jugova di centro-sinista 5c; Jugova nuova 5b; Jugova di mezzo 5c; Jugova de Ciano 5a; Scalini delle jugove 2a

SEKTOR C2 - Castighi di dio: Der Sektor ist über eine 2a-Tour erreichbar und bietet einen kleine aber sehr kompakten Plattenpanzer über den zwar nur eine, dafür aber besonders spannende Route verläuft! Routen saniert!
Gekletterte Routen: Strapiombo delle Lavandere 6a

SEKTOR C4 - Crinale/Pocivenca: Alle Touren in diesem Sektor sind leicht überhängend und sehr stark strukturiert. Die leichteste Tour ist die "Senior", sie ist 2 SL lang und bietet tolle Kletterei in leicht brüchigem Fels. Die Tour ist sehr empfehlenswert. Die Haken sind aber realtiv weit auseinander, stürze aber relativ ungefährlich. Einige andere Routen in dem Sektor sind sehr wild abgesichert!
Gekletterte Routen: Senior 5c

SEKTOR D - Formai: Der Sektor ist direkt neben dem Wanderweg und die Routen führen über eine geneigte Reibungsplatte die ca 80m lang ist! Zwischen den Reibungsstellen gibt es auch riesige Henkel. Es wurden einige neue Touren sowie Abseilstände eingebohrt!
Gekletterte Routen: Senza nome 5a

SEKTOR E - Dodici vie/Muhova stena: Am oberen Ende des Felsen findet man einen Aussichtspunkt. Die Routen sind sehr abwechslungsreich und es gibt kleine Überhänge. Die Absicherung ist gut, im rechten Teil gibt es Routen für Anfänger.
Gekletterte Routen: Cozzolino 5c; Senza Nome 6a; Cento lire 5a; Via de Berto 5b; Strapiombo Benedetti 5b

SEKTOR G - Oci de Mocco/Stena pod Jezerom: Leider sind einige Routen sehr schlecht abgesichert. Im linken Teil können Touren aber Toprope eingehängt werden und die Stände mit Bäumen verbessert werden. Die Kletterei ist sehr schön und henkelig.
Gekletterte Routen: Attenti alla SS 6a+; Senza nome rechts 6a; Diedro 4b

SEKTOR O - La Grande/Veliki raz: Dieser Sektor bietet die längsten Routen im Gebiet und der markante Pfeiler dominiert das gesamte Tal. Genau über diesen Pfeiler führt die Route La Grade, diese erreicht man am besten über den Vorbau mit der Route Attaco nuovo. Die Tour führt über 2 SL 3c zum eigentlichen Beginn des Pfeilers, beide SL sind aber wunderschön! Danach folgt eine glatte Platte. Nach einem komischen Überhang und einer Verschneidung folgt noch eine schöne Abschlusslänge mit abschlüssigem Aufleger! Der Ausstieg zum Gipfel ist nicht zu empfehlen da sich sonst der Rückweg stark verlängert. Besser ist es von der massiven Kette 5x abzuseilen. Das Highlight für mich!
Gekletterte Routen: Attaco nuovo 3c; La Grande 5c

SEKTOR P - Parete del casello: Kleiner netter Anfängersektor mit schönen Henkelplatten.

SEKTOR R - Concave: Im linken Teil schöne leichte (lange) Touren!

SEKTOR S - Amicizie: Irgendwie komische Routen die nicht wirklich einladend sind!

SEKTOR T - Montasio/Montaz: Diese einseitig freistehende Säule wird von ober erreicht und die Einstiege durch abseilen erreicht. Man kann aber auch vom Bach herauf zusteigen. Obwohl es nicht so aussieht bietet der Turm traumhafte Kletterei! Sehr zu empfehlen ist Senza Nome 6b+
Gekletterte Routen: Senza Nome 6b+; Diedro Barisi (linker Einstieg Tour 4) 5b; Gipfelausstieg 5a

MIT WAR: Tanja, Robert und Andi

WETTER: sonnig, meist ein leichtes Lüfterl, in einigen Sektoren aber ziemlich heiß!

UNTERKUFT: Wir wählten mit unserm VW-Bus einen Parkplatz beim Sektor E als Standplatz. Wer sich ruhig verhält und keinen Mist macht wird hier ruhige Nächte verbringen! (Koordinaten: 45°37'21.43"N /  13°51'54.59"E)

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


Galerie


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