Über Koraspitz und Langspitz auf den Rappastein


Publiziert von Zwieback , 26. Mai 2010 um 19:48.

Region: Welt » Liechtenstein
Tour Datum:24 Mai 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: FL 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1910 m
Abstieg: 1270 m
Strecke:Triesen – Tuass – Koraspitz – Langspitz – Rappastein – Rappasteinsattel – Goldlochspitz – Kolme – Heubüal – Krüppel – Steg

Aussichtsreiche Tour über dem Rheintal bei traumhaftem Wetter

Start um 7:40 bei der Säge in Triesen, von dort auf der Kiesstrasse den Berg hoch, bis links der schmale Waldweg nach Tuass abzweigt. Dieser führt in einigen Kehren, teilweise in beträchtlicher Steilheit, den Wald hoch. Der Boden ist teilweise lehmig und daher bei Nässe wohl nicht besonders angenehm.

 

Günstigerweise führt der gesamte Aufstieg von Triesen bis Tuass durch angenehm schattiges Gelände, erst bei Tuass beginnt die Sonne vom Himmel zu brennen, dafür ist aber auch bereits hier die Aussicht prächtig. Von den idyllisch gelegenen Häuschen von Tuass kann man – wie man auch aus dem Tal sieht - direkt über die Tuassegg zum Koraspitz hochsteigen. Die Tuassegg ist anfangs noch ein mässig steiler, breiter Grashang, wird jedoch zunehmend steiler und schmaler, bis man am Ende über einen sehr steilen, brüchigen, von mehreren kleinen Felsstüfchen unterbrochenen Sporn zum Gipfel gelangt (T5). Dieser letzte Abschnitt vor dem Gipfel ist kann auch rechts in der Flanke umgangen werden, denn als wir auf dem fliegenverseuchten Gipfel sitzen kommt von dort gerade im Eiltempo ein einheimischer Berggänger mit Hund zu uns hoch.

 

Zwischen dem Koraspitz und der Westwand des Langspitz erhebt sich ein brüchiger felsiger Grataufschwung. Diesen könnte man vermutlich T6-mässig überklettern, wir umgehen ihn jedoch rechts in der Flanke (Steiles Gras & Schotter). Um auf den Langspitz zu gelangen umgehen wir ihn rechts auf Trittspuren und steigen dann von Südosten die Flanke hoch. Auf dem Gipfel steht ein erstaunlich grosses Kreuz, auch das Buch ist überdimensioniert, dürfte noch gut Platz für ein paar Jahrzehnte bieten. Der Weiterweg zum Rappenstein lässt sich vom Langspitz aus gut überblicken und ist nicht so steil, wie er aussieht. Vom Sattel hinter dem Langspitz, anfangs auf schwach ausgeprägten Wegspuren, steigen wir direkt den steilen Grashang hoch. Das Gras ist hier trocken und schmierig, teilweise liegt auch noch Restschnee, doch das Gelände bietet relativ gute Tritte, so dass man auch gut ohne Pickel zurechtkommt. Unterhalb der ersten Felsen gelangt man auf den Wanderweg, welcher vom Rappasteinsattel zum Guschasattel hinüberführt. Wir steigen links der Felsen direkt weiter hoch zur Grathöhe, auf der der Normalweg auf den Rappenstein verläuft, und gelangen auf diesem zum Gipfel. Kaum fünf Meter von diesem entfernt verliere ich jedoch auf einer letzten, moosig-feuchten Stufe den Halt, kippe nach hinten um, lande aber weich auf dem Rucksack. Weiter ist nichts passiert, bei einem zweiten Anlauf klappts dann auch. Auf dem Gipfel begegnen wir wieder dem Berggänger, der uns bereits auf Koraspitz und Langspitz begegnete, bzw. überholte. Er stieg nach dem Wanderweg auf der rechten, bzw. südwestlichen Seite zum Gipfel hoch.Von ihm erfahre ich ausserdem, dass der Mittagspitz von Balzers aus über den imposanten Nordgrat tatsächlich begehbar ist, werde ich wohl demnächst ausprobieren.

 

Der Abstieg zum Rappasteinsattel gestaltet sich mühsamer als erwartet, denn zwischen Gipfel und Sattel liegen noch grössere Mengen Restschnee. Dieser ist stellenweise hüfttief und kaum tragfähig, so dass man besser den bereits vorhandenen Spuren entlangstakst, als versucht runterzurutschen.

Vom Sattel aus führt der Wanderweg in einigem auf und ab über den Goldlochspitz zum Heubüal. Hier wechselt die Vegetation, man kann die Legföhren, insbesondere an solch sonnigen Tagen, geradezu riechen. Hier tut man gut daran, sich konsequent an den Wanderweg zu halten, es sei denn, man hat Freude daran, sich in einem stachligen grünen Labyrint zu verirren, überall führen Wildspuren bzw. vermeindliche Wegspuren ins nirgendwo.

Nach dem Heubüal weiter zum Chrüppel, nach dem idyllischen Hexenhäuschen, steigen wir ca. bei Tschugga direkt über Dürraboda zur Kiesstrasse ab, die zur Sücka führt und von dort hinunter zur Bushaltestelle Steg.

Mit dem Bus bis Triesen Haltestelle Vaschiel und zu Fuss wieder zum Auto.

 


Tourengänger: Zwieback

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Kommentare (3)


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MunggaLoch hat gesagt: Lässiger Bericht!
Gesendet am 27. Mai 2010 um 20:21
Danke, in dem Fall scheinen diese beiden Spitzchen ja nicht soooo schwierig. Der eine wirkt von Triesenberg aus so cool!
Gruass,
Mungg

Zwieback hat gesagt: RE:Lässiger Bericht!
Gesendet am 28. Mai 2010 um 18:14
Merci :-)

Die Hänge unter dem Rappenstein sind in der Tat nicht ganz so steil, wie man vom Tal aus vermuten könnte. Die Tour könnte im Sommer wohl gut bis zum Plasteikopf verlängert - oder auch in umgekehrter Richtung gemacht werden.

LG

Zwieback

shino hat gesagt: Dank...
Gesendet am 7. August 2010 um 18:31
...deines Berichts habe ich mich heute auch an die Tour "gewagt". Bis zu Tuass kannte ich den Weg, anschliessend habe ich mich an deine Version gehalten - war recht gut, trotz Nässe, aber zum Glück ohne Schnee ;-)


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