Jungfrau 4158m


Publiziert von Bombo , 21. April 2010 um 01:02.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:16 April 2010
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Ski Schwierigkeit: ZS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 900 m
Strecke:Mönchsjochhütte - Rottalsattel - Jungfrau - Rottalsattel - Mönchsjochhütte
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Jungfraujoch - Mönchsjochhütte 3657m
Unterkunftmöglichkeiten:Mönchsjochhütte
Kartennummer:LK 1:50'000, Bl 264 S "Jungfrau"

A dream comes true... Jungfrau 4158m


Es scheint, als sei der April 2010 der Monat meiner Highlite-Touren - anfangs beim Gletscher Ducan im Raum Davos, eine Woche später die Traverse Bächenstock - Zwächten im Meiental und nun dies - bei absolut perfekten Verhältnissen die gelungene Besteigung der Jungfrau 4158m im Berner Oberland.

Es ist langsam Tradition, dass wir jedes Jahr im Frühling ein paar Tage im Berner Oberland im Jungfraugebiet verbringen, wo es immer wieder neue Gipfelziele zu erreichen gibt - am liebsten natürlich solche, wo die roten Blutkörperchen richtige "Massen-Orgien" feiern...

Für die Jungfrau-Besteigung fehlen mir eigentlich dazu die Worte, denn wie in der Überschrift erwähnt, ging damit ein grosser Traum in Erfüllung. Dass dieser Realität wurde, verdanke ich meinem Tourenpartner joerg, welcher einen reibungslosen und sicheren Vorstieg hinlegte, sodass wir sicher und unbeschadet die Tour geniessen konnten. Danke Jörg!


Anreise Mönchsjochhütte 3657m (15.4.2010)

Mit ÖV bis zum Jungfraujoch 3454m, durch den Sphinxstollen raus an die dünne Luft und in ca. 45min zur Mönchsjochhütte 3657m, wo wir es uns zur Akklimation gemütlich machten. Nebenbei: Das Hüttenwirte-Ehepaar ist noch immer dasselbe, die Charakterzüge ebenso - dafür aber sind die Hüttengehilfen sehr freundlich und hilfsbereit. Natürlich haben sich auch die sanitären Installationen noch nicht verändert...


Aufstieg Mönchsjochhütte 3657m - Jungfrau 4158m
(16.4.2010)

Während fast alle Hüttenbesucher sich richtig Fiescher- oder Grünhörner davonmachten, genossen wir in aller Einsamkeit die Tour auf die Jungfrau. Den Ausgang des Sphinxstollen südlich passierend fuhren wir über den Jungfraufirn zum Anfellplatz 3260m östlich unterhalb von P. 3506. Meine Felle gaben schon nach wenigen Sekunden den Geist auf - wie es sich für eine Jungfrau gehört, erreicht man das Ziel (was auch immer das ist...) mit viel Zärtlichkeit und Körperwärme - in anderen Worten, man streichle und wärme die Felle, bis sie von alleine haften. Ueber den Steilhang auf den Kamm des Ost-Sporns des Rottalhorn und diesem folgend bis ca. 3800m. Vorsicht vor dem Bergschrund, welcher sich kurz vor der Traverse unter der Schneedecke versteckt! (Ein Ski war bereits im Loch...) Nun nach rechts in die Traverse (Vorsicht Wächte vom Rottalhorn), welche unterhalb des Rottalsattels endet - Skidepot und Steigeisen montieren. Rund 10Hm steil aber problemlos hoch zum Rottalsattel 3885m. Die folgende Traversierung zur ersten Sicherungsstange war meiner Meinung nach die heikelste Stelle. Entschärfen kann man diese Situation, wenn man oberhalb des Sattels eine Eisschraube setzt und so gefahrenlos zur Stange bei der Rottalkante traversiert.  Anschliessend geht's den zahlreichen Sicherungsstangen (von welchen wir nicht alle nützten) nach hoch zum Gipfel der Jungfrau 4158m.

Ich glaube, die Jungfrau ist so ein Gipfel, wo man einfach nur dankbar ist, auf dieser Welt zu sein, wo man stundenlang staunen und geniessen kann, wo vielleicht die eine oder andere Freudenträne sich bemerkbar macht und wo man einfach auch ein wenig stolz auf sich ist. Wir hatten natürlich den Vorteil, dass wir den Gipfel bei praktisch windstillem Traumwetter für uns alleine hatten und so den Moment noch viel mehr geniessen konnten.


Abstieg Jungfrau 4158m - Mönchsjochhütte 3657m

Dem Aufstiegsweg folgend stiegen wir die selbe Route wieder hinunter. Aus Zeit- und Sicherheitsgründen wählten wir vorallem im unteren Teil die Sicherung über die Stangen, ebenso auch wieder die Eisschraube oberhalb des Rottalsattels. Mit den Skis und brennenden Beinmuskeln anschliessend zum Anfellplatz 3260m hinunter, Felle auf und hoch zum Sphinxstollen-Ausgang, wo es Zeit war für ein verdientes Bier. Nach ausgiebiger Pause stiegen wir wieder zurück zur Mönchsjochhütte, welche Ausgangspunkt für die tagsdarauf folgende Tour auf das Gross Grünhorn 4044m war.



Tour mit joerg.


Start Mönchsjochhütte: 07.05 Uhr
Jungfrau: 12.00 Uhr
Total: 5h (inkl. mehrmaligen Fell-Problem- & Ess-Pausen)


SLF: "Gering", Gefahr von Nassschneerutschen im Tagesverlauf




Route Nr. 481a - Skitouren Berner Alpen Ost - Ralph Schnegg / Daniel Anker
Route Nr. 338a - Die schönsten Skitouren der Schweiz - Scanavino / Gansser / Auf der Maur



Tourengänger: joerg, Bombo

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Kommentare (9)


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marc1317 hat gesagt: Glückwunsch!
Gesendet am 21. April 2010 um 01:44
Ja super, sehr informativ und wie immer mit viel Witz geschriebener Bericht ;-)!

Gruss

Marcel

Sherpa hat gesagt: Gratulation
Gesendet am 21. April 2010 um 08:01
Sali Bombo,
Gratulation zur Jungfrau. Mal sehen, vielleicht lässt sie mich auch mal ran --))

Gruss Sherpa

Bolivar hat gesagt: RE:Gratulation
Gesendet am 21. April 2010 um 09:18
...und das vor den Augen eines Mönches! ;-)

Linard03 Pro hat gesagt: Gratulation ...
Gesendet am 21. April 2010 um 14:54
... auch von meiner Seite - bestimmt ein Gipfel, worauf Du stolz sein darfst! Scheinst ein richtiger Glückspilz zu sein, dass Du Dir diesen Frühling so zahlreiche Wünsche erfüllen kannst ...!

Bombo hat gesagt: RE:Gratulation ...
Gesendet am 21. April 2010 um 15:29
Diese Saison dauerte es aber auch lange, bis man endlich ein paar nachhaltig schöne Touren machen konnte... Irgendwie ein komischer Winter (wobei wir letztes Jahr natürlich auch entsprechend verwöhnt wurden)...

Danke Euch für die Kommentare - das freut einem gleich nochmals :-)


gero Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. April 2010 um 16:36
Hi Bombo,

auch von mir mit allerbesten Glückwünschen zu dieser tollen Tour - und den super Fotos.

Mich hat die Jungfrau mit 13 Jahren ran- und raufgelassen: am 11.08.1967 stand ich droben, es war mein erster Viertausender.

Ich habe in Erinnerung, daß die Hänge oberhalb des Rottalsattels (dort, wo Ihr mit Schraube gesichert habt) wesentlich steiler sind, als es auf Deinen Bildern zum Ausdruck kommt - aber manchmal täuscht die Erinnerung ja. Und Ihr beide habt sicher einen triftigen Grund zum Sichern gehabt: da gehts ganz schön runter, oder?

Beste Grüße, Georg aus Nürnberg

Bombo hat gesagt: RE:
Gesendet am 21. April 2010 um 17:00
Hola Georg,

Wow, da verneige ich mich aber vor Dir - das ist ne hammermässige Leistung, welche Du dazumals vollbracht hast. Gar nicht auszudenken, wie zu diesem Zeitpunkt die Ausrüstung ausgesehen hat - wäre genial, wenn Du von dieser Tour noch Fotos hättest.

Du hast natürlich Recht, die Steilheit täuscht sogar sehr. Auf den Fotos könnte man oberhalb des Rottalsattels meinen, man läuft einfach so blind von rechts nach links zu den Felsen rüber - aber ganz so trivial ist das also schon nicht. Einerseits geht's links "gwaltig s'Loch ab" und andererseits ist die kurze Blankeisstelle schon nicht ohne. Weiter kommt hinzu, dass oberhalb dieser Stelle die Soldaten ums Leben gekommen sind, was einem natürlich auch nochmals nachdenklich stimmt und zur besonderen Vorsicht mahnt (wobei diese ja den Direktaufstieg anstelle der Traversierung bevorzugt haben - aus meiner Sicht, jetzt wo ich selber vor Ort war - absolut unverständlich, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden).

Also, her mit den Fotos! :-) Liebe Grüsse aus Zürich,

Dominik

Janine hat gesagt: Gratuliere!
Gesendet am 25. April 2010 um 20:57
Mit Verspätung aber von Herzen - Domi ich gratuliere Dir ebenso zur Traum-Erfüllung! Bestimmt hast Du ja noch viele andere solche im Köcher :) Bin jedenfalls schon gwundrig!
lg Janine

Bombo hat gesagt: RE:Gratuliere!
Gesendet am 25. April 2010 um 23:31
Ganz nach dem Motto "wenn die Sonne am Horizont untertaucht, so steigt sie woandern wieder auf", erscheinen mit jedem erreichten Traum auch wieder neue Träume - wie ein Perpetum mobile... :-)


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