IIlgraben von oben betrachtet: genussvoll auf die Plaine Madeleine 2025 m.ü.M.


Publiziert von Felix Pro , 18. Mai 2010 um 02:10. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:16 Mai 2010
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1235 m
Abstieg: 1615 m
Strecke:Niouc - Plain Palet - Le Couquelle - Plaine Madeleine - Ponchet - Le Couquelle - Plain Palet - St. Antoine - Sierre
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV ab Spiez, via Lötschberg-Basistunnel nach Visp, Siders; Bus nach Niouc
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV Sierre - Visp - Spiez
Kartennummer:1287

Wieder lieferte Jumbo die Idee, Alpin_Rise motivierte uns mit seinem Bericht zusätzlich - und schliesslich wollten wir gern den hinter dem Pfynberg liegenden berühmt-berüchtigten Illgraben kennenlernen, weilten wir ja vor nicht allzu langer Zeit für ein paar Tage in dieser Gegend. So fuhren wir gemeinsam mit dem PW nach Spiez und bestiegen dort den Schnellzug durch den Lötschberg-Basistunnel nach Visp, mit Anschluss nach Sierre und Postauto-Verbindung nach Niouc im vorderen Val d'Anniviers.
Das Wetter verhiess einige sonnige Stunden, der Schnee sollte, so dachten wir, im Wallis auf den Südflanken bis auf 2000 Meter geschmolzen sein ... Ganz so daneben lagen wir nicht: doch nach der Ausfahrt aus dem langen Tunnel verhiess uns der Anblick noch nichts Gutes. Dicke Wolken bedeckten das Rhonetal. Doch unsere Zuversicht wurde belohnt - davon später ...

In Niouc angekommen war erst einmal Kartenkenntnis erforderlich, um den Weg nach Plan Palet zu finden - umso schöner präsentierte sich dann dieser heute einsame Wegaufstieg - immer wieder stiessen wir im Verlauf unserer Wanderung auf die Wegmarkierungen des Sierre-Zinal-Laufs; und entsprechende Abfälle ... Bereits vor Plan Palet steilte der Weg auf, wurde schmaler, doch stets sehr einladend die Wegführung und das Gelände. Dank der gebührenden Steigung gewannen wir bald einige Hundert Höhenmeter und schalteten kurz vor unserer Abzweigung auf den langen Grat-Schlussaufstieg eine kurze Znünipause ein. Sehr lohnend erschien uns dieser Abstecher vom offiziellen Weg: beinahe weglos, eine knapp erkenntliche Spur wies uns auf die natürlich vorgegebene Strecke. Interessant erlebten wir diesen manchmal sehr steilen, dann wieder gemächlichen Variantenaufstieg über P. 1982.7 zur Plaine Madeleine - sehr zu empfehlen! Ab ca. 1800 Metern trafen wir auf gefrorenen Boden, etwas später begann es kurz sogar leicht zu schneien: die kleinen Flöckchen vermochten sogar den Waldboden leicht zu bedecken.

Doch ein überraschender Szenenwechsel bescherte uns das "Ankommen" auf der Ebene der Plaine Madeleine: archaisch beinahe erschien uns die - heute - sehr verlassene Gipfelebene. Einzelne majestätische, auch bereits abgestorbene Bäume, hübsche Baumgruppen, eine einladende Wiesenhochfläche mit unzähligen Seidelbasten und der Ausblick aufs Illhorn beeindruckten uns bereits sehr. Und schliesslich überwältigte uns der Tief- und Einblick auf den immensen Illgraben - beinahe unglaublich; wir schätzten uns glücklich, hier oben stehen zu können und Einblick in dieses Naturphänomen gewinnen zu können!

Gern wären wir länger hier oben verweilt - wir nahmen uns dann jedoch vor, einmal das Illhorn zu besteigen um noch einen zusätzlichen Blick auf diese eindrückliche Szenerie werfen zu können - und wieder einmal ins Wallis, ins Val d'Anniviers zu fahren ... Doch die beträchtlichen Höhenmeter runter und die lange Rückfahrt mahnten uns zum Abstieg. Diesen nahmen wir, bei bestem Wetter, auf einer Wegspur den Wald hinunter nach Planchet unter die Füsse und zurück zum Aufstiegsweg oberhalb le Couquelle. Dem morgendlichen Aufstiegsweg hinunter gelangten wir schnell zu Plan Palet, hier jedoch nutzten wir das Fahrsträsschen bis zur Abzweigung nach St. Antoine.

Die Kapelle St.  Antoine mit den 14 Kreuzweg-Stationen ist aussichtsreich über dem Rhonetal gelegen, die Sicht auf Sierre ist auch hier noch eindrücklich - ebenso das Wiedererwachen der Vegetation nach dem Waldbrand: toll, wie sich die Natur auch von "Schicksalsschlägen" (meist ja von Menschenhand verursacht) erholen kann!

Den Abschluss unserer genussreichen Wanderung bildete heute der Weg über den malerisch gelegenen Lac de Géronde mitten in der Stadt Sierre. 

Das hat sehr Spass gemacht, trotz der weiten Anreise  - das Wallis bietet uns immer wieder kleinere und grössere beglückende Unternehmungen, die sehr gefallen - wir kommen wieder!

Tourengänger: Ursula, Felix

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Kommentare (1)


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Baldy und Conny Pro hat gesagt: Beindruckend
Gesendet am 18. Mai 2010 um 07:18
die Tiefblicke in den Illgraben. Wir waren mal auf dem Illhorn und haben den Graben bewundert. Aber euer Aufstieg ist spannender und allemal schöner. Ich habe mich damals gefragt ob man wohl der Gratkante entlang gehen könnte.
Gruss Angelo


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